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Zweifel? Weitsprung-Superstar Mihambo springt sie einfach weg

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Von: Nico-Marius Schmitz

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Auf Goldkurs
Gewann ihren Vorkampf souverän: Malaika Mihambo winkt dem Publikum. © Sven Hoppe/dpa

Malaika Mihambo hat keine einfache Zeit hinter sich. Vor der EM in München gab‘s schon Zweifel - doch in der Qualifikation überzeugt sie.

München – Das Gesicht der deutschen Leichtathletik, die Weitsprung-Queen, die Hoffnungsträgerin auf Gold bei sämtlichen Wettbewerben. Malaika Mihambo wurde auch vor der Europameisterschaft wieder mit Superlativen überhäuft. ARD-Experte Frank Busemann hatte im Interview mit unserer Zeitung gesagt, dass sich der Druck endlich mal auf ein paar mehr deutsche Sportler verteilen müsse.

Aber mit Druck umgehen, das kann Mihambo. Am Dienstagvormittag sorgte die 28-Jährige für Lärm im insgesamt noch überschaubar besetzten Olympiastadion und qualifizierte sich in gewohnt souveräner Manier für das Finale. Die Blöcke vor der Weitsprunganlage waren allesamt schon gut gefüllt. Natürlich, jeder will den deutschen Star sehen.

Nach der WM infizierte sich Mihambo mit dem Corona-Virus. Fühlte sich müde und schlapp, konnte zehn Tage nicht trainieren. „Das Gefühl von Unsicherheit über das eigene Leistungsvermögen bleibt. Man startet aus der kalten Hose raus“, sagte sie noch im Erdinger Pre Camp. Gestern war der erste Versuch dann ungültig, lange gezittert werden musste aber nicht. 6,99 Meter im zweiten Versuch – alle Restzweifel weggesprungen. Im Finale am Donnerstag (20:58, ARD) greift die Olympiasiegerin von Tokio und Weltmeisterin von Eugene dann auch nach dem Europameistertitel. Es wäre der dritte große Triumph innerhalb von zwölf Monaten, das Mihambo-Triple.

Die Vorstellung in der Qualifikation untermauerte ihren Favoritenstatus. Schon in den letzten Trainingseinheiten vor München habe sie gemerkt, dass sie durch die Quarantäne nicht so viel verloren hat. „Es ist natürlich noch mal was anderes, das unter Wettkampfbedingungen hinzubekommen, das gelingt vielen Athleten nicht.“

Mihambo macht seit Jahren so gut wie keine Fehler in den Wettbewerben, dominiert den Weitsprung.

Und, wenn mal etwas nicht passt, wie beim ungültigen Versuch am Dienstag, wird sofort korrigiert. „Kein Problem. Ich wusste genau, woran es lag. Das konnte ich ohne Zittern aussteuern.“ Es ist das Vertrauen in den eigenen Körper, in die eigenen Fähigkeiten

Mihambo hofft nun, dass sie sich bis zum Finale noch mal besser fühlt: „Ich freue mich, dass so viel noch da ist. 6,99 sprechen ja auch irgendwo für sich.“

NICO-MARIUS SCHMITZ

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