Drei Tage vor der Eröffnung

Olympia 2021 vor kurzfristiger Absage? Japans OK-Boss lässt plötzlich alles offen

Toshiro Muto (l.) bei der Pressekonferenz
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Tokios OK-Chef Toshiro Muto (l.) schließt eine kurzfristige Olympia-Absage wegen des Coronavirus nicht mehr aus.

Wenige Tage vor Olympia-Start scheint eine Absage im Raum zu stehen. Dies geht aus den jüngsten Aussagen der Organisatoren hervor.

Tokio - In nur drei Tagen sollen die Olympischen Sommerspiele in Tokio* starten, die Teams der Teilnehmerländer bereiten sich bereits in Japan auf die Wettkämpfe vor. Doch eine Aussage des japanische Chef des Organisationskomitees der Spiele könnte die Anfangseuphorie der Athleten nun bremsen. Erstmals wird eine Absage des Riesen-Events nicht ausgeschlossen.

Olympia 2021: OK-Chef schließt Absage erstmals nicht mehr aus - Japanischer Großsponsor zieht sich zurück

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen und den grassierenden Varianten des Virus in Japan will Toshiro Muto eine kurzfristige Absage nicht mehr ausschließen. „Wir bleiben darüber in der Diskussion, sollte sich eine Spitze bei den Corona-Infektionsfällen zeigen“, ließ er im Rahmen einer Pressekonferenz verlauten.

Auf die Frage der Journalisten war hierbei, ob das größte Sportereignis der Welt* noch abgesagt werden könnte, meinte Muto, man werde die Infektionszahlen im Auge behalten. Gegebenenfalls müsse man Gespräche mit den Organisatoren führen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Ebenso sollen Großsponsor eine große Rolle bei der Erwägung einer Absage spielen. Toyota hatte bereits entschlossen, der Eröffnungsfeier* fernzubleiben. Der japanische Automobilhersteller kündigte am Montag ebenfalls an, vorbereitete Werbespots mit Olympia-Bezug nicht mehr auszustrahlen.

Olympia 2021: Thomas Bach plädiert für Austragung der Spiele - Corona-Zahlen steigen weiter an

Wenn es nach ICO-Chef Thomas Bach geht, finden die Spiele statt. Diese sollen „den Menschen Vertrauen in die Zukunft geben“, meinte der Deutsche am Dienstag und sprach von einer „kraftvollen Botschaft in die Welt“. Auch Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga sieht die Austragung der Spiele offenbar nicht gefährdet. „Wir werden die Gesundheit und die Sicherheit des japanischen Volkes schützen“, meinte der 72-Jährige.

Anfang Juli beschlossen die Verantwortlichen bereits, das Event gänzlich ohne Zuschauer durchzuführen. Die Zahlen waren zuletzt wieder rasant gestiegen, so dass unter anderem in der Präfektur Tokio der Notstand ausgerufen wurde. Einige angereiste Sportler und Teammitglieder infizierten sich bereits mit dem Virus. Die Spiele, die bereits im vergangenen Sommer hätten stattfinden sollen, sollen wohl dennoch am Freitag beginnen, erste Wetkämpfe starten schon in der Nacht zu Mittwoch. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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