Kamghe Gaba

Leichtathletik: Unser Münchner in Zürich

+
Mit der 4x400-Meter-Staffel will er eine Medaille, im Einzel soll es mindestens das Halbfinale sein.

Zürich - Ein Münchner in Zürich! Die LG Stadtwerke München ist bei der Leichtathletik-EM in Zürich mit nur einem Einzelstarter vertreten: dem 400-Meter-Läufer Kamghe Gaba.

 Gut, sein Trainingsmittelpunkt ist in Frankfurt, aber er startet für die LG und hat durch seine Frau Julia (33), eine gebürtige Münchnerin, einige Zeit in der Landeshauptstadt gelebt. „Ich habe die Stadt lieben gelernt und mein Trauzeuge ist kürzlich hierher gezogen. Ich würde nicht ausschließen, dass wir wieder zurückkommen“, sagt Gaba der tz. Zusammen mit David Gollnow und Jonas Plass (beide LG) startet der 31-Jährige auch in der 4x400-Meter-Staffel. Dabei hätte er 2013 fast seine Karriere beendet.

Die langjährige Zusammenarbeit mit Ex-Trainer Daniel Limburger ging in die Brüche. Beide wollten es lange nicht wahrhaben, aber nachdem Gaba 2013 die WM in Moskau komplett verpasste, führte kein Weg daran vorbei. „Das war mein schlechtestes Ergebnis, seit ich Leistungssport mache, nicht mal für die Staffel hat es gereicht, zumindest da war ich immer dabei“, erklärt Gaba. Er war unzufrieden, zudem signalisierte ihm der Deutsche Leichathletikverband (DLV), dass er aus der Sportfördergruppe fliegen würde. Gaba entschloss sich zum Trainerwechsel und arbeitet seitdem mit Volker Beck, 400-Meter-Olympiasieger von Moskau 1980, zusammen.

Den enscheidenden Schubs gab ihm seine Frau Julia. Früher modelte sie viel, heute ist sie Personal Assistent. „Ich habe lange Gespräche mit ihr geführt. Sie hat keine emotionale Bindung zum Sport und zu meinem ehemaligen Trainer. Julia hat mir zu diesem Schritt geraten. Außerdem hat sie immer meine schlechte Laune abbekommen“, so Gaba. Er erkundigte sich bei Beck, ob der sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Schon die ersten Gespräche seien sehr motivierend gewesen. Das Langzeitziel des neuen Duos sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Die ersten Erfolge konnte Gaba schon in dieser Saison verzeichnen. Ende Juli gewann er in 45,82 Sekunden zum dritten Mal nach 2006 und 2010 den deutschen Meistertitel über 400 Meter. So schnell war er zuletzt 2008 gelaufen.

In Zürich ist das Halbfinale sein Mindestziel. Das Finale sei sein Wunsch, aber er vermeide es, das als klares Ziel auszusprechen, um nicht zu viel Druck aufzubauen. Umso deutlicher wird er bei den Staffelchancen zusammen mit seinen Teamkollegen von der LG Stadtwerke: „Wir wollen unsere Medaille von Helsinki verteidigen. Laut Saisonbestenliste gehören wir nicht zu den Favoriten, aber in der Staffel kann viel passieren“, so Gaba. Fast wie im Pokal beim Fußball. Wobei: Im Schweizer Pokal halten sich die Überraschungen in Grenzen. Seit 1929 hat noch nie ein Nicht-Erstligist den Cup gewonnen.

Mathias Müller

auch interessant

Meistgelesen

Handball-WM 2017: So endete Deutschland gegen Ungarn
Handball-WM 2017: So endete Deutschland gegen Ungarn
Handball-WM: Spiele der „Bad Boys“ werden im Live-Stream gezeigt
Handball-WM: Spiele der „Bad Boys“ werden im Live-Stream gezeigt
Handball-WM 2017: So endete Deutschland gegen Chile
Handball-WM 2017: So endete Deutschland gegen Chile
Handball im Ticker: DHB-Team feiert harterkämpften Sieg gegen Ungarn
Handball im Ticker: DHB-Team feiert harterkämpften Sieg gegen Ungarn

Kommentare