Olympia

Nach Doppel-Aus nur noch Springreiter Deußer im Finale

Daniel Deußer
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Daniel Deußer blieb auf Killer Queen fehlerfrei.

Die Medaillen-Garanten des Reitsport-Verbandes liefern bisher. Doch nach der Dressur und der Vielseitigkeit mit zusammen dreimal Gold und einmal Silber startet das Springen - und gleich zwei Reiter enttäuschen.

Tokio - Am Tag nach dem dritten Olympia-Gold für den deutschen Pferdesport gab es einen großen Schreck. Nur einer der drei Springreiter erreichte das Finale: Daniel Deußer.

„Ich gehe mit guten Hoffnungen ins Finale“, sagte der 39-Jährige vor der Entscheidung am Mittwoch. Eine böse Überraschung erlebten hingegen André Thieme und Christian Kukuk, die Olympia-Debütanten kassierten jeweils einen Abwurf und schieden aus. „Man hat gemerkt, dass sie Neulinge sind“, sagte Bundestrainer Otto Becker. „Wir drücken jetzt Daniel die Daumen“, kündigte der Coach an.

„Das hätten wir uns natürlich schöner gewünscht“, kommentierte Equipechef Peter Hofmann: „Aber so ist es nun mal.“ Lob gab es naturgemäß für die 39 Jahre alte Nummer eins der Weltrangliste. „Daniel ist überragend geritten“, sagte Hofmann.

Rund 24 Stunden nach den beiden fehlerfreien Ritten von Julia Krajewski zum Vielseitigkeits-Gold ritt Deußer als erster Deutscher in den Parcours und zeigte mit Killer Queen eine tadellose Leistung. Der im belgischen Rijmenam lebende Hesse überwand mit der Stute sicher die 14 Hindernisse. Die Stute habe „einen tollen Eindruck hinterlassen“, sagte Deußer.

Thieme mit großen Problemen

Einen wenig überzeugenden Auftritt lieferte anschließend Thieme. Der 46-Jährige aus Plau am See zeigte schon früh im Parcours Probleme mit seiner Stute Chakaria. Am fünften Hindernis war es soweit, am Tokio-Oxer fiel die Stange - und Thieme war damit ausgeschieden. Seine Stute sei „übervorsichtig“ gewesen, sagte der Reiter. „Da habe ich nicht genug Ruhe gehabt“, gab er zu und sprach von einem „mächtig groben Fehler“. Das Aus sei „wahnsinnig enttäuschend“.

Nicht besser erging es Kukuk, dessen Pferd im Parcours äppelte. Der 31-Jährige aus Riesenbeck patzte mit Mumbai am selben Hindernis wie Thieme und schied mit vier Strafpunkten ebenfalls aus. Das sei „sehr ärgerlich“, kommentierte Kukuk. Nur Deußers Leistung am ersten Tag war viel versprechend, doch sie zählt nicht für den weiteren Wettbewerb. Am Mittwoch (12.00 Uhr) geht es für alle im Einzel-Finale bei null los.

Thieme und Kukuk scheiterten an einem Parcours, „der den Starken gerecht wird und die Schwachen nicht überfordert“, wie es der Bundestrainer ausdrückte. Gleichwohl gab es auch mehrere prominente Opfer in der Qualifikation mit dem 2012-Olympiasieger Steve Guerdat aus der Schweiz und Penelope Leprevost, die in Rio mit Frankreich Team-Gold gewonnen hatte. Auch Jessica Springsteen, Tochter des Rockmusikers, scheiterte mit Don Juan wie die anderen beiden US-Teilnehmer Kent Farrington und Laura Kraut.

Nur Zuschauer war am Dienstag Maurice Tebbel. Der 27-Jährige aus Emsbüren wurde vom Bundestrainer mit dem Hengst Don Diarado nicht für das Einzel nominiert, was der junge Reiter „nicht ganz glücklich“ fand. Tebbel, bei der WM 2018 in den USA Mitglied der Bronze-Mannschaft, will das „abhaken“ und hat dafür seinen Startplatz im Teamwettbewerb sicher, der am Freitag beginnt. dpa

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