„Zur falschen Zeit passiert“

Albtraum-Wettkampf für Olympia-Favoritin - so einen Blackout wünscht man nicht einmal seinem ärgsten Feind

Beim Drei-Meter-Sprungbrettfinale der Olympischen Spiele in Tokio erlebte eine Favoritin einen völligen Blackout, damit war sie nicht die einzige.

Tokio - Bei Olympia* werden Sieger errungen und Helden geboren, doch auch die Kehrseite der metaphorischen Medaille ist Alltag bei den Spielen. Jeder Entscheidung wohnt auch die Enttäuschung der Verlierer inne, im Falle der kanadischen Wasserspringerin Pamela Ware kannte die Ernüchterung keine Grenzen.

Olympia: Wasserspringerin Pamela Ware mit Mega-Blackout - Favoritin scheidet mit 0,0-Wertung aus

Die 28-Jährige galt als eine der Favoritinnen beim Finale am Drei-Meter-Sprungbrett und beeindruckte mit starken Sprüngen, ihr letzter ging jedoch völlig daneben. Beim abschließenden Versuch - einem Sprung der Schwierigkeit von 3,5 - schätzte die Kanadierin den Ansatz falsch ein und verpatzte ihren Versuch völlig. Sie rutschte etwas ab und brach ohne den Ansatz eines Saltos ab und ging mit den Füßen voraus ins Wasser.

Auf den vermasselten Sprung konnte die Jury nur mit einer 0,0-Wertung antworten, damit fehlten Ware entscheidende Punkte, weshalb sie als 18. ausschied.

Im Anschluss an ihren missglückten Sprung erklärte die Athletin ihre Entscheidung, den missglückten Versuch abzubrechen. „Ich denke, wenn ich den Sprung gemacht hätte, hätte ich mich möglicherweise verletzen können“, meinte sie sichtlich enttäuscht gegenüber dem Sender CBC. „Ich war so bereit für diesen Wettbewerb und habe einen Fehler gemacht. Es hätte jedem passieren können, aber mir ist es zur falschen Zeit passiert“, so die Kunstspringerin.

Olympia: Mexikanische Wasserspringerin mit ähnlichem Fehlversuch - auch sie musste sich mit 0,0 verabschieden

Eine ähnliche Erfahrung musste die Mexikanerin Arantxa Chavez machen, als ihr ein vergleichbares Missgeschick in der Vorrunde der Frauen am Drei-Meter-Sprungbrett unterlief. Im Ansatz ihres Sprungs kam sie falsch auf dem Brett auf, in der Folge verlor die 30-Jährige die Balance und landete mit den Füßen voraus im Wasser. Auch sie wurde dementsprechend von den Juroren mit 0,0 Punkten bewertet und schied aus.

„Ich fühle mich sehr schlecht, sehr traurig . Ich wünschte, dieser Tag wäre anders gewesen. (...) Ich bin am Boden zerstört“, gab sie unter Tränen gegenüber der mexikanischen Zeitung Excelsior zu vestehen. Doch wie immer bei Olympia* gab es auch lächelnde Siegerinnen*, Gold holte sich Tingmao Shi aus China, ihre Landsfrau Han Wang sicherte sich Silber. Die Bronzemedaille ging an die US-Amerikanerin Krysta Palmer. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Oli Scarff/AFP

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