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„Was für ein besch******r Wettkampf“: Deutscher Olympia-Favorit erhebt trotz Sieg schwere Vorwürfe

Johannes Vetter - einen ähnlichen Blick hatte er auch am 13. Juli beim Wettkampf in Gateshead, als den Belag begutachtete.
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Johannes Vetter - einen ähnlichen Blick hatte er auch am 13. Juli beim Wettkampf in Gateshead, als den Belag begutachtete.

Johannes Vetter gilt als die deutsche Olympia-Hoffnung für Tokio 2021. Doch bei einem Wettkampf war der Speewerfer stinksauer.

Gateshead - „Was für ein beschissener Wettkampf ...“, wenn so die Analyse eines Siegers anfängt, dann ist schon reichlich viel schiefgelaufen. Natürlich würde diese Beschreibung auch auf das EM-Finale 2021 passen, denn im Wembley gab es teils abartige Ausschreitungen. Doch Johannes Vetter, Olympia-Favorit 2021 im Speerwerfen, beschreibt hier seinen Wettkampf in Gateshead, England.

Der Olympionike nimmt kein Blatt vor den Mund, was ihn sympathischer macht als viele andere Sportler. Natürlich eckt er dadurch an, aber von ihm sind echte Ansagen zu erwarten. „Am 7. August ist das Finale, da will ich Gold holen“, sagte Vetter kürzlich in einem Interview mit Sky. Und die Vorbereitungen laufen gut - auch wenn er mit einem Veranstalter hart ins Gericht geht.

Olympia-Hoffnung 2021: Holt Vetter Gold? Bei Wettkampf in England war er stinksauer

85,25 Meter reichten für den Sieg im Diamond-League-Meeting. „Ich bin keiner, der Ausreden sucht, aber ich bin sehr enttäuscht über die heutigen Bedingungen und die Organisation“, führt Vetter aus und beschreibt die Probleme: „Es begann mit einem rutschigen Belag - offensichtlich interessieren die Veranstalter keine Verletzungen - gefolgt von lächerlichen Wartezeiten vor unserem letzten Versuch, um die TV-Sender zufriedenzustellen“.

Als „peinlich“ bezeichnet Vetter es, dass die Diamond League professionelle und außergewöhnliche Leistungen erwarten, aber keine „angemessene Bedingungen“ bereiten können.

Olympia 2021: In Tokio können die Umstände für Johannes Vetter nur besser werden

Auch wenn sich Vetter über den Sieg freute, hat der Speerwerfer einen Ratschlag für den Veranstalter. „Vielleicht wäre mein Preisgeld besser in einen neuen Belag investiert. Nur bei einem neuen Belag entscheide ich überhaupt, ob ich noch einmal zurückkomme oder nicht“. Auf das Meeting angesprochen von Sky antwortete Vetter: „Da kann man sich die Beine brechen. Die ersten fünf Versuche habe ich sieben Meter vor der Linie abgeworfen. Das hat gereicht, um in die Top-Drei zu kommen – zum Schluss dann alles oder nichts im Letzten.“ Vetter wurde 2017 Weltmeister, 2019 WM-Dritter - er hält den deutschen Rekord mit einer Weite von 97,76 Metern.

Hoffen wir aus deutscher Sicht, dass unsere Gold-Hoffnung in Tokio bessere Bedingungen wiederfindet - über das leere Stadion hat Vetter schon Worte über den Fußball gefunden, die sich jeder denkt. (ank) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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