Bryants rätselhafter Todesflug

Warum stiegen Kobe und seine Tochter Gianna in den Todes-Hubschrauber?

Kobe Bryant ist tot. Die Sportwelt ist vom Tod der NBA-Legende und seiner Tochter geschockt. Warum stiegen die beiden bei schlechtem Wetter in den Helikopter?

  • Kobe Bryant ist bei einem Hubschrauberabsturz um Leben gekommen
  • Die NBA-Legende stürzte im Helikopter am Sonntag in der Nähe von Los Angelos ab
  • Auch Bryants Tochter Gianna kam bei dem tragischen Absturz ums Leben

München/Los Angeles - Kobe Bryant flog seit vielen Jahren mit dem Helikopter. Schon als Spieler nutzte er seinen Sikorsky S-76B, um von Newport Beach schneller zu Spielen, Trainingseinheiten oder Verpflichtungen nach Los Angeles zu kommen. Am Sonntag sollte der Flug zu Bryants Mamba Academy gehen – sogenannt nach seinem Spitznamen „Black Mamba“. Deshalb war auch Tochter Gianna (13) mit an Bord. 

Sie sollte an einem Basketball-Turnier teilnehmen. Doch der Helikopter kam nie an. In den Hügeln von Calabasas westlich der Millionenstadt stürzte er um 10 Uhr bei schlechter Sicht ab, alle neun Insassen starben in dem brennenden Wrack. Warum flog Bryant in den Tod?

Zur Zeit des Unglücks war es in der Region so neblig, dass die Polizei-Helikopter am Boden blieben. Ein Sprecher: „Die Wetterbedingungen haben nicht den Minimum-Standard erfüllt, um zu fliegen.“ Trackingdaten sollen belegen, dass der Hubschrauber wegen der schlechten Sicht zunächst sechsmal auf Höhe des Zoos von LA kreiste, dann flog er gen Westen. 

Kobe Bryant: Darum stiegen er und seine Tochter Gianna in den Helikopter

Mehrere Medien berichten, dass Ara Zobayan (50), Pilot des 1991 gebauten Helikopters, vom Tower gewarnt worden sei: „Ihr fliegt weiterhin zu tief.“ Mit knapp 300 Stundenkilometern stürzte der Heli dann in den Hügeln auf 520 Höhenmetern ab. Laut LA Times könnte neben der schlechten Sicht auch ein mechanisches Problem Absturzursache sein.

Kobe war eine Legende auf dem Platz und gerade erst am Beginn von etwas, was ein bedeutungsvoller zweiter Akt werden sollte“, twitterte Barack Obama. „Auch Gianna zu verlieren, ist für uns als Eltern noch herzzerreißender. Michelle und ich senden an diesem undenkbaren Tag Liebe und Gebete an Vanessa und die gesamte Bryant-Familie.“

Basketball-Talent Gianna war Kobe Bryants Stolz. Ob er sich keinen Sohn gewünscht habe, der sein Vermächtnis fortsetzen könne? „Ey, ich kümmere mich darum“, würde ­Gianna diese Frage von Fans mit Vorliebe unterbrechen, berichtete die Legende vor zwei Jahren in einer TV-Show.

Kobe Bryant ist tot: Die ganze Sportwelt trauert

Greg Monroe (29) von den Bayern-Basketballern spielte in seiner NBA-Zeit oft gegen Bryant: „Er war jemand, der sich alles erarbeitete, was er gewann. Er hatte eine Art sich zu fokussieren, die die Leute bis heute versuchen zu imitieren.“ FCB-Basketball-Geschäftsführer Marko Pesic erinnerte an Drazen Petrovic, der Anfang der 90er-Jahre einer der besten Basketballer Europas war, ehe er 1993 bei einem Autounfall in Bayern starb. „Erst Drazen und nun Kobe… meine Basketball-Helden so zu verlieren, bricht mir das Herz… ich bin am Boden zerstört“, schrieb der 43-Jährige bei Instagram.

Auch Michael Jordan, Bryants Vorbild, reagierte bestürzt: „Ich habe Kobe geliebt – er war wie ein kleiner Bruder für mich.“ LeBron James wiederum hatte erst am Samstag seinen Vorgänger vom dritten Platz in der ewigen Bestenliste verdrängt. Bryant gratulierte James daraufhin. „Großer Respekt, mein Bruder“, schrieb er auf Twitter. Es war seine letzte Botschaft in dem Internetdienst. 

Andere Sport-Star trauern um die NBA-Legende. PSG-Star Neymar gedachte sogar mit einem Torjubel Kobe Bryant. Zudem fordern Fans nun, dass das NBA-Logo zu Ehren von Kobe Bryant geändert wird. Auch bei der Auftakt-Veranstaltung des Super Bowl wurde um Bryant getrauert.

Kobe Bryant ist tot: Auch sie starben im Helikopter

Alle neun Insassen an Bord des Helikopters sind tot: Kobe (41) und Gianna ­Bryant (13). Der langjährige ­Baseball-Trainer des Orange Coast College, John Altobelli (56), und seine Frau Keri. Deren gemeinsame Tochter Alyssa (13). Sie und ­Gianna spielten im selben Basketball-Team.

Pilot Ara ­Zobayan (50), ein erfahrener Pilot, der auch anderen ­Unterricht gab, und Altobellis Kollegin Christina Mauser (38). Sie war Assistenz-Trainerin des Mädchen-Teams. Sarah Chester und ihre Tochter Payton.

Rubriklistenbild: © AFP / ANDREW D. BERNSTEIN

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