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Verbleib oder Abschiebung? Australien-Entscheidung um Djokovic gefallen

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Von: Tom Offinger, Alexander Kaindl

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Der Krimi um Novak Djokovic geht weiter. Noch immer kämpft der Tennis-Star um die Teilnahme an den Australian Open. Jetzt gibt es neue Entwicklungen. Alle Infos im News-Ticker.

07.29 Uhr: Die Entscheidung ist gefallen! Novak Djokovic darf in Australien bleiben. Richter Anthony Kelly verkündete, dass die Zurückziehung seiner Aufenthaltsgenehmigung nicht rechtens war. Der 34-Jährige wird unmittelbar nach der Anhörung aus der Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige freigelassen.

Der Erfolg garantiert aber nicht, dass Djokovic als Titelverteidiger sicher an den Australian Open ab dem 17. Januar teilnehmen kann. Die australische Regierung kündigte bereits an, eine erneute Aufhebung von Djokovics Visum prüfen zu wollen.

Djokovics Anwälte hatten sich in ihrer Berufung darauf gestützt, dass ihrem Mandanten eine Ausnahmegenehmigung von zwei unabhängigen medizinischen Gremien genehmigt worden war. Der laut Gerichtsakten ungeimpfte Djokovic sei am 16. Dezember positiv auf das Coronavirus getestet worden und habe „absolut alles getan“, was er für die Einreise nach Australien für erforderlich hielt.

07.13 Uhr: Die drohende Abschiebung von Novak Djokovic wurde um einige Stunden aufgeschoben. Wenige Minuten vor Ablauf eines früheren Gerichtsbeschlusses erhielt der Tennis-Star von Richter Anthony Kelly einen Aufschub bis Montag um 20 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MEZ).

Update vom 10. Januar, 06.06 Uhr: Tennis-Star Novak Djokovic hat vor Gericht in Melbourne im ersten Teil seiner Anhörung einen kleinen Funken Hoffnung im Kampf gegen die drohende Abschiebung erhalten. „Was mehr hätte dieser Mann noch tun können?“ - diese Frage stellte Richter Anthony Kelly in den Raum. Djokovic durfte für die Anhörung die Unterkunft für Ausreisepflichtige verlassen und das Geschehen an einem Ort der Wahl seiner Rechtsberater verfolgen.

Die Anwälte des laut Gerichtsakten ungeimpften Djokovic betonten, der Tennisstar habe „absolut alles getan“, was er für die Einreise nach Australien für erforderlich hielt. Dies gehe aus den Protokollen und Aufzeichnungen der Interaktionen ihres Mandanten mit den australischen Grenzschutzbehörden hervor.

Kelly gab an, dass Djokovic Beweise für eine medizinische Ausnahmegenehmigung von einem „Professor und einem äußerst qualifizierten Arzt“ vorgelegt habe. Auch ein von der Regierung Victorias unabhängiges Expertengremium habe ihn bestätigt. Das Verfahren verzögerte sich immer wieder, da das Online-System zur Live-Übertragung des Gerichts aufgrund des weltweiten Interesses zusammenbrach.

Australien-Chaos um Djokovic: Neue Entwicklungen im Tennis-Krimi

Update vom 9. Januar, 07.52 Uhr: Einen Tag vor dem erwarteten Gerichtsentscheid zur möglichen Abschiebung von Tennis-Star Novak Djokovic hat der mit dem Fall befasste Richter einen Antrag der Regierung zur Vertagung abgelehnt. Richter Anthony Kelly erklärte am Sonntag, dass das Verfahren wie geplant am Montag um 10.00 Uhr (00.00 MEZ) fortgesetzt werde. Vor dem Abschiebehotel des Sportlers versammelten sich erneut einige Demonstranten, um gegen das Festhalten von Menschen in der Einrichtung zu protestieren.

Die Regierung wollte die Verhandlung auf Mittwoch verschieben. Dies lehnte der Richter ab. Der Weltranglistenerste Djokovic, der seinen Impfstatus nicht öffentlich macht und sich wiederholt kritisch über Corona-Impfungen geäußert hatte, war am Mittwochabend in Melbourne gelandet, nachdem er nach eigenen Angaben eine medizinische Ausnahmegenehmigung von den Veranstaltern der Australian Open für eine Einreise erhalten hatte. Die australischen Grenzbeamten erkannten dies jedoch nicht an.

