Turnier in Halle/Westfalen

Kohlschreiber besiegt Nadal - Nun gegen Haas

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Philipp Kohlschreiber im Spiel gegen Rafael Nadal

Halle - Philipp Kohlschreiber hat beim Rasenturnier in Halle für eine Sensation gesorgt: Der Titelverteidiger aus Augsburg bezwang erstmals in seiner Karriere den spanischen Weltranglistenzweiten Rafael Nadal.

Ganz Ostwestfalen hatte sich auf das Traumfinale zwischen Rafael Nadal und Roger Federer gefreut, stattdessen gibt es am Samstag ein deutsches Traum-Halbfinale zwischen Titelverteidiger Philipp Kohlschreiber und Altmeister Tommy Haas (14.50 Uhr/live im ZDF). Kohlschreiber gewann im Viertelfinale mit 6:3, 6:4 gegen den spanischen Publikumsliebling Nadal, Haas setzte sich überraschend gegen den tschechischen Top-Ten-Spieler Tomas Berdych durch.

Nachdem Nadal gescheitert war, schaffte immerhin Federer den Einzug ins Halbfinale. Der fünfmalige Champion, nach dem mittlerweile eine Straße in Halle benannt ist, trotzte dem Aufschlaghagel des 21-jährigen Milos Raonic. 25 Asse schlug der Kanadier, oftmals schneller als 220 km/h, doch Federer gewann 6:7 (4:7), 6:4, 7:6 (7:3). Der Weltranglistenzweite trifft am Samstag (12.00 Uhr) auf den Russen Michail Juschni und zeigte Verständnis für seinen Dauer-Rivalen: „Rafa hat nicht schlecht gespielt, aber Kohlschreiber hatte das Zepter in der Hand.“

Mit einer vorzeitigen Niederlage des elfmaligen Grand-Slam-Champions Nadal hatte allerdings niemand gerechnet. Nicht Turnierdirektor Ralf Weber, nicht die Zuschauer und wohl auch nicht der 28-jährige Kohlschreiber. Etwas ungläubig jubelte er nach seinem ersten Sieg im neunten Duell mit Nadal und lobte seine eigene „weltklasse Leistung“.

Der einzige, der die Möglichkeit eines Scheiterns schon vorher in Betracht gezogen hatte, war Nadal selbst gewesen. „Ich hatte einfach zu wenig Zeit zu trainieren“, sagte der Linkshänder, der noch am Montag im Finale der French Open seinen siebten Grand-Slam-Titel auf Sand gegen Novak Djokovic gewonnen hatte: „Ich möchte jetzt nicht nach Entschuldigungen suchen. Er hat einfach besser als ich gespielt.“

Das war tatsächlich der Fall, Kohlschreiber machte nicht nur nach eigener Aussage „nichts falsch“. Der Weltranglisten-34. spielte aggressiv und returnierte bei Nadals Aufschlag herausragend. Jeweils ein Break gelang ihm in jedem Satz. Bei eigenem ersten Service gab Kohlschreiber ganze drei Punkte ab, was allerdings auch ein Zeichen für Nadals Returnschwäche war. „Ich bin überglücklich. Ich hatte einen Traumtag“, sagte Kohlschreiber: „Das war der größte Sieg meiner Karriere.“

Einen ganzen starken Auftritt lieferte auch Tommy Haas, er tröstete die Zuschauer mit seinem Sieg gegen Berdych über das frühe Ausscheiden von Nadal hinweg. Der 34-jährige Haas feierte in dieser Saison den zweiten Sieg über einen Top-Ten-Spieler, nachdem er Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) in München bezwungen hatte. Der Sieg über den Weltranglistensiebten aus Tschechien war allerdings deutlich wertvoller, da Berdych mit seinem Sieg in Halle 2007 und der Finalteilnahme in Wimbledon 2010 zu den besten Rasenspielern der ATP-Tour zählt. „Es war verdammt hart, aber ich bin überglücklich“, sagte Haas.

Im Endspiel im All England Club vor zwei Jahren hatte Berdych gegen Nadal verloren. Der zweimalige Wimbledon-Champion fühlt sich durchaus auch auf Rasen wohl, wollte nach der Niederlage gegen Kohlschreiber aber nichts mehr von den westfälischen „Grüns“ wissen. Nach der Verletzung seines Doppelpartners Marcel Granollers (Spanien) reiste Nadal deutlich früher als geplant aus Halle ab.

„Alles war gut“, versicherte er noch schnell und äußerte die Hoffnung, „im nächsten Jahr wiederzukommen“. Nach nur zwei Einzeln auf dem Rasen von Halle konnte es Nadal allerdings kaum abwarten, den Flieger nach Mallorca zu bekommen.

„Es ist Zeit auszuruhen und Familie und Freunde zu treffen“, sagte Nadal, der sich am meisten auf die Sonne in seiner Heimat freute: „Ich werde das Wetter genießen.“ Seit seiner Ankunft aus Paris hatte er in Halle nicht einmal die Sonne gesehen.

sid

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