Olympia 2021 trotz Corona-Pandemie?

Finden die Olympischen Sommerspiele in Tokio statt? Das IOC legt sich trotz massiver Kritik fest

In Japan bleibt die Kritik an den Olympischen Spielen laut.
+
In Japan wird gegen die Durchführung der Olympischen Spiele protestiert.

Die Bevölkerung protestiert, doch das Internationale Olympische Komitee hält an den Plänen zur Durchführung der Sommerspiele von Tokio im Sommer fest.

Tokio - Mit zwölfmonatiger Verspätung sollen die Olympischen Spiele am 23. Juli diesen Jahres beginnen, doch in Japan wächst der Widerstand gegen die Durchführung Großveranstaltung. Mit Sonderauflagen will das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Spiele ermöglichen, Unterstützt wird es dabei wohl auch vom japanischen Militär. Zuletzt befeuerte die IOC-Spitze allerdings mit einer wohl unbedacht drastischen Formulierung den Unmut innerhalb der Bevölkerung.

Olympia 2021: IOC will Durchführung mit Maßnahmen ermöglichen - Bach-Aussage empört Japaner

Im Mai sprach IOC-Chef Thomas Bach Medienberichten zufolge davon, dass „Opfer“ für die Austragung der Sommerspiele nötig seien und erntete massive Kritik in sozialen Medien. Zuvor hatte sein Vizepräsident John Coates für Empörung gesorgt, da er die Sommerspiele auch im Falle eines anhaltendes Corona-Notstands in der japanischen Hauptstadt veranstalten will. Von vielen Seiten wurde darum auch eine Olympia-Absage gefordert.

Auch aufgrund der Aussagen häufen sich die kritischen Stimmen, der Widerstand und die Proteste gegen die Spiele werden auch zwei Monate vor ihrer geplanten Eröffnung nicht weniger. Bach ruderte nach seinem Satz zurück und betonte, er habe bei seiner Äußerung nicht die japanische Bevölkerung gemeint, sondern lediglich seine Worte an den Hockey-Weltverband wiederholt. „Jeder in der olympischen Gemeinde muss Opfer bringen“, lautete die Aussage des Würzburgers, der seit 2013 als Präsident des IOC tätig ist.

Diese Opfer seien auch in der aktuellen Situation nötig, so sollen einige Maßnahmen bei der Olympiade ergriffen werden. Beispielsweise werden keine ausländischen Zuschauer zugelassen, um das Infektionsrisiko weiter zu senken. Die Zahl der Teilnehmer von Verbänden, Sponsoren und Medien soll außerdem reduziert werden.

Olympia 2021 in Tokio? Organisatoren senden Anfrage an die japanische Regierung

Bachs Ziel sei es laut IOC, die sportlichen Wettkämpfe als Kern der Veranstaltung zu bewahren, „damit sich die Athleten ihren olympischen Traum erfüllen können“. Die Aussagen des ehemaligen Fechters wurden auch im Hinblick auf die vierten Corona-Welle beanstandet, mit der das Land derzeit zu kämpfen hat. Die japanische Regierung verlängerte den Notstand für die Metropole Tokio und andere Regionen kürzlich zum wiederholten Mal, dieser gilt noch bis Ende Mai.

Von Seiten der Regierung wird auch die Bereitstellung von Militärärzten und Krankenschwestern der eigenen Selbstverteidigungsstreitkräfte in Erwägung gezogen, um die Durchführung des Events zu gewährleisten. So bestätigte Verteidigungsminister Nobuo Kishi laut Medienberichten im Parlament, dass eine entsprechende Anfrage der Olympia-Organisatoren eingegangen wäre. Die Forderungen werde das Ministerium nun koordinieren, um dazu beizutragen, die Sommerspiele zu ermöglichen.

Olympia 2021: Militär soll Impfprozess beschleunigen - IOC geht fest von Austragung der Spiele aus

Mitte Mai eröffnete das Militär in den beiden Großstädten Tokio und Osaka Impfzentren, um den bislang sehr langsamen Impfprozess im Inselstaat zu beschleunigen. Wie die Organisatoren kommunizierten, werden pro Tag bis zu 230 Ärzte sowie 310 Krankenschwestern bei der Veranstaltung benötigt. Allerdings seien bislang nur rund 80 Prozent der erforderlichen Zahl an qualifiziertem Personal gesichert.

Das IOC sowie Japans Olympia-Organisatoren sicherten gerade erst erneut die risikofreie Austragung der Sommerspiele zu. „Es ist jetzt klarer als je zuvor, dass diese Spiele für alle Beteiligten und vor allem die japanische Bevölkerung sicher sein werden“, meinte Vizepräsident Coates diesbezüglich. Präsident Thomas Bach verwies außerdem darauf, dass mehr als 80 Prozent der Bewohner des olympischen Dorfs geimpft seien, wenn die Spiele in zwei Monaten beginnen. Das Komitee bot den Ostasiaten dafür auch zusätzliches medizinisches Personal an. (ajr)

Auch interessant

Kommentare