Geisenberger im großen tz-Interview

Nat: Ich werde noch besser!

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Natalie Geisenberger aus Miesbach ist Europameisterin und Vizeweltmeisterin. Am Samstag will sie nachlegen - mit einem Top-Ergebnis beim Weltcup am Königssee.

Erst mal aufwärmen jetzt! Wir sitzen im Echostüberl am Königssee. Natalie Geisenberger, unsere bayerische Toprodlerin, hat gerade draußen in der Kälte trainiert und gönnt sich zum Ausgleich eine Tasse heiße Schokolade.

Aah, Wärme, Ruhe. Zeit für ein langes Interview. Wir wollen reden über Siege, über Druck, über den Hackl Schorsch. Und über den Heim-Weltcup hier am Königssee – der ist ja schließlich an diesem Wochenende.

Frau Geisenberger, Sie haben vor ein paar Wochen in Winterberg Ihren ersten Weltcup-Sieg geholt. Ist der wichtiger als alles andere, was Sie früher erreicht haben? Zum Beispiel wichtiger als der Titel bei der Junioren-WM?

Natalie Geisenberger:Bei den Junioren gut zu sein, ist schön – aber es bedeutet wenig. Es hat schon viele Junioren-Weltmeister gegeben. Die meisten davon sind danach gescheitert. Jetzt zu gewinnen – jetzt, wo es drauf ankommt – ist schon etwas anderes.

Bei den deutschen Rodel-Frauen ist Gewinnen an der Tagesordnung. Gehören Sie deshalb jetzt erst richtig dazu?

Geisenberger:Nein, so ist das nicht. Ich war auch schon vor diesem Sieg voll akzeptiert – da hat sich also nichts geändert.

Heiße Fotos aus dem Skilehrer(innen)-Kalender

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Das Cover der Frauen-Ausgabe ziert Melina Pohl. Die Stuttgarterin gibt den Schwaben Wedel-Unterricht. © www.skilehrerinnen.at
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Dieser Herr zeigt sich auf dem Titel des Männer-Kalenders - mit nichts als zwei Skiern bekleidet. © www.skilehrerinnen.at
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Wenn das kein gutes Jahr wird: Diese Dame läutet den Januar ein! © www.skilehrerinnen.at
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Dieser Herr heißt im Männerkalender das Jahr willkommen. © www.skilehrerinnen.at
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Du hast die Haare schön! © www.skilehrerinnen.at
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Trockenübungen in falscher Sportkleidung © www.skilehrerinnen.at
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Wenigstens hat sie keine kalten Füße. © www.skilehrerinnen.at
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Der Skilehrer für den Mai. © www.skilehrerinnen.at
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Da möchte man gerne Ski sein. © www.skilehrerinnen.at
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Mister Juli © www.skilehrerinnen.at
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Da geht die Sonne auf! © www.skilehrerinnen.at
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Schöne Aussichten © www.skilehrerinnen.at
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Was für ein Brett! © www.skilehrerinnen.at
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Knapp daneben ist auch vorbei. © www.skilehrerinnen.at
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Skifoan is des Leiwandste, wos ma si nur vorstoin kann ... © www.skilehrerinnen.at
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Was will uns der Skilehrer damit sagen? © www.skilehrerinnen.at
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Bei Mister November würde wohl jede Frau gerne eine Stunde nehmen. © www.skilehrerinnen.at
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Abfahrt! © www.skilehrerinnen.at

Sie haben nach dem Sieg gesagt, Georg Hackl habe Ihnen die entscheidenden Tipps gegeben…

Geisenberger:Ja. Er ist beim Training mitten in der Bahn gestanden. Als ich kam, ist es richtig knapp geworden – ich hab schon Angst gekriegt, dass ich ihn über den Haufen fahre. Ich dachte: Warum stellt der sich so in den Weg? Er hat mir dann erklärt, dass ich schuld sei. Wäre ich auf der Ideallinie gefahren, wäre ich zwei Meter von ihm entfernt gewesen. Dann habe ich mir die Bahn nochmal neu erarbeitet…

Hackl als Trainer… Baut das nicht Zusatz-Druck auf, weil jeder Wunderdinge erwartet?

