Saubere Leistung?

Skandal bei Olympia: 100-Meter-Sieger belustigt über suspendierten Konkurrenten - er ist selbst verdächtig

Zu sehen ist der Olympiasieger von Tokio im 100-Meter-Lauf, der Italiener Lamont Marcell Jacobs, der amüsiert drein schaut.
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Hat noch gut lachen: 100-Meter-Olympiagewinner Lamont Marcell Jacobs amüsiert sich über einen Doping-Fall im britischen Sprinter-Team. Doch bestehen auch Zweifel, ob die Leistungen des Italieners zu 100 Prozent sauber waren.

Skandal bei den Olympischen Spielen in Tokio? Ein britischer Sprinter wurde suspendiert - der 100-Meter-Sieger zeigt sich amüsiert. Die Hintergründe.

London/Tokio – Die Olympischen Spiele in Tokio sind vorüber, Geschichten produziert das Sport-Event aber weiterhin. Mitunter sind diese auch negativer Natur. Konkret sind hiermit die britischen Sprinter gemeint, die sich olympisches Silber sichern konnten. Einer aus diesem Quartett, Chijindu Ujah, wird nun des Dopings verdächtigt. Das amüsiert den Doppel-Olympiasieger Lamont Marcell Jacobs – obwohl der Italiner möglicherweise selbst keine weiße Weste aufweisen kann.

Wegen mutmaßlichen Dopings bei den Olympischen Spiele ist Chijindu Ujah bereits suspendiert worden. Dies teilt die Athletics Integrity Unit (AIU) des Weltverbandes Word Athletics mit. Beim Sprinter sollen laut AIU „das Vorhandensein/die Verwendung der verbotenen Substanzen Ostarin und S-23“ festgestellt worden sein. Wie n-tv berichtet, werden diese Substanzen häufig zum Muskelaufbau verwendet.

Olympia 2021: Skandal bei britischen Sprintern, auch Olympiasieger Lamont Marcell Jacobs unter der Lupe

Sollte der Fall offiziell bestätigt werden, müssen die britischen Sprinter ihre Silbermedaille wieder abgeben. Beim Wettlauf in Tokio mussten sich die Briten dem italienischen Team geschlagen geben – das ebenfalls nicht frei von Zweifeln ist. Des Dopings wird nämlich 100-Meter-Sieger Lamont Marcell Jacobs verdächtigt, der Usain Bolt als Sprintkönig abgelöst hatte.

Ein Bericht der „Times“ lässt an Jacobs‘ Leistungen zweifeln. Der Sprinter habe sich im März von seinem Ernährungsberater trennen müssen, weil gegen diesen in Italien wegen des betrügerischen illegalen Handels mit Steroiden ermittelt wird. Profi-Bodybuilder und Fitnesstrainer Giacomo Spazzini hatte die Zusammenarbeit nach dem Olympiasieg von Jacobs als Schlüssel zum Erfolg gesehen.

Doch laufen auch gegen jenen Spazzini Ermittlungen vonseiten der Behörden in Mailand. Er soll einer Gruppe angehören, die mit gefälschten Rezepten großen Handel mit leistungssteigernden Präparaten betreiben soll. Offiziell hätte Lamont Marcell Jacobs die Zusammenarbeit mit Spazzini jedoch bereits beendet, als er von den Ermittlungen erfahren habe. Das berichtet Jacobs‘ Manager Marcello Magnani.

Olympiasieger Lamont Marcell Jacobs nimmt Doping-Verdacht gelassen hin – Experte zweifelt seine Leistung an

Gegenüber dem italienischen Sender Rai1 merkt Jacobs süffisant an, dass es mit der Times natürlich ausgerechnet eine britische Zeitung sein müsste, die über die möglichen Verstrickungen von Spazzini berichtet. „Nachdem ich die Ermittlungen über Ujah mitbekommen habe, würde ich sagen, dass es vielleicht besser ist, zuerst vor der eigenen Haustür zu kehren und dann andere anzugreifen. Das bringt mich zum Lächeln“, wird Jacobs zitiert. Ändert jedoch nichts daran, dass Zweifel bestehen bleiben.

Diese hegt auch weiterhin Doping-Experte Fritz Sörgel. „Ich wage zu sagen, dass hier noch etwas herauskommen wird, was nicht zugunsten dieser zwei Olympiasiege sein wird“, sagte er gegenüber dem Deutschlandfunk. Grundsätzlich gilt die Unschuldsvermutung – wenn auch nicht mehr für Chijindu Ujah. Gegen den britischen Sprinter wird wegen einer positiven Doping-Probe ermittelt*. Der Verlust der Silbermedaille für ihn und seine Teamkollegen droht.

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