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Klimagipfel: Sportler-Aufruf an Staats- und Regierungschefs

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UN-Klimakonferenz
Die UN-Klimakonferenz COP26 findet derzeit in Glasgow statt. © Adrian Dennis/Pool AFP/dpa

Über 50 Teilnehmer der Olympischen Spiele und der Paralympics in Tokio haben in einem Video die Staats- und Regierungschefs der Welt zur verstärkten Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen.

Glasgow - Anlass für den Appell ist die Weltklimakonferenz in Glasgow. Initiatorinnen sind die zweimalige Segel-Olympiasiegerin Hannah Mills und ihre Landsfrau und Ruderin Melissa Wilson.

„Beim olympischen Traum geht es darum, so gut wie möglich zu sein - und das bedeutet nicht nur, an Wettkämpfen teilzunehmen oder Medaillen zu gewinnen, sondern auch, ein guter Weltbürger zu sein“, sagte Mills. „Ich bin der Meinung, dass wir die Verantwortung haben, unsere Plattformen zu nutzen, um darauf hinzuweisen, dass wir alle verantwortungsvoller leben und handeln müssen.“

An dem Video mit dem Titel „Dear leaders of the world“ („Liebe Staats- und Regierungschefs der Welt“) beteiligten sich Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt. Darunter waren die Hamburger Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig, der langjährige NBA-Basketballprofi Pau Gasol aus Spanien, der zweimalige Tennis-Olympiasieger Andy Murray und die Rennrollstuhl-Fahrerin und siebenmalige Paralympics-Siegerin Hannah Cockroft (beide Großbritannien).

Die Athletinnen und Athleten zogen einen Vergleich mit den Spielen im Sommer in Tokio und seinen Widrigkeiten durch die Corona-Pandemie und dem „Olympia des Klimagipfels“ in Glasgow. In Tokio seien alle Herausforderungen und Hindernisse überwunden worden. Die führenden Politikerinnen und Politiker sollten dies auch tun im Kampf gegen den Klimawandel.

Unterstützt wurde die Aktion durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). In einer Mitteilung vom Montag verwies das IOC unter anderem darauf, dass von 2030 an alle Olympischen Spiele klimapositiv sein müssen.

Leichtathleten ernsthaft besorgt

Bei einer Umfrage von World Athletics haben fast 80 Prozent befragter Leichtathleten aus 89 Ländern angegeben, ernsthaft besorgt über die Klimakrise zu sein. Mehr als die Hälfte von ihnen meinten, sie seien bereits von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, teilte World Athletics mit. Die nicht repräsentative Athletenbefragung sei anlässlich des Beginns des UN-Klimagipfels in Glasgow veröffentlicht worden.

82 Prozent der befragten Sportler berichteten zudem, dass sie bereits Änderungen an ihrem Lebensstil vorgenommen hätten, um die von ihnen und ihren Aktivitäten verursachten Umweltschäden zu verringern, hieß es in einer Mitteilung. Darüber hinaus hätten 76 Prozent erklärt, sie seien sehr oder sehr gerne bereit, ihren Lebensstil zu ändern, um die Umweltbelastung zu verringern.

Bei der Umfrage sind laut Weltverband 116 Athleten aus 59 Ländern befragt worden, die im August an den U20-Weltmeisterschaften in Nairobi teilgenommen hatten; dazu kamen 152 Eliteathleten aus 55 Ländern, die vom Weltverband kontaktiert wurden. Insgesamt hätten Sportler aus 89 Ländern auf die Fragen zur Klimakrise geantwortet.

„Wir müssen entschlossen handeln, um den Klimawandel zu bekämpfen, und wir müssen jetzt handeln“, sagte Weltpräsident Sebastian Coe. „Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie unsere Athleten auf diese große globale Herausforderung reagieren und wie sie sich für die Probleme engagieren.“ Die Botschaft laute deshalb: „Wir müssen uns alle gemeinsam für eine gesunde Umwelt einsetzen, für die Zukunft unseres Sports und die Zukunft unseres Planeten.“ dpa

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