US-Sender verantwortlich?

Deutscher Olympiasieger ist außer sich - „Sehr fahrlässig“

Unter schwierigen Bedingungen mussten sich die Australierinnen (hier Mariafe Artacho del Solar) im Finale geschlagen geben.
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Unter schwierigen Bedingungen mussten sich die Australierinnen (hier Mariafe Artacho del Solar) im Finale geschlagen geben.

Bei heftigen äußeren Bedingungen mussten die Beachvolleyballerinnen um Medaillen spielen, ARD-Experte Julius Brink reagierte mit Kritik.

Tokio - Kommerz im Sport und Wohlergehen der Athleten – das passt selten ich zusammen. So auch bei den olympischen Spielen in Tokio*, wo derzeit tropische Hitze an der Tagesordnung ist. Einige Athleten beschwerten sich bereits über die Zustände, der deutsche Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink* fand deutliche Worte zur Situation in Japan.

Olympia: Beachvolleyball-Entscheidungen bei tropischer Hitze - Olympiasieger macht TV-Sender verantwortlich

Bei rund 35 Grad standen sich Alix Klineman/April Ross aus den USA und die Australierinnen Mariafe Artacho del Solar/Taliqua Clancy am Freitag in der prallen Mittagssonne gegenüber. Zuvor fand das Match um Platz drei um 10.00 Uhr Ortszeit im Hafen von Tokio statt. Grund für die aus gesundheitlicher Sicht unpassende Ansetzung waren Übertragungsrechte eines amerikanischen Sportsenders, was den ARD-Experten Brink zur Weißglut brachte.

„Die Beachvolleyballer werden hier rausgekarrt, weil der große Geldgeber aus Übersee, NBC, die Prime Time gekauft hat“, bemängelte er während des Spiels um die Bronzemedaille* und ließ harsche Kritik folgen. „Das nimmt einen Zug an, der mir extrem übel aufstößt und mich sauer macht“, gab der Olympiasieger von 2012 zu verstehen. „Wir sehen hier beeinträchtigte Spielerinnen in der Hitze, ich finde es irgendwo auch sehr fahrlässig, die Matches so anzusetzen“.

Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink machte seinem Unmut über die Ansetzungen Platz.

Er „kritisiere nicht, dass es hier warm ist, das weiß jeder“, so 39-Jährige. Jedoch seien die Möglichkeiten da gewesen, „die Spiele aus gesundheitlichen Gründen anders zu legen, werden aber aus rein kommerziellen Mitteln nicht genutzt“. Bei anderen Sportarten* reagierten die Organisatoren tatsächlich ganz anders.

Olympia: Partien bei anderen Disziplinen verschoben - Tokio warnt Bevölkerung vor Sport im Freien

Bereits beim Tennisturnier kritisierten einige Akteure – darunter Olympiasieger Alexander Zverev – das heiße und schwüle Wetter, weshalb die Verantwortlichen die Matches in den Abend verschoben. Das für Freitag angesetzte Frauenfußball-Finale zwischen Schweden und Kanada wurde ebenfalls von Mittag auf die Abendstunden (21 Uhr Ortszeit) und aus dem Olympiastadion in Tokio nach Yokohama verlegt.

Wie während der Übertragung des Beachvolleyball*-Endspiels der Frauen zwischen Australien und den Vereinigten Staaten in der ARD berichtet wurde, flüchteten die Bürger auf den Straßen Tokios in klimatisierte Räume. Zudem wird die Bevölkerung vor Sport im Freien gewarnt, während die Spitzensportler zeitgleich in der Hitze von Tokio Höchstleistungen abrufen. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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