Er wollte wohl in Japan untertauchen

Olympia-Teilnehmer aus Uganda verschwand tagelang - nun fand ihn die Polizei

5th April 2018 Carrara Sports Centre Gold Coast Australia
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Gewichtheber Julius Ssekitoleko bei einem Gewichtheber-Wettbewerb 2018 in Australien.

Wie seine Olympia-Delegation am Freitag bekannt gab, verschwand ein Gewichtheber aus Uganda in Japan. Nun tauchte der 20-Jährige wieder auf.

Update vom 20. Juli 17.45 Uhr: Am vergangenen Freitag sorgte ein entflohener Gewichtheber bei den Olympischen Spielen in Tokio für Wirbel. Der 20-jährige Julius Ssekitoleko aus Uganda wurde als vermisst gemeldet, nachdem er spurlos verschwand. Wie ein Sprecher der Polizei Osaka der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, wurde der Sportler ausfindig gemacht worden.

Olympia 2021: Gewichtheber wollte in Japan untertauchen - Polizei findet den Sportler

Ssekitoleko sei „ohne Verletzungen und ohne Beteiligung an einem Verbrechen“ gefunden worden. Er habe seinen Ausweis bei sich getragen und sich ausgewiesen. „Es ist nicht sicher, an wen wir den Mann schicken sollen - an das Team oder an die Botschaft“, hieß es. Am Dienstag hätte der Gewichtheber nach seiner verpassten Qualifikation in seine Heimat fliegen sollen, zum Coronatest am Freitag erschien er jedoch nicht mehr und befand sich anschließend nicht in seinem Hotelzimmer.

Im Zimmer hinterließ Ssekitoleko einen Zettel, auf dem er veranlasste, seine Habseligkeiten an seine Familie in der Heimat zu senden. Dies teilten die Beamten in der Stadt Izumisano mit, wo sich das ugandische Team vorbereitet.

Nun klinkte sich auch Ugandas Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten ein. Man arbeite nun mit der japanischen Riegerung zusammen, „um die Hintergründe aufzuklären“, meinte Henry Okello Oryem gegenüber AFP. „Als Regierung haben wir uns bereits bei der japanischen Regierung entschuldigt. Es war ein inakzeptables Verhalten und Verrat“, wird er zitiert. Daraufhin wurde vermutet, dass sich der Athlet in Japan eine Arbeit suchen möchte. Wie es mit dem 20-Jährigen nun weiter geht, steht noch nicht fest.

Olympia 2021: Athlet aus Uganda plötzlich verschwunden - sein Hotelzimmer war leer

Erstmeldung vom 16. Juli:
Tokio - Eine Woche vor dem Start der diesjährigen Olympischen Spiele in Tokio* sorgt ein Athlet bereits für Schlagzeilen. Allerdings nicht aus sportlichen Gründen. Nach der verpassten Qualifikation für die Sommerspiele verschwand ein Gewichtheber* aus Uganda, nun suchen ihn die japanischen Behörden.

Olympia 2021: Teilnehmer muss nach verpasster Quali nach Hause - und taucht offenbar in Japan unter

Der 20-jährige Gewichtheber Julius Ssekitoleko schaffte es offenbar nicht, sich für die Wettbewerbe bei Olympia* zu qualifizieren. Anschließend sollte er planmäßig am kommenden Dienstag zurück in seine Heimat fliegen, doch der Sportler gilt seit Freitag als vermisst. Das bestätigte die Chefin der Delegation aus Uganda, Beatrice Ayikoruv gegenüber den japanischen Medien.

Das Team aus dem ostafrikanischen Binnenland machte bereits kürzlich aufgrund zweier positiv auf das Coronavirus* getesteter Sportler auf sich aufmerksam. Bereits im vergangenen Monat sind die Teilnehmer aus Uganda in Japan angekommen, das Training nahm die Mannschaft angesichts der Corona-Infektionen jedoch erst in der vergangenen Woche auf.

Olympia 2021: Gewichtheber drohen Konsequenzen - „Verweisen ihn aus dem Sport“

Auch der Präsident des ugandischen Gewichtheber-Verbands Salim Musoke meldete sich bezüglich des verschwundenen Ssekitoleko zu Wort. Er zeigte sich gegenüber der New York Times enttäuscht über das Verhalten seines Schützlings. „Wenn Athleten verschwinden, ist das nicht gut für das Land“, so Musoke. „Ich bete, dass sie den Jungen bekommen“, meinte er weiter, sprach jedoch auch eine eindeutige Drohung gegen den Verschollenen aus: „Die japanische Regierung sollte diesen Jungen holen, und dann verweisen wir ihn aus dem Sport“.

Olympia 2021: Ugandischer Gewichtheber vermisst - kurz vor Corona-Test war sein Hotelzimmer leer

Nun läuft die Suche nach dem jungen Mann, die ugandische Olympia-Vertretung kündigte eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden an. Zuletzt habe sich der Gewichtheber mit seinem Team im Rahmen eines Trainingslagers in der Stadt Izumisano aufgehalten. Wie ein Sprecher der Stadt von der New York Times zitiert wird, sei das Hotelzimmer des Sportlers von einem Offiziellen der ugandischen Delegation leer aufgefunden worden. Ssekitoleko hätte sich am Freitagabend einem Corona-Test unterziehen müssen.

Während der olympischen Spiele versuchen die Organisatoren, die Teilnehmer in sogenannte „Blasen“ zu isolieren, die Athleten sind zudem an strenge Vorschriften gebunden. Angesichts des massiven Anstiegs an Corona-Fällen rief Japan für die Präfektur Tokio den Ausnahmezustand aus. Das Großereignis muss darum erstmals in der Geschichte gänzlich ohne Zuschauer auskommen. (ajr)




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