Ex-Nummer 1 (38) will wieder Tennis spielen

Capriati – Comeback für den kranken Vater

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Jennifer Capriati arbeitet an einem Comeback – mit 38 Jahren.

New York - Jennifer Capriati, ehemals Wunderkind des Welttennis, will wieder zurück auf den Court. Und das im stolzen Alter von 38 Jahren. Sie will es für ihren kranken Vater tun.

Es klingt eigentlich wie ein PR-Gag – aber Jennifer Capriati meint es ernst. „Hatte geplant, nach zehn Jahren zurückzukehren und bei den US Open zu spielen, wo ich mein letztes Grand-Slam-Match gespielt habe. Aber es muss ein weiteres Jahr warten“, schrieb die 38-Jährige auf Twitter. Aber es ist kein PR-Gag, denn der Hintergrund ist ernst. „Da mein Vater gegen den Krebs kämpft, bin ich noch entschlossener.“ Und weiter: „Ich werde kämpfen, um meinem Vater das allergrößte Geschenk zu machen.“

Dabei gilt Vater Stefano bis heute als einer der Tennis-Väter, die die Kindheit ihrer Töchter ruiniert haben. „Seien Sie vorsichtig, dass Sie ihren Fortschritt nicht zu schnell erzwingen“ lautete in den 80er-Jahren der Rat eines Tenniscamps an ihn – Jennifer war damals acht. Mit Eiscreme als Belohnung drillte der Vater sie generalstabsmäßig zum Erfolg. Stefano Capriati ignorierte diesen Rat. „Kinder brennen nicht aus, Eltern tun das“, sagte er damals. Mit 13 Jahren erreichte seine Tochter bei ihrem ersten Profiturnier das Finale, mit 14 stand sie 1990 im Halbfinale der French Open in Paris.

Das Wunderkind wurde Nummer eins – und stürzte ab. Ladendiebstahl, Haschisch, Verhaftung, als „Moppel-Jenny“ verspottet – 1996, mit 18 Jahren, schien ihre Karriere am Ende. „Ich war so hässlich und fett, ich wollte mich einfach nur umbringen.“ Doch sie kam zurück – auch dank der Hilfe ihres Vaters. 2001 gewann sie die Austalian Open, wurde Weltranglisten-Erste. „Du baust dich selbst auf oder ruinierst dich.“

Capriati mit ihrem krebskranken Vater Stefano.

Sie hatte das Talent zu beidem. 2010 wurde sie mit Verdacht auf eine Drogen-Überdosis ins Krankenhaus eingeliefert, 2012 in die Ruhmeshalle des Tennis eingeführt, ein Jahr später stand sie vor Gericht, weil sie ihren Ex belästigt haben soll. Jetzt sagt sie: „Ich tue das für mich selbst, meinen Vater und um es solch Leuten wie euch von den Medien zu zeigen, die mit Hass und Eifersucht leben und für sich selbst nur Bestätigung bekommen, wenn sie andere kleinmachen und die nie begreifen werden, was wahre Größe und Stärke wirklich bedeutet.“

Comeback mit 38? Warum nicht: Kimiko Date-Krumm startet bei den US Open – mit 43. Sie hat es bis ins Doppelhalbfinale geschafft, und in der Weltrangliste steht sie auf Platz 88!

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