Dimitrenkos Leberhaken beendet Krasniqis Karriere

Ich hatte nie solche Schmerzen!

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Das war's dann wohl: Ein eigens für diesen Kampf im Training eingeübter Leberhaken von Alexander Dimitrenko raubte Luan Krasniqi die Luft

Mit einem gewaltigen Leberhaken hat Alexander Dimitrenko Altmeister Luan Krasniqi aufs Abstellgleis befördert.

Der 26-jährige Ukrainer beendete Samstagnacht in Düsseldorf mit dem schmerzhaften Schlag in der dritten Runde nicht nur den Kampf um die Interkontinental-Meisterschaft der WBO im Schwergewicht, er zerstörte damit auch brutal alle Träumereien des 37 Jahre alten Krasniqi von einer erfolgreichen Zukunft im Ring. Das Ende seiner Karriere als Faustkämpfer wollte der im schwäbischen Rottweil lebende „Löwe“ aber noch nicht verkünden. „Ich fühle mich wie 28, ich fühle mich gut“, behauptete er trotzig. „Ich werde mich mit meiner Familie und Herrn Kohl beraten.“

Nicht nur für die 4500 Zuschauer im ausverkauften Burg-Wächter-Castello, die nach dem Ende des Vorprogramms quälende 80 Minuten auf den Hauptkampf warten mussten, verlief der Abend unbefriedigend. „Ich hätte gern noch ein paar Runden gemacht. Ich hatte den Kampf im Griff“, versicherte Krasniqi, der sich bis zum Niederschlag mit beherzten Attacken Vorteile gegen den verunsichert wirkenden Dimitrenko verschafft hatte. „Zum ersten Mal in 20 Jahren als Boxer bin ich durch einen Leberhaken k.o. gegangen. Ich kannte diese Schmerzen überhaupt nicht.“ Auf dem Boden kniend, musste sich der gebürtige Kosovo-Albaner vom Ringrichter auszählen lassen. „Solche Schmerzen hatte ich noch nie“, gestand Krasniqi. Dimitrenko-Trainer Fritz Sdunek beschrieb die Gefühlslage bei einem Leber-K.o. aus eigener Erfahrung: „Man könnte kotzen.“

Dimitrenkos Weg als Nummer eins der WBO-Rangliste soll nun auf den von Wladimir Klitschko besetzten WM-Thron führen. Das Duell der Landsleute wird es aber frühestens Ende 2009 geben. Zuvor muss Klitschko seinen Titel am 13. Dezember in Mannheim gegen Ex-Weltmeister Hasim Rahman (USA) und bis September 2009 gegen Alexander Powetkin aus Russland verteidigen. Will Dimitrenko Klitschko bezwingen, muss er sich steigern. „Sascha ist gereift. Er hat das Baby-Face abgelegt“, sagte Sdunek. Ob das auch gegen einen Wladimir Klitschko reicht?

Quelle: tz

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