Fünf-Tonnen-Ungetüm für Klitschko und Peter

Münchner baut schwersten Ring der Welt

Vitali Klitschko (l) und Samuel Peter
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Vitali Klitschko (l) und Samuel Peter

Willkommen zum SCHWERSTgewichts-Fight. Am Samstagabend kämpft „Dr. Eisenfaust“ Witali Klitschko (112 Kilogramm) gegen WBC-Weltmeister „The Nigerian Nightmare“ (der nigerianische Albtraum) Samuel Peter (117 Kilogramm) um die WM.

Und er tut es im schwersten Ring der Welt! Exklusiv für die Klitschkos hat der Münchner Spezialist Roland Suttner ein Fünf-Tonnen-Ungetüm gebaut. Extra-stabiler Unterbau, spezielle Oberflächen und Bespannung: Da kann Witali (oder auch gern mal Wladimir) kräftig zuschlagen, ohne dass der Ring ins Wanken kommt. Suttner erklärt der tz: „Der Stahl-Unterbau ist sehr anspruchsvoll und soll Schwingungen verhindern.“ Da drauf kommen dann Holzbretter. Suttner: „Bei diesem Ring sind sie 2,5 Zentimeter dick – normal sind 1,2 bis 1,8 Zentimeter…“ An diesem Holz und am Stahl liegt das hohe Gewicht. Fünf Tonnen – anstatt der üblichen zwei Tonnen.

Der Klitschko-Ring ist eine absolute Sonderanfertigung, ein Einzelstück. Suttner verrät: „Ich habe den Klitschkos versprochen: So lang sie aktiv sind, boxt da niemand anders drin. Das ist wie ein Bett. Sie würden ja auch nicht wollen, dass jemand in Ihrem Bett schläft, wenn Sie’s mal grade nicht brauchen.“

Anders als üblich wird dieser super-schwere Ring sowohl im Trainingslager als auch am Kampfabend verwendet. Für Auf- und Abbau ist eine eingespielte Mannschaft zuständig. Rund zehn bis zwölf Stunden kräftig hinlangen, dann steht das Teil. Unten kann man Rollen ausfahren, damit die Fernseh-Beleuchter den Ring nach Wunsch in der Halle verschieben können.

Und obendrauf ist nur das Beste gut genug. Die Plane, auf der Witali und Peter tänzeln werden, ist aus besonders fein gewebtem Segeltuch. Zwei- bis dreimal so teuer wie das, was andere verwenden, dafür besonders widerstandsfähig. Die Seile, die um den Ring laufen, sind ganz klassisch aus Hanf. Spezialspanner halten sie straff. Diese Teile gibt’s nicht mehr im Handel, Suttner hat in seiner Box-Schatzkammer einen privaten Vorrat.

Alles in allem kommt dieser Ring auf einen Wert von fast 50 000 Euro. Gängige Modelle kosten rund 20 000 Euro.

Besonders wichtig: Der Ring ist nicht nur schwer, sondern auch groß. Das ist für die Taktik wichtig, Klitschko hat viel Platz für die Kampfgestaltung. Suttner vermutet: „Witali wird am Samstag versuchen, seine Athletik und seine große Reichweite auszunutzen. Das heißt, er streckt seinen Arm aus – und Peter verhungert an diesem ausgestreckten Arm.“ Der 37-jährige Klitschko (1400 Tage Kampfpause) erwartet gegen seinen neun Jahre jüngeren, in Las Vegas lebenden Konkurrenten eine Schlacht in dem Ring-Ungetüm: „Das wird ein Kampf zwischen zwei Schlägern. Es wird lebensgefährlich.“

Quelle: tz

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