Seitdem sitzt der 34-Jährige in einem Abschiebehotel in Melbourne fest. Seine Anwälte kämpfen um seine Teilnahme an den Australian Open, die am 17. Januar beginnen. Laut den australischen Behörden wurde Djokovics Visum für das Land wegen fehlender Impfnachweise annulliert. Nun befasst sich ein Gericht mit der möglichen Abschiebung. Djokovics Anwälte wollen eine Rücknahme der Annullierung erreichen.

Djokovic schon im Dezember mit Corona infiziert?

Update vom 8. Januar, 9.14 Uhr: In der Einreise-Affäre um Grand-Slam-Rekordgewinner Novak Djokovic bahnt sich möglicherweise eine Wende an. Die Anwälte des Weltranglistenersten erklärten am Samstag in einer gerichtlichen Anhörung, ihr Mandant sei im Dezember mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Der positive PCR-Test datiere vom 16. Dezember, das sei die Grundlage für die medizinische Ausnahmegenehmigung.

Zuvor hatte sich der australische Tennisverband als unschuldig an der Affäre bezeichnet. In einem internen Video, das der Zeitung Sunday Herald Sun zugespielt wurde, rühmte der Chef von Tennis Australia, Craig Tiley, die „unglaubliche Arbeit“ seines Teams bei der Behandlung der Angelegenheit.

Der 34-jährige Serbe Djokovic, ein Impfskeptiker, prahlte vor seinem Abflug nach Melbourne in den Sozialen Medien damit, dass ihm eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden sei, was nach allgemeiner Auffassung darauf zurückzuführen ist, dass er kürzlich mit dem Virus infiziert wurde.

Djokovic steckt seit seiner Landung am Mittwoch aber in einem Quarantäne-Hotel fest, die australischen Behörden verweigern ihm wegen offenbar fehlerhafter Dokumente die Einreise. Am Samstag forderte er über seine Anwälte die Entlassung aus dem Komplex. Djokovic will bei den Australian Open (ab 17. Januar) zu seiner Titelverteidigung antreten, am Montag soll ein Gericht den Fall entscheiden.

Djokovic meldet sich aus Australien

Update vom 7. Januar, 15.20 Uhr: Erstmals nach dem Ärger um seine Einreise nach Australien hat sich Djokovic nun auch zu Wort gemeldet. In einer Story auf Instagram bedankte sich der Weltranglisten-Erste bei den Menschen rund um die Welt für die ununterbrochene Unterstützung. „Ich kann das fühlen und schätze es sehr“, schrieb der 34-Jährige. Weitere Informationen zu seiner Situation in dem Hotel in Melbourne oder Details zu seinem entzogenen Visum gab er nicht bekannt.

Einreise-Drama um Novak Djokovic: Frau Jelena äußert sich

Update vom 7. Januar, 14.00 Uhr: Die aktuellen Diskussionen um die Einreise des Tennis-Stars beschäftigen auch dessen Familie. Djokovics Frau Jelena äußerte sich auf Instagram zu der Situation und richtete zum orthodoxen Weihnachtsfest Grüße an die Fans ihres Mannes: „Ich wünsche mir, dass alle gesund, glücklich, sicher und mit ihren Familien zusammen sind“, schrieb die 35-Jährige. „Wir würden uns alle wünschen, dass wir heute zusammen wären, aber ich tröste mich damit, dass wir alle gesund sind. Und wir werden an dieser Erfahrung wachsen.“

„Danke auch an euch alle, die weltweit ihre Stimme einsetzen, um meinem Mann Unterstützung zu senden“, so Djokovic weiter. Auch Jelena Djokovic ist nicht gänzlich unbefleckt: Im Frühjahr 2020 teilte sie ein Video, das einen Zusammenhang zwischen der 5G-Technologie und der Entstehung der Corona-Pandemie erläutert. Jelena und Novak Djokovic sind seit 2014 verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder.

