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Keine Betrugs-Anklage gegen Rad-Schumi

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Stefan Schumacher (l.) mit seinem Anwalt Michael Lehner
Stefan Schumacher (l.) mit seinem Anwalt Michael Lehner © dpa

Stuttgart - Der sportrechtlich wegen Dopings verurteilte Radprofi Stefan Schumacher kommt strafrechtlich um ein Betrugs-Verfahren herum. Es hätte ein Präzedenzfall werden können.

Nach einem Bericht der “Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch) wies das Landgericht Stuttgart eine entsprechende Klage der Staatsanwaltschaft zurück. “Ein Betrug im strafrechtlichen Sinn liegt nicht vor“, erklärte der Sprecher des Gerichts, Lars Kemmner, der Zeitung. Schumachers ehemaliger Teamchef Hans Holczer sieht in dieser Entscheidung eine vertane Chance im Anti-Doping-Kampf, der Sportler selbst reagierte erleichtert.

Die lange Liste: Sportstars unter Dopingverdacht

Der im vergangenen September in den Profizirkus zurückgekehrte Schumacher hätte ein Präzedenzfall werden können. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn im Oktober wegen Betrugs zum Nachteil seines früheren Rennstalls Gerolsteiner an, obwohl sein Doping-Fall zu diesem Zeitpunkt sportrechtlich längst geklärt war. Das hatte es vorher in Deutschland noch nicht gegeben.

In der Klage ging es um eine Summe von 150 000 Euro, die Schumachers Gehältern für die Monate Juli, August und September 2008 entsprach. Der heute 29-Jährige hatte vor der damaligen Tour de France erklärt, nicht zu dopen. In nachträglichen Analysen von Proben sowohl der Tour als auch der Olympischen Spiele 2008 waren bei Schumacher jedoch Spuren des Blutdoping-Präparats CERA gefunden worden. Sein damaliger Teamchef Holczer kündigte ihm daraufhin im Oktober 2008. Die Staatsanwaltschaft warf Schumacher vor, Holczer durch die Einnahme der Doping-Mittel hintergangen zu haben.

Nach Auffassung des Landgerichts Stuttgart ist jedoch “bei Gerolsteiner kein Schaden entstanden“, wie Kemmner erklärte. Denn ein Betrug “setzt einen Vermögensschaden voraus“.

Holczer sagte den “Stuttgarter Nachrichten“: “Die Sache ist erledigt. Allerdings hätte es für den Kampf gegen Doping eine entscheidende Geschichte werden können, wenn ein Doper wegen Betrugs angeklagt worden wäre. Das hätte dem Thema einen Kick versetzt.“

Schumacher selbst erklärte, “natürlich froh“ zu sein. “Auch wenn ich die ganze Sache ein bisschen weggeschoben und mich voll auf den Sport konzentriert habe.“ Seine zweijährige Dopingsperre war im vergangenen Jahr um vier Monate verkürzt worden. Seit September fährt der Nürtinger wieder Rennen für das italienische Team “Miche“.

dpa 

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