ExFahrer im tz-Interview

Voigt: Das sind meine Tour-Favoriten

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Tour-Rekordteilnehme Jens Voigt.

München - Wenn die Tour de France in ihre 102. Ausgabe startet, wird Jens Voigt nicht mehr dabei sein. In der tz spricht er unter anderem über die TV-Übertragung und seine Favoriten.

Am Samstag startet in Utrecht die 102. Ausgabe der Tour de France. Der Berliner Jens Voigt wird fehlen, der 43-Jährige hat seine Karriere im vergangenen Jahr nach 17 Teilnahmen beendet. Die tz hat mit dem zweimaligen Tour-Etappensieger über seine Erwartungen für die Frankreichrundfahrt gesprochen.

Herr Voigt, mit 17 Tourstarts sind Sie deutscher Rekordhalter und stehen mit Georg Hincapie (USA) und Stuart O’Graday (Australien) auf einer Stufe. Wo werden Sie sich in diesem Jahr während der Tour de France aufhalten?

Jens Voigt: Bei der Tour, als Kommentator für den US-TV-Sender NBA. Meine englischen und französischen Sprachkenntnisse helfen mir da sehr. Der körperliche Einsatz wird durch den Stress ersetzt, die Vorbereitung auf die Etappen und die Herumkurverei mit dem Auto durch die Menschenmassen sind nicht ohne.

Was sagen Sie, dass die ARD wieder von der Tour berichtet?

Voigt: Es wurde Zeit. Vielleicht bin ich als Experte bei der ARD und bei Eurosport auch einmal während der Tour gefragt.

Welchen Fahrern drücken Sie die Daumen?

Voigt: In erster Linie meinen Jungs vom Trek-Factory-Team, weil ich dort als Berater arbeite. Dann liegen mir auch die deutschen Fahrer am Herzen.

Wie sehen Sie deren Chancen?

Voigt: Einen Klassementfahrer haben wir zurzeit nicht. Aber Andre Greipel, John Degenkolb und Tony Martin sind immer für Etappensiege gut. Leider ist Marcel Kittel nicht dabei.

Wer sind die Tour-Favoriten?

Voigt: Da wage ich einmal einen Einlauf-Tipp. Der Kolumbianer Nairo Quintana gewinnt vor Alberto Contador (Spanien), Vincenzo Nibali (Italien) und Chris Froome (England).

Im Internet war zu lesen, dass Sie auch in den USA für Radsportpower sorgen?

Voigt: Ich organisiere in Kalifornien mit Ken Sommer, Sohn des früheren Telekom-Chefs Ron Sommer, Jedermann-Rennen. Das Interesse ist groß.

Setzt Ihr Sohn Julian die Radsportkarriere der Familie fort?

Voigt: Leider nein. Er war einige Jahre beim Radsport. Jetzt ist ihm das frühe Aufstehen am Sonntag zu viel. Er hat leider aufgehört. Meine Mädchen sind beim Hip-Hop-Tanz.

Sie sind nie mit Dopingvorwürfen konfrontiert worden. Glück gehabt?

Voigt: Die Frage kann ich ganz kurz beantworten. Ich war nicht der Cleverste. Ich war und bin einfach unschuldig.

Interview: Manfred Hönel

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