Update vom 7. Januar, 11.50 Uhr: Novak Djokovic muss für seine Einreise-Pläne weiter harte Kritik einstecken. Die führende kroatische Tageszeitung Jutarnji List geht mit dem Serben hart ins Gericht: „Zwölf lange Monate hatte der größte Tennisspieler der Geschichte Zeit, um den schrecklichen Tatsachen ins Auge zu sehen. (...) Doch er ignorierte alles.“ Generell sei das gesamte Auftreten des Weltranglistenersten von Arroganz gezeichnet, befindet die Zeitung.

„Er machte sich in bester Tradition balkanischer Idiotie selbst zum Narren, weil er dachte, dass die australischen Behörden, die nicht zögerten, Hunderte Millionen Bürger (wegen der Pandemie) mehrfach einzusperren, seinetwegen großzügig die Tür aufhalten würden. Schließlich blieb er wütend und frustriert auf der falschen Seite des Ankunftsschalters zurück. (...) Diesen Tritt ins Gesäß hat sich Novak Djokovic ehrlich verdient“, hieß es in dem Bericht.

Erstmeldung vom 7. Januar, 10.15 Uhr: Das Theater um den Weltranglistenersten Novak Djokovic zieht immer weitere Kreise. Nachdem gestern sein Konkurrent Rafael Nadal deutlich Stellung zu dem Thema bezog, schaltet sich nun auch Boris Becker in die Debatte mit ein.

Boris Becker über Novak Djokovic: „Er macht einen großen Fehler“

„Ich glaube, er macht einen großen Fehler, sich nicht impfen zu lassen“, schrieb der ehemalige Trainer des Serben in einem Gastbeitrag der Daily Mail. Djokovics Entscheidung könne seine restliche Karriere und sein Vermächtnis als einer der größten Spieler aller Zeiten schädigen, argumentierte der deutsche Tennis-Star. „Ich hatte bisher nicht die Möglichkeit, mit Novak zu sprechen, aber ich würde ihm dringend raten, sich impfen zu lassen.“

„Es geht nicht nur um Australien“, führte Becker weiter aus. „Wir leben in einer anderen Welt und er wird bemerken, dass es sehr schwer ist ohne die Impfung ein Leben als professioneller Tennis-Spieler zu führen und um die Welt zu reisen.“ Selbst wenn er in Australien bleiben dürfe, habe er wohl die schlechteste Vorbereitung auf einen Grand Slam überhaupt hinter sich, so Becker. „Eine lange Reise und dann wird er noch isoliert ohne Trainingsmöglichkeit - das macht es für jeden feingetunten Athleten schwierig.“

Novak Djokovic: Turbulente Einreise nach Australien

Die Einreise nach Australien steht aktuell nur geimpften und genesenen Menschen zur Verfügung. Djokovic, der sich bisher öffentlich nicht zu seinem Impfstatus äußern wollte, hatte eine medizinische Ausnahmeregelung und ein entsprechendes Visum beantragt, um dennoch am ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne teilzunehmen. Die Meldung sorgte am 5. Januar für einen weltweiten Aufschrei und brachte Australiens Regierung viel Kritik ein.

Am Abend des 5. Januar berichteten erste Medien davon, dass Djokovic die Einreise verweigert wurde und er am Flughafen Melbourne festsitze. „Regeln sind Regeln, besonders, was unsere Grenzen angeht“, schrieb Australiens Ministerpräsident Scott Morrison am Donnerstagmorgen australischer Zeit bei Twitter. Wenig später bestätigte Gesundheitsminister Greg Hunt die Ungültigkeit des Visums.

Gestern wurde bekannt, dass der serbische Star rechtlich gegen die Entscheidung Australien vorgehen will. Im Heimatland des Weltranglistenersten ist die Entrüstung groß, der serbische Präsident Aleksandar Vucic versicherte, man werde „alle Maßnahmen ergreifen, damit die Misshandlung des besten Tennisspielers der Welt so schnell wie möglich aufhört“. Auch DJokovics Vater fand auftragende Worte und verglich seinen Sohn gar mit Jesus Christus.

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