Geisenberger:Nein. Ich kann mich ja sowieso nicht mit dem Schorsch vergleichen. Anderes Geschlecht. Andere Größe. Ich bin ungefähr doppelt so groß wie er (lacht). Ich schaue nicht auf das, was der Schorsch erreicht hat. Ich konzentriere mich auf mich und nehme die Tipps vom Experten gerne an.

Wer war der erste Gratulant in Winterberg?

Geisenberger:Das war der Norbert Loch. Der hat den Vorteil, dass er als Bundestrainer direkt am Zielauslauf steht.

Norbert Loch… Der hat schon über die zehnjährige Natalie gesagt: Das wird eine ganz Große…

Geisenberger:Ich hab halt die richtigen körperlichen Voraussetzungen. Ich bin groß, bringe dadurch ein vergleichsweise hohes Grundgewicht mit. Ich bin beweglich. Und ich kann mein Gewicht am Start beschleunigen – dank meiner guten Kraftwerte, meiner langen Arme und eines intensiven Trainings.

Sie machen eine Ausbildung bei der Polizei – wann sind Sie fertig?

Geisenberger: Eigentlich wäre ich im Herbst 2009 fertig. Aber wegen der Olympia-Vorbereitung darf ich den letzten Ausbildungsabschnitt an der Bundespolizeisportschule in Bad Endorf um ein Jahr verschieben.

Haben Sie die Olympia-Bahn von Vancouver schon ausprobiert?

Geisenberger:Ja. Geile Bahn. Brutal schnell, da muss man schon fit sein.

Viele andere haben nicht „geil“ gesagt. Stattdessen: „Um Gottes willen, ist das gefährlich…“

Geisenberger:Ja, es ist schon was passiert. Es hat Stürze gegeben, es ist eine schwierige Bahn. Da kann man nicht einfach so runtergurken. Aber ich mag das. Ich schätze, bei Olympia werden wir ungefähr auf Tempo 145 oder 150 kommen.

Keine Angst?

Geisenberger:Nein. Angst wäre fehl am Platz. Damit kommst du beim Rodeln grundsätzlich nicht weit – und in Vancouver schon gar nicht.

Haben Sie ein konkretes Olympia-Ziel?

Geisenberger:Nein. Klar ist, dass „Dabeisein ist alles“ nicht stimmt. Der Leistungsanspruch im deutschen Team ist wesentlich höher. Aber ich mache mir selber nicht den Druck, jetzt eine konkrete Zahl zu sagen. Die Medien würden das dann 1:1 übernehmen. Und ich würde als Verliererin gelten, nur weil ich beispielsweise mit einer Bronze- statt mit einer Silbermedaille nach Hause komme.

Gilt für die aktuelle Weltcup-Saison das Gleiche? Gibt’s da auch keine konkrete Vorgabe?

Geisenberger:Doch, die gibt’s. Ich möchte mindestens Zweite im Gesamtweltcup werden.

Der nächste Weltcup-Lauf ist jetzt hier am Königssee. Ein Heimspiel…

Geisenberger:Ich schätze mal, dass die beste Nicht-Deutsche vier, fünf Zehntel Rückstand haben wird. Ich kann mich da natürlich auch verschätzen. Aber normalerweise kommen wir auf den Bahnen, auf denen wir viel trainieren, schon gut zurecht. Und Königssee ist so eine Bahn…

Wäre nicht ein bisschen mehr Spannung gut?

Geisenberger:Spannung ist mir schon recht – solang es gut für uns ausgeht.

Und Natalie Geisenberger persönlich? Was sagt Ihnen Ihr Gefühl? Bei wie viel Prozent Ihres Leistungsvermögens sind Sie jetzt?

Geisenberger:Auf jeden Fall kann ich mich noch verbessern. Ich bin jetzt 20 Jahre alt. Ich bin zwar ausgewachsen, aber die Kraftwerte werden sich noch steigern. Und die Erfahrung wird auch mehr.

Schlecht für Ihre Katze…

Geisenberger:Stimmt. Jacky vermisst mich immer sehr, wenn ich unterwegs bin. Sie merkt das schon vorher, legt sich in den Koffer oder in die Reisetasche rein und schläft da. Ich muss immer aufpassen, dass ich sie nicht aus Versehen mitnehme…

Interview: Uli Heichele

Quelle: tz

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