Die Basketballer starten in die Quali für die Sommerspiele

Nowitzki: Mein Traum von Olympia

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Dirk Nowitzki.

Herr Nowitzki, Sie dürfen jetzt mal die Augen zumachen und ein bisschen träumen. Was sehen Sie? Der bayerische Basketball-Riese muss nicht lang überlegen.

„Zwei große Träume von mir sind der NBA-Titel und eine Olympia-Teilnahme“, sagt er der tz. Was die NBA betrifft, ist noch ein bisschen Warten angesagt, die neue Saison in den USA beginnt im Oktober. Da ist Olympia schon greifbarer: Nach dem Testspiel am Freitag gegen Kanada (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) düst die deutsche Nationalmannschaft am Samstag nach Athen. Dort werden ab Montag die Olympia-Tickets ausgespielt, die Spiele beginnen dann am 8. August.

Und Nowitzki (30) hat sich schon vorher beim Einzel-Training daheim in Würzburg geschunden, damit er auch wirklich topfit ist. Bundestrainer Dirk Bauermann lobt: „Dirk ist super. Er will es unbedingt wissen und ist noch konzentrierter als in den vergangenen Jahren.“ Nix da mit Urlaub. Nowitzki erzählt: „Ich habe zweimal pro Tag trainiert. Je eine Einheit in der Halle mit meinem Individualtrainer Holger Geschwindner und eine Cardio-Einheit.“

Und natürlich: Disziplin in Sachen Ernährung. Kein Limo (zu süß). Kein Bier (auch nicht in Bayern). „Während der Saison und in der Vorbereitung trinke ich kaum Alkohol.“ Stattdessen Wasser pur und spezielle Sportgetränke – damit er nachher die Gegner richtig nass machen kann…

Muss er ja auch. Denn: Beim Quali-Turnier in Athen (siehen nebenstehender Text) kriegen nur drei von zwölf Teams Olympia-Tickets. Also ist Vollgas angesagt! Und wenn’s wirklich klappt? Was ist dann drin? Vielleicht sogar Gold? Nowitzki sagt der tz: „Ein Sieg bei Olympia wäre mir nicht so wichtig, es geht gar nicht so sehr um die Goldmedaille. Hauptsache, einmal dabei sein. Natürlich wäre ein gutes Abschneiden bei Olympia ein schöner Erfolg, aber viel wichtiger ist es zunächst, die große Hürde der Qualifikation zu nehmen.“

Obwohl er bisher noch nie bei Olympia war, hat Nowitzki schon ein ziemlich genaues Bild von den Sommerspielen im Kopf: „Der Kontakt zu Spitzensportlern aus anderen Sportarten macht den Reiz von Olympia aus. Ich stelle mir eine große Kameradschaft im Olympischen Dorf vor.“

Das heißt auch: Nowitzki würde in Peking zu vielen Wettbewerben in anderen Disziplinen gehen und dort seine Landsleute anfeuern. Denn auf alle Fälle ist für ihn klar: Olympia ist Sport – und nicht Politik. Deshalb sagt er zum Thema Tibetpolitik: „Ich denke, der Konflikt sollte nicht auf dem Rücken der Sportler ausgetragen werden. Schon bei der Vergabe der Olympischen Spiele nach China hätte man um das Konfliktpotenzial wissen können. Jetzt kann man nicht von den Sportlern verlangen, alles in Ordnung zu bringen, was die Politik schon seit Jahren vergeblich versucht.“

Man merkt es: Dirk Nowitzki hat sich gedanklich schon sehr viel beschäftigt mit dem Thema Olympia. Was alles in seinem Koffer für Peking wäre, kann er jetzt trotzdem noch nicht genau sagen. Nur ein Gepäckstück steht schon fest: „mein Fotoapparat.“ Vielleicht kann er damit am Ende dann ja doch etwas mehr als Sehenswürdigkeiten fotografieren: eine Medaille zum Beispiel…

Uli Heichele

Quelle: tz

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