tz-Interview

Djokovic: "Becker ist ein echter Freund…"

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Novak Djokovic (links) mit Trainer Boris Becker.

München - Wimbledon-Favorit Novak Djokovic spricht im tz-Interview über seinen Coach Boris Becker, Wimbledon & Kinder.

Er ist elegant, routiniert und clever, nicht nur auf dem Platz. In feinem Zwirn enthüllte Novak Djokovic wenige Tage vor Wimbledon in London als Markenbotschafter von Peugeot die nagelneue Limousine seines Sponsors, den 508. Der in Monte Carlo lebende Serbe spricht fünf Sprachen. Mit der tz sprach er in nahezu perfektem Deutsch über seinen dreijährigen Sponsorenvertrag mit dem Autohersteller, seinen Coach Boris Becker und seine privaten Veränderungen.

Novak, für Sie stehen jede Menge Highlights an: erst Wimbledon, drei Tage nach dem Finaltag die Hochzeit mit Ihrer Freundin Jelena Ristic und dann kommt auch noch Nachwuchs…

Djokovic (lacht): Ja, jetzt bin ich im Terminstress und habe hoffentlich nur freudige Ereignisse. Nach Wimbledon heiraten wir und Ende Oktober erwarten wir unser Baby. Dann brauchen wir schnell ein größeres Auto, wo mehr Gepäck reingeht: für Babysitz, Kinderwagen und meine Tennissachen. Da wäre der neue 508 von Peugeot ideal, der im Oktober rauskommt.

Woher stammt Ihr Faible für schnelle Autos?

Djokovic: Von meinem Vater. Der hat mich im Alter von 13, 14 Jahren erstmals ans Steuer unseres alten Jugo gelassen. Vater saß natürlich daneben.

In Wimbledon sind Sie erstmals mit Boris Becker am Start. Erhoffen Sie sich in Boris’ „Wohnzimmer“ einen besonderen Schub?

Djokovic: Wimbledon ist etwas ganz Besonderes und eine große Herausforderung. Da bin ich froh, dass ich Boris an meiner Seite habe, denn kaum einer weiß besser, wie man hier bestehen kann.

Sie arbeiten seit etwa einem halben Jahr zusammen. Ziehen Sie mal ein Resümee.

Djokovic: Richtig eng und regelmäßig arbeiten wir eigentlich erst seit zwei Monaten zusammen, seitdem Boris beim Training und meinen Spielen dabei ist. Davor haben wir meist nur telefoniert und ich habe Ratschläge von ihm bekommen. Ich habe aber bisher schon viel von ihm gelernt – nicht nur spieltechnisch, sondern vor allem im mentalen Bereich. Da war Boris gerade in Wimbledon stark.

Woran müssen Sie laut Boris vor allem noch arbeiten?

Djokovic: Im mentalen Bereich. Wenn es einmal nicht so gut für mich läuft, muss ich kämpfen, wie früher Boris, um ins Spiel zurückzukommen.

Djokovic: Ich spreche Deutsch mit Boris

In welcher Sprache unterhalten Sie sich mit Boris?

Djokovic: Auf Deutsch – schließlich habe ich seit 1999 vier Jahre in der Nähe von München gewohnt und bin in Oberschleißheim bei Niki Pilic auf die Tennisakademie gegangen. Wenn ich länger mit Boris rede, kommen auch viele deutsche Wörter und Begriffe zurück. Es war eine harte, aber schöne Zeit für mich damals.

Gibt es etwas, das Sie an Becker überrascht hat?

Djokovic: Ja, sein Charakter, seine Gradlinigkeit und Freundlichkeit. Er ist überhaupt nicht überheblich und arrogant. Mittlerweile ist er ein echter Freund.

Wer spielt denn den besseren Volley: Sie oder Boris?

Djokovic (lacht): Immer noch Boris. Der spielt ja auch schon länger Tennis.

Welche Chance rechnen Sie sich in Wimbledon aus? Sie sind als Nummer eins gesetzt.

Djokovic: Das ist eine große Ehre für mich. Doch in den letzten vier Jahren gab es hier vier verschiedene Sieger. Und der Grand-Slam bringt immer wieder neue Namen raus. Ich habe im letzten Jahr sehr gute Resultate erzielt. Physisch und psychisch fühle ich mich im Moment sehr gut. Ich bin sehr motiviert und mag das schnelle Spiel auf Gras. Hier braucht man eine schnelle Reaktion und man muss mental sehr stark sein. Und da bin ich froh, dass Boris hier an meiner Seite ist.

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