Räikkönen will sich in China an den Silberpfeile rächen

Hier kocht der Iceman

Da ist einer sauer: Kimi Räikkönen kocht noch immer, wenn er an den Start in Japan zurückdenkt.
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Da ist einer sauer: Kimi Räikkönen kocht noch immer, wenn er an den Start in Japan zurückdenkt.

Schanghai - Er hat Felipe Massa gegen sich, Robert Kubica und Fernando Alonso.

Und jetzt droht Mercedes-Star Lewis Hamilton vor dem wichtigsten Rennen seiner Karriere auch noch Ärger von Massas Teamkollege. Noch-Weltmeister Kimi Raikkönen öffnete am Donnerstag in Schanghai plötzlich sein Herz und redete auf einmal mehr als die ganze Saison zuvor. Was dabei rauskam: Der Iceman kocht. Zwei Tage vor dem Großen Preis von China, dem vorletzten Rennen im spannenden Dreikampf um die WM-Krone (Hamilton 84 Punkte, Massa 79, Kubica 72), klagt Kimi die beiden McLaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen an. Räikkönen ist stocksauer: „Ich bin immer noch wütend darüber, wie Hamilton und Kovalainen beim Start in Fuji gefahren sind.“ Zur Erinnerung: Räikkönen ging beim Start in Führung. Mit einem Gewaltmanöver pressten sich Hamilton und Kovalainen vorbei. Hamilton verpasste dabei die Kurve und zwang Räikkönen über die Wiese auszuweichen. Kovalainen berührte Raikkönens Ferrari sogar.

Diese Manöver hätten Kimi wichtige Plätze und am Ende sogar den Sieg gekostet. Räikkönen: „Ich habe wirklich keine Ahnung, was die beiden sich dabei gedacht haben. Die haben jenseits von spät gebremst und so das ganze Chaos verursacht. Sie haben mich um den Sieg gebracht.“

Damit ist Kimi raus dem Titelrennen – und darüber dürften sich die Mercedes-Jungs wohl ziemlich gefreut haben angesichts der Geschehnisse vor einem Jahr, als der Finne innerhalb von zwei Rennen noch 17 Punkte aufholte und sich zum Weltmeister krönte. Doch diese Freude könnte jetzt in Angst umschlagen: Denn Kimi will zurückschlagen. Er werde jetzt alles dafür tun, damit Teamkollege Felipe Massa Weltmeister werde, kündigt er an – und dann wird er sich mit Vollgas auf das „Unternehmen Titel 2009“ vorbereiten. Von Rücktrittsgedanken und Müdigkeit keine Spur. „Seit Januar erzähle ich gebetsmühlenartig, dass ich motiviert bin und mein Bestes gebe. Ich sage es noch mal: Jetzt, wo der Titel weg ist, werde ich 2009 wieder voll attackieren, um den Titel zurückzuholen.“Er wird das Jahr aber anders angehen und im Januar ausführliche Testfahrten absolvieren, um das Auto mit den neuen Regeln voll zu verstehen. 2009 wird es wieder Slickreifen geben und die Aerodynamik wird um 50 Prozent reduziert.

Auch Räikkönens Landsmann Mika Häkkinen hat sich in die Diskussion um den WM-Endkampf eingeschaltet. Für den Weltmeister von 1998 und 1999 ist die Entscheidung völlig offen, wenn er auch leicht Lewis Hamilton favorisiere. Häkkinen: „Lewis ist ganz sicher vorne und wenn er kühlen Kopf bewahrt, wird er ganz locker die WM gewinnen. Aber Felipe ist dran, er klopft schon an die Tür. Und auch Kubica kommt immer näher.“ Häkkinen weiter: „Es kann technische Defekte geben, die Piloten können Fahrfehler machen, und: Die Regeln sind ja wie wir wissen etwas interpretierbar.“

Damit spielt Häkkinen auf die umstrittenen Strafen von Lewis Hamilton in Spa (25 Sekunden) und Fuji (Durchfahrtsstrafe) an, die den Briten mindestens acht Punkte gekostet haben. Insgesamt gäbe es für Häkkinen zu viele Faktoren, die unberechenbar seien. Ein weiterer Faktor ist jetzt noch dazugekommen: der wütende Weltmeister Kimi Räikkönen.

Ralf Bach

Quelle: tz

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