Zukunft wohl im Turnen

Hambüchen: Reck als Gold-Geschenk

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Machte die beste Figur am Reck: Fabian Hambüchen beendet seine Karriere als Olympiasieger.

Rio de Janeiro - Für Fabian Hambüchen zahlt sich seine Goldmedaille gleich doppelt aus. Der Turn-Star bekommt seine Reck vom Finale geschenkt und macht sich Gedanken über die Zukunft.

Nach seinem Goldwettkampf, als fast niemand mehr in der Halle war, schlenderte Fabian Hambüchen mit einem kanadischen Turnkollegen zurück an den Ort seines größten Erfolgs, machte ein Foto an seiner goldenen Reckstange - und beschloss sie zu kaufen. "Ich habe zu meinem Kumpel gesagt: Das Ding kommt nach Hause, ich wäre blöd, wenn ich das hier stehen lasse", erzählt er. Das Reck soll in seiner Trainingshalle in Wetzlar stehen, auch als Motivation für die Jugend. 

Hambüchen (M.) feiert beim BR.

Über den Transport habe er sich noch keine Gedanken gemacht, das Reck selbst kostet etwa 5000 Euro, so der 28-Jährige. Das liegt im Rahmen, doch darüber muss sich Hambüchen keine Gedanken machen, das verriet Jürgen Garziella, Manager von Spieth Gymnastics, dertz: "Es muss noch von der Geschäftsführung abgesegnet werden, aber da finden wir sicher einen Weg. Fabian muss das Reck nicht kaufen, wir unterstützen ihn seit Jahren und ich finde es toll, was er hier in Rio geleistet hat." Hambüchen bekommt das Gold-Reck geschenkt!

Hambüchen: "Ich brauche Tage und Wochen"

Das Reck ließ Hambüchen also erstmal stehen, aber mit der Medaille im Gepäck machte er sich dann flugs auf ins Deutsche Haus zur Goldparty. Für die Getränke sorgte er vorsichtshalber selbst, mit dem BR wagte er sich zu späterer Stunde noch hinter die Caipirinha-Bar. Einen "Saufabend" werde es aber nicht geben, sagte Hambüchen. "Es ist alles so unerwartet gekommen, das ist unbeschreiblich, ich brauche noch Tage und Wochen, bis ich raffe, was passiert ist."

Und was passiert in Zukunft? Sein erstes Ziel ist der Abschluss seines Sportstudiums, danach ist der Weg offen. "Ich habe mich noch nicht damit beschäftigt", sagte Hambüchen. "Generell möchte ich dem Turnen verbunden bleiben, ob als Trainer, Manager oder vielleicht auf Medienseite, werden wir sehen."

Papa Hambüchen hat Gold-Gedanken "in Schublade gepackt"

Vorstellen kann sich das auch Wolfgang Hambüchen, der seinen Sohnemann mit fünf Jahren zum Turnen brachte. 23 gemeinsame Jahre später brachte auch ihn der Olympiasieg bei der vierten Teilnahme fast aus der Fassung. "In der Tat. In den vergangenen Wochen habe ich in meinen schönsten Träumen an die Goldmedaille gedacht, den Gedanken aber gleich wieder in die Schublade gepackt, weil es so unwahrscheinlich war", gestand er der tz.

Und wie geht's weiter? Papa Hambüchen kann sich vorstellen, dass Fabian als Trainer was taugen würde: "Fabian kann super mit Kindern umgehen. Ich könnte mir das gut vorstellen, ob er das dann 25 Jahre macht, ist eine andere Sache." Aber warum nicht - vielleicht feiert Fabian ja auch irgendwann als Trainer Olympiagold…

In unserem Olympia-Ticker informieren wir Sie über alle Ereignisse in Rio de Janeiro.

Mathias Müller

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