Gestatten: Die silberne Eminenz

Mercedes: Neuer Silberpfeil – und neue Rollenverteilung im Team

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Der neue Silberpfeil

London - Nur die eine Enthüllungsgeschichte war von Mercedes wirklich gewollt.

Als Weltmeister Lewis Hamilton am Freitag in der McLaren-Fabrik in Woking den neuen Silberpfeil mit dem Namen McLaren-Mercedes MP4-24 vorstellte, standen er und sein Auto da, wo sie eingeplant waren. Im Mittelpunkt. Hamilton sagte brav, was jeder hören wollte – besonders seine Arbeitgeber: „Die Präsentation eines neuen Autos ist für einen Rennfahrer immer ein spannender Moment, doch die Enthüllung des MP4-24 ist für mich etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil das Auto toll aussieht, sondern weil es die Nummer eins trägt. Der Kampf um den Titel dürfte aufgrund der vielen Regeländerungen ganz offen sein. Das sind für die Formel-1-Fans erfreuliche Aussichten. Für mich persönlich hoffe ich auf eine weitere erfolgreiche Saison und die Chance, wieder um den Titel zu kämpfen.“

Dann kam der zukünftige Ex-Teamchef Ron Dennis und stahl – ungewollt – allen und allem die Show. „Ich werde am 1. März zurücktreten“, bemerkte er – wie immer mit eingefrorenen Gesichtszügen – in einem Nebensatz. Für Insider kam diese Bemerkung einem Erdbeben gleich. Ron Dennis soll zurücktreten? Kaum zu glauben! Ist das wahr? „Martin Whitmarsh wird meine Rolle als Teamchef übernehmen“, versicherte Dennis. Er selber werde sich ab sofort hauptsächlich um die Belange der ganzen McLaren-Group kümmern – besonders um die Weiterentwicklung des mit Mercedes zusammen entwickelten Supersportwagens SLR. Den Pferdefuß bei der eigentlichen Sensation schickte Dennis sogleich hinterher: „Ich werde aber weiterhin viele Rennen besuchen…“

Dennis-Ziehsohn Lewis Hamilton brachte es auf den Punkt: „Richtig zurückgetreten ist Ron gar nicht.“ Soll bedeuten: Offiziell wird der bisherige Geschäftsführer Whitmarsh am Rennwochenende der Chef sein. Aber: Dass er über die Rolle eines Papiertigers hinauskommt, ist schwer vorstellbar. Dafür genießt Dennis zu viel Respekt im Team.

Was sonst noch auffiel: Der Silberpfeil sieht nicht nur schnell aus, sondern auch elegant. Damit haben die Designer fast Unmögliches geschafft. Der Grund: Durch die extremen Beschneidungen im Reglement mit kleineren Flügeln und schmalen Seitenkästen wirkten die bisher vorgestellten Autos (Ferrari und Toyota) eher wie Seifenkisten. Mercedes-Sportchef Norbert Haug findet: „Unser Auto ist wirklich schön.“ Dass es auch zu den Favoriten zählt, mag Haug nicht abstreiten: „Die Nummer eins auf dem Auto zu haben, löst höchstens positiven Druck aus. Wir werden mit der Favoritenrolle klarkommen.“

Ralf Bach

Quelle: tz

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