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Olympia-Arzt: Teststrategie könnte Wettbewerb verzerren

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Bernd Wolfarth
War auch schon 2018 in Pyeongchang dabei: Der leitende Olympia-Arzt Prof. Dr. Bernd Wolfarth. © Michael Kappeler/dpa

Der leitende Arzt der deutschen Olympia-Mannschaft, Bernd Wolfarth, hält Manipulationen bei den Corona-Tests rund um die bevorstehenden Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar) für „eher unwahrscheinlich“.

Leipzig - Angesichts der strikten Einreisebedingungen in China hält er es aber „für gegeben, dass eine gewisse Wettbewerbsverzerrung entstehen kann.“ Nämlich dann, „wenn Athleten und Athletinnen jetzt noch positiv getestet werden und aufgrund dieses Positiv-Tests nicht einreisen können.“

Test-Manipulation vor Ort „eher unwahrscheinlich“

Der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier hatte Befürchtungen geäußert, dass in Peking Manipulationen durch Corona-Tests möglich sein könnten. Gleichzeitig forderte er eine Vereinheitlichung von Kriterien wie dem CT-Wert. Die Vorgaben für eine Einreise seien „eigentlich sehr klar und nichts, was für Olympia neu gesetzt wurde, sondern Teil der Zero-Covid-Politik der chinesischen Regierung“, sagte Wolfarth bei einer digitalen Presserunde des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig. „Bei der Einreise werden negative PCR-Tests abverlangt und dafür wurde der CT-Wert von 40 in den Raum gestellt.“

Es handele sich um eine „andere Herangehensweise als in Europa, sie wurde aber klar kommuniziert.“ Der CT-Wert gibt theoretisch an, wie ansteckend ein Coronainfizierter ist. Je niedriger der Wert ist, als desto ansteckender gilt eine Person. In Deutschland gilt man ab einem Wert von über 30 als nicht mehr infektiös.

Da Tests eben auch nach Wochen noch leicht positiv, die betroffenen Personen aber nicht mehr ansteckend sein können, sei es wichtig, dass ein Gremium aus chinesischen und internationalen Fachleuten gebildet worden ist, so Wolfarth. Dieses soll derartige Fälle prüfen und über eine Einreise der Person nach China entscheiden. Test-Manipulationen vor Ort hält Wolfarth für „eher unwahrscheinlich“. Es werde mehrfach getestet und gebe „immer nochmal die Möglichkeit, entsprechende Kontrolluntersuchungen zu beantragen“. Das sei auch schon bei den Sommerspielen in Tokio im vergangenen August so gewesen. dpa

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