Neuer Rad-Skandal: Auch Kohl gedopt!

Jetzt ist klar, warum Bernhard Kohl so schnell war: Er war gedopt
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Jetzt ist klar, warum Bernhard Kohl so schnell war: Er war gedopt

Wien - Alle dachten, der Tiefpunkt im Radsport sei längst erreicht. Seit gestern ist klar: Es geht noch tiefer!

Und wieder ist das deutsche Team Gerolsteiner betroffen: Eine Woche nach Stefan Schumacher hat es auch dessen Teamkollegen Bernhard Kohl aus Österreich erwischt. Bei den durch die französische Antidoping-Agentur nachträglich durchgeführten Bluttests der Tour de France ist auch der Gesamtdritte in die EPO-Falle getappt. Das bestätigte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer und kündigte zugleich seinen Rückzug aus dem Radsport an.

Neuer Rad-Skandal: Auch Kohl gedopt!„Bernhard Kohl hat mich angerufen, er hat von der NADA einen Brief bekommen“, sagte Holczer und fügte hinzu: „Ich bin unendlich traurig. Das zeigt die ganze Macht- und Hilflosigkeit. Für mich ist es an der Zeit, mich zu verabschieden. Ich kapituliere vor dieser kriminellen Energie“, sagte Holczer. Der Gerolsteiner-Chef gibt auf!

Kohl, bei dem ebenfalls das EPO-Präparat CERA gefunden wurde, war einer der Shooting-Stars bei der Tour 2008. Aus dem Nichts fuhr er auf den dritten Gesamtrang und ließ mit seinen Kletterqualitäten schon im Sommer Zweifel aufkommen. Für das kommende Jahr hat er bereits einen Vertrag beim Rennstall Silence-Lotto unterschrieben. Falls der positive Befund bestätigt würde, sei dieser Vertrag aber natürlich hinfällig, erklärte Silence-Lotto-Teamchef Geert Coemann.

Kohl selbst wollte zu den Vorwürfen nichts sagen, sein Manager Stefan Matschiner erklärte: „Ich kann das noch nicht bestätigen. Bernhard hat ein Kuvert bekommen, der Inhalt war französisch. Das müssen wir erst übersetzen.“ Sollte es sich um die Benachrichtigung über eine positive Probe handeln, werde man wegen des laufenden Verfahrens bis zur möglichen Öffnung einer B-Probe keine Stellungnahme abgeben, sagte Matschiner. Holczer will gegen Kohl ebenso eine Schadensersatzklage anstrengen wie gegen Schumacher. Holczer: „Ich werde zu 100 Prozent den selben Weg gehen.“ Das neue Testverfahren war erst im September auf den Markt gekommen – mit durchschlagendem Erfolg.

Unterdessen hat der des Dopings verdächtigte siebenmalige Tour-Sieger Lance Armstrong (37) seine Teilnahme am Giro 2009 angekündigt. Armstrong: „Ich werde nach Italien fahren, um zu gewinnen.“ Ex-Radstar Jan Ullrich sagte wegen dieses Anspruchs bereits Streit in Armstrongs Astana-Team voraus. „Ich kann mir vorstellen, dass es teamintern zu Komplikationen kommen könnte“, sagte Ullrich. Der Grund: Neben Armstrong und Contador stehen mit Leipheimer und Andreas Klöden zwei weitere Leader unter Vertrag. Ullrich: „Die müssen das intern ausknobeln, sonst gibt es Streit.“

Quelle: tz

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