Hens & Co.: "Besser geht’s nicht!"

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Pascal Hens glaubt an die Titelverteidigung. Und Heiner Brandt?

Die Jungs sind heiß! Die Brust ist noch breiter, die Pässe kommen genauer und auch die Sprüche werden markiger.

Also Heiner Brand, jetzt hören Sie mal bitte kurz weg, denn Ihr Anführer Pascal Hens sagt den Fans, warum es doch wieder ein Handballmärchen geben kann. „Besser geht’s nicht!“, jubelt der Rückraum-Shooter. Hens & Co. gehen mit Volldampf in die Hauptrunde, das Ziel: Halbfinale, Finale, WM-Titel…

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Und das bei diesen Voraussetzungen: Vor der WM wusste die Truppe von Brand nicht, wo sie steht. Nach dem enttäuschenden Olympia-Auftritt sortierte der Trainer aus: Einige Weltmeister von 2007 fanden sich auf der heimischen Couch wieder. Auch die Vorbereitung verlief durchwachsen, die ersten Zweifel kamen auf. Die Verunsicherung war in den ersten Partien zu spüren – danach aber ging plötzlich die Post ab. Und jetzt, nach der überragenden Leistung gegen Polen (30:23) sprüht auch Spielmacher Michael Kraus vor Euphorie: „Die Stimmung ist sensationell gut. Wir lachen viel und haben Spaß zusammen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass eine ganz geile und erfolgreiche Mannschaft zusammenwächst.“ Kraus weiter: „Wir haben jetzt die Moral und das Selbstbewusstsein, mit breiter Brust in die Hauptrunde zu gehen.“

Deutschland startet dort als Tabellenführer, nimmt 4:0 Punkte aus der Vorrunde mit. Erster Gegner ist WM-Neuling Serbien (Samstag). Danach müssen Norwegen (Sonntag) und Europameister Dänemark (Dienstag, alle 17.30 Uhr/RTL) aus dem Weg geräumt werden.

Zwar sagt Linksaußen Torsten Jansen warnend: „Das sind alles drei bärenstarke Mannschaften. Das Ziel ist das nächste Spiel.“ Doch erstens würden mit Schweden, Frankreich und Kroatien die wirklichen Brocken erst im Halbfinale warten. Zweitens spricht die Serie von mittlerweile zwölf gewonnenen WM-Spielen in Folge für ein starkes DHB-Team. Und drittens sagt das klasse Polen-Spiel alles!

Rückraum-Ass Holger Glandorf: „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Wir brauchen uns vor keinem Gegner zu verstecken!“ Selbst Trainer Brand, ansonsten als Tiefstapler bekannt, gibt zu: „Vor einer Woche hätte ich das nicht vor möglich gehalten. Ich bin sehr zufrieden. Wenn wir frisch sind, sind wir auf Höhe mit den Topteams.“

Die Euphorie in der Mannschaft soll jetzt die Strapazen der vergangenen Tage wegzaubern. Fünf Spiele in sechs Tagen und dann gestern auch noch das: Zur Hauptrunde zogen die deutschen Spieler von Varazdin nach Zadar um. Die Fahrt kostete sie mehrere Stunden. Stunden, die die Truppe besser zur Regeneration hätte brauchen können. Hens blieb trotzdem locker: „Dann müssen wir uns eben im Bus erholen.“

Mit dabei sein gegen Serbien wird auch Stefan Schröder. Der Rechtsaußen hat sich von seiner Grippe erholt. Er will helfen, die Wettanbieter Lügen zu strafen. Bei ihnen ist Frankreich (22,50 Euro Auszahlung pro zehn Euro Einsatz) vor Kroatien (27,5:10) Favorit. Auch Dänemark (55:10) wird klar besser eingeschätzt als das deutsche Team (90:10).

Fazit: Brands Jungs brennen. Und das zur richtigen Zeit, denn schon im Halbfinale könnten die Kroaten der Gegner sein (siehe unten). Und beim starken Team um Ivano Balic hat das Heimpublikum die Leidenschaft entflammt. Und Feuer muss man mit Feuer bekämpfen!

Der Weg ins Finale

Am Samstag steht die erste Partie der Hauptrunde an: Um 17.30 Uhr treffen Hens & Co. auf den WM-Neuling Serbien. Am Sonntag schon steht die Partie gegen Norwegen auf dem Programm. Im Idealfall wäre die deutsche Auswahl danach schon für das Halbfinale qualifiziert. Am Dienstag (alle 17.30 Uhr, RTL) heißt’s Daumendrücken gegen Europameister Dänemark. Ebenso wie die Deutschen gehen die Dänen mit 4:0 in die Hauptrunde. In diesem Spiel geht’s wohl um den Gruppensieg! Im Halbfinale am Freitag könnte Deutschland auf Frankreich, Kroatien, Schweden, Ungarn, Südkorea oder die Slowakei treffen. Das Finale ist am Sonntag...

Wir spielen gegen die Bundesliga

Wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass Deutschland den Sprung ins Halbfinale schafft. Aber dann? Worauf muss sich die Brand-Truppe in der K.o.-Runde einstellen? Wie gut sind die möglichen Gegner? Die tz weiß es schon:

Frankreich: Superstark. Die Franzosen sind zu Recht Tabellenführer ihrer Hauptrundengruppe. Das Team ist glänzend besetzt – mit guten Bekannten… Unter anderen steht Superstar Nikola Karabatic vom THW Kiel im französischen Aufgebot. Auch Super-Keeper Thierry Omeyer (ebenfalls Kiel), Guillaume Gille (Hamburg) und Franck Junillon (Melsungen) verdienen ihr Geld in Deutschland.

Kroatien: Die Kroaten haben Heimvorteil. Wenn sie spielen, dann toben die Fans in der Halle – von Anpfiff bis Abpfiff, ohne Pause. Auch im kroatischen Team stehen mehrere Bundesliga-Stars: Blazenko Lackovic (Hamburg), Vedran Zrnic (Gummersbach), Goran Sprem (Nordhorn) und Dalibor Anusic (Göppingen) – und dann ist da noch Ivano Balic, der in der heimischen Liga spielt. Der Superstar wurde bei den letzten sechs (!) großen Turnieren zum besten Spieler gewählt.

Schweden: Mit Außenseiterchancen aufs Halbfinale. Die Schweden greifen gleich auf drei Stars vom THW Kiel zurück: Henrik Lundström, Kim Andersson und Andreas Palicka. Dazu kommt noch Per Sandström aus Hamburg.

Eins ist also jetzt schon sicher: Wenn wir ins Halbfinale kommen, spielen wir gegen die Bundesliga!

Quelle: tz

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