DTM

Mercedes-Überraschung in Oschersleben: Vietoris gewinnt

+
Christian Vietoris.

Oschersleben - Damit hatte keiner gerechnet: Im eigentlich unterlegenen Mercedes gelingt Christian Vietoris der erste DTM-Sieg seiner Karriere. Neben dem Mut zum Risiko profitierte er dabei auch vom turbulenten Rennverlauf in Oschersleben.

 Nach dem Überraschungssieg beim DTM-Lauf in Oschersleben war die Freude bei Christian Vietoris groß. „Das war ein Spaß“, rief er via Funk. „Ihr seid die Geilsten. Geile Strategie. Richtig gut“, lobte Vietoris seine Mercedes-Crew für den besten Plan in einem wegen Regen und drei Safety-Car-Phasen turbulenten und unübersichtlichen Rennen. Beim desaströsen Auftakt in Hockenheim noch punkt- und am Samstag in der Qualifikation nahezu chancenlos, gelang den Schwaben durch den 25-Jährigen ein völlig unerwarteter Sieg in der Magdeburger Börde. Ex-Formel-1-Fahrer Paul di Resta trug als Vierter ebenfalls zur guten Laune seines Arbeitgebers bei.

Titelverteidiger Mike Rockenfeller übernahm durch Platz zwei nach dem zweiten von zehn Rennen die Führung in der Gesamtwertung. Sein Audi-Kollege Edoardo Mortara kam auf Rang drei ins Ziel. Bester BMW war Augusto Farfus auf Rang fünf.

Dabei hatten die Bayern noch am Start gut ausgesehen. Marco Wittmann konnte die Pole Position verteidigen, obwohl alle BMW im Feld wegen der neuen Performance-Gewichte schwerer waren als die Konkurrenz. Rang eins hatte er inne, weil am Audi des Polesetters Miguel Molina ein Regelverstoß festgestellt worden war und er vom letzten Platz aus das Rennen angehen musste. Hinter Wittmann war Timo Scheider einer der Start-Gewinner. Von vier gestartet, kam er auf schon leicht feuchter Strecke als Zweiter aus der ersten Kurve. Audi-Markenkollege Adrien Tambay rutschte auf drei, Antonio Felix da Costa (BMW) auf vier.

Vietoris und Daniel Juncadella pokerten, ließen noch vor dem Erlöschen der Ampel Regenreifen auf ihre Mercedes ziehen und starteten aus der Box. Juncadella musste das Rennen zwar frühzeitig beenden - Vietoris aber war unerwartet der große Gewinner.

Denn alle sorgfältig ausgetüftelten Pläne der Strategen von Audi, BMW und Mercedes waren rasch hinfällig. Schnell mussten die meisten Piloten auf Regenreifen wechseln, zahlreiche Positionswechsel waren die Folge. Hinzu kam der Einsatz des Safety Cars. Erst rutschte Robert Wickens mit seinem Mercedes von der Strecke, dann nahm sich Timo Glock im BMW selbst aus dem Rennen. „Das geht ganz klar auf meine Kappe. Da muss ich mich bei Mike entschuldigen, dass ich ihn da so angerempelt habe“, meinte er in der ARD zu der Kollision mit Rockenfeller.

Nach der zweiten Safety-Car-Phase übernahm Tambay die Führung vor Scheider und Jamie Green. Der Brite im orangefarbenen RS5 DTM schnappte sich aber beide Markenkollegen und hatte nach 24 Runden schon einen Vorsprung von mehr als sieben Sekunden. Dann aber musste in Pascal Wehrlein ein weiterer Mercedes-Pilot frühzeitig aussteigen und das Safety Car kam zum dritten Mal auf den 3,696 Kilometer langen Kurs. Das Feld um den weitgehend unbeobachteten Vietoris wurde wieder zusammengeschoben - und fuhr fortan auf Zeit. Statt der avisierten 51 Rennrunden markierte die maximale Renndauer von 75 Minuten das Ende.

Auch nach dem dritten Re-Start zog Green erneut davon, kämpfte aber gegen die Kollegen, die im Gegensatz zu ihm bereits den Pflichtstopp absolviert hatten. Vietoris, Rockenfeller und di Resta führten diese Gruppe an und versuchten den Rückstand klein genug zu halten, um beim Stopp von Green vorbeiziehen zu können. Der pokerte und antwortete auf die Reifenfrage seines Ingenieurs: „Slicks! Option-Slicks!“ Das Risiko aber war zu groß. Gegen die Fahrer mit viel Profil hatte er keine Chance und beendete das Rennen nach einem Ritt ins Kiesbett auf Rang 18. Vietoris dagegen machte den völlig unerwarteten Sieg für die eigentlich so unterlegenen Mercedes perfekt.

dpa

auch interessant

Meistgelesen

„Müssen ihnen weh tun“: Handballer wollen Revanche im Achtelfinale
„Müssen ihnen weh tun“: Handballer wollen Revanche im Achtelfinale
Schumi: Seine Abwesenheit hat unerfreuliche Konsequenzen
Schumi: Seine Abwesenheit hat unerfreuliche Konsequenzen
So sieht der Spielplan der Handball-WM in Frankreich aus
So sieht der Spielplan der Handball-WM in Frankreich aus
Handball-WM 2017: So endete Deutschland gegen Kroatien
Handball-WM 2017: So endete Deutschland gegen Kroatien

Kommentare