Lahme EM-Premiere - Spiegelburg und Esser Dritte

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Der Hammerwerfer Markus Esser - hier bei den Olympischen Spielen 2008 - erreichte Rang drei in Leiria. 

Leiria/Portugal - Der Premiere der Mannschafts- Europameisterschaften am Samstag im portugiesischen Leiria fehlte noch der gewünschte Schwung.

Auch die Topsportler des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) kamen nur mühsam in Gang. Für die besten Platzierungen sorgten vor nur rund 5000 Zuschauern Hammerwerfer Markus Esser und Stabhochspringerin Silke Spiegelburg, die jeweils Rang drei erreichten. International bot der britische Sprinter Dwain Chambers mit 10,07 Sekunden über 100 Meter die beste Leistung. Kritik gab es am neuen EM -Wettkampfformat.

Die Leverkusenerin Spiegelburg übersprang 4,60 Meter, scheiterte aber an der Höhe von 4,65. Der aus dem gleichen Verein kommende 29- jährige Olympia-Siebte Esser warf 77,62 Meter weit und übertraf erneut die Norm für die Weltmeisterschaften im August in Berlin . Sieger wurde der Italiener Nicola Vizzoni (78,15). “Es ist meine beste Leistung, die ich bei einem Europacup abgeliefert habe“, sagte Esser, haderte allerdings mit dem neuen Wettkampfmodus: “Das war total verwirrend. Da wusste keiner genau, wie es geht.“

Bei der Premiere der Team-EM wird erstmals eine radikale wie umstrittene Wettkampf-Reform, mit der die Fernsehfreundlichkeit und Attraktivität erhöht werden soll, ausprobiert. So wird beim Hochsprung und Stabhochsprung nach vier Fehlversuchen ein Teilnehmer ausgeschlossen.

In den vier Wurfdisziplinen sowie im Weit- und Dreisprung scheiden nach zwei Versuchen die sechs schlechtesten Teilnehmer aus und nach dem dritten Versuch zwei weitere. Bei den Sprints führt jeder Fehlstart zur Disqualifikation. “Ob eine EM der richtige Platz ist, so etwas zu testen, ist die Frage“, meinte Rüdiger Harksen , deutscher Chefbundestrainer für den Laufbereich.

Kamghe Gaba rannte über 400 Meter in 45,88 Sekunden die drittschnellste Zeit; der Frankfurter kam damit erstmals in dieser Saison unter die 46-Sekunden-Marke, verpasste aber die WM - Norm (45,55). Nur Platz sechs sprang für den Wattenscheider Thomas Goller über die 400 Meter Hürden heraus. Auf den gleichen Rang kam Jana Hartmann über 800 Meter in 2:00,71. Damit steigerte die Dortmunderin ihre Bestzeit um zwei Sekunden, blieb aber knapp über der Berlin-Anforderung (2:00,00).

Unzufrieden war Kugelstoßer Peter Sack mit Platz vier und schwachen 19,76 Meter. “Unterirdisch“, lautete der Kommentar des Leipzigers. Pech hatte Hochspringer Raul Spank: Der 20 Jahre alte Olympia-Fünfte aus Dresden knickte mit dem Fuß beim Einspringen um und musste passen.

dpa

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