In Tokio wird recycelt

Olympia-Medaillen sind Schrott - deutsches Unternehmen stellt sie her

Eine überdimensionale olympische Medaille.
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Die normalen Medaillen sind etwas kleiner, sonst wären Nackenprobleme vorprogrammiert.

Jeder Sportler bei Olympia will sie haben: Die Medaillen. Bei den Spielen in Tokio sind diese dieses Mal recycelt - aus Elektroschrott.

Tokio - In zwei Wochen beginnen die Olympischen Sommerspiele, dann geht sie wieder los: Die Jagd nach dem Edelmetall. In 33 Sportarten messen sich rund 11.300 Athleten aus 206 Nationen - und alle wollen sie nur das eine: Medaillen. In Tokio ist dieses Mal vieles anders, das betrifft auch die Medaillen an sich.

Die bestehen nämlich dieses Mal komplett aus recyceltem Elektroschrott - zum Beispiel aus alten Handys. Gefertigt wurden die Medaillen in Deutschland bei der Firma ESG Edelmetall-Service. Gastgeber Japan sammelte von 2017 bis 2019 Elektroschrott in großen Mengen, aus dem die 5000 Medaillen hergestellt wurden.

Olympia 2021: Medaillen bestehen komplett aus Recycling-Material

Damit spart sich Japan hohe Herstellungskosten und tut gleichzeitig noch etwas für die Umwelt. Hauptbestandteil der recycelten Ware sind alte Elektrogeräte wie Computer oder Handys. Jeder Japaner konnte dazu beitragen, indem er seine nicht mehr benötigte Elektroware in eine der 18.000 aufgestellten Sammelstellen warf. Insgesamt kamen dadurch 78.000 Tonnen Elektroschrott zusammen.

Video: Olympische Spiele nun ganz ohne Zuschauer

Der Materialwert der Edelmetalle soll insgesamt bei vier Millionen Euro liegen. Auch Goldmedaillen bestehen überwiegend aus Silber, werden jedoch mit einer Goldschicht ummantelt. Die Olympiade in Tokio soll allgemein für Nachhaltigkeit stehen - Japan möchte als nachhaltigster Gastgeber in die Geschichte eingehen.

Olympia 2021: Tokio will nachhaltigster Gastgeber der Geschichte werden

Eine weitere Maßnahme dafür: Die Sportler werden in umweltfreundlichen Pappbetten schlafen, die auf den ersten Blick nicht sonderlich stabil aussehen. Da dieses Mal aufgrund der Pandemie keine Kondome im Athletendorf verteilt werden, dürfte das Problem aber beherrschbar sein. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro wurden noch ganze 450.000 Kondome an die Sportler herausgegeben. (epp)

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