Ab 23. Juli geht es um Edelmetall

Olympia in Tokio: Zwölf Münchner sind bei den Spielen dabei - darunter auch eine Gold-Hoffnung

Mit rund einem Jahr Verspätung sollen die Olympischen Spiele in Tokio steigen. Auch zwölf Athleten mischen mit. Für einige von ihnen ist dabei sein längst nicht alles.

München - Genau 434 deutsche Athletinnen und Athleten reisen für den DOSB nach Tokio. Am 23. Juli beginnen dort die Olympischen Spiele. Auch zwölf Münchner sind dabei. Wir stellen sie vor.

Clemens Wickler (26, Beachvolleyball): Inzwischen ist der Starnberger, der 2018 und 2019 zum deutschen Beachvolleyballer des Jahres gekürt wurde, vor allem in Hamburg zu Hause. Dort wurde er mit Partner Julius Thole 2019 Vize-Weltmeister. Und auch in Tokio ist für das Duo eine Medaille drin. Die Leistungsdichte ist allerdings hoch. In der Weltrangliste stehen Wickler/Thole auf Platz sechs.

Carina Wimmer (25, Luftpistole*): Die junge Niedertaufkirchenerin ist die wohl unbekannteste Teilnehmerin aus der Region. Mit ihrem überraschenden EM-Titel in Kroatien im Mai hat sich die Sportschützin, die in München wohnt und in Garching trainiert, selbst den Weg nach Japan geebnet. Dort zählt die 25-jährige Studentin sicher nicht zu den Favoriten. Unterstützung erhält sie von Teamkollegin Monika Karsch. Die 38-Jährige von der HSG Regensburg holte 2016 in Rio Silber - und hat bestimmt den ein oder anderen Ratschlag parat.

Baggert für sein Leben gern: Clemens Wickler träumt im Beachvolleyball von einer Medaille.

Olympia in Tokio: Zeidler ist Münchens Gold-Hoffnung - Ringerin Schell löste Ticket vor fast zwei Jahren

Oliver Zeidler (24, Rudern*): Der Ruderer aus Schwaig ist die Münchner Gold-Hoffnung. Im Einer holte Zeidler in diesem Jahr unter anderem den EM-Titel. Der 24-Jährige stammt aus einer Ruderer-Familie. Opa Hans-Johann Färber holte 1972 im Vierer Olympisches Gold. Auch Schwester, Tante und Onkel sind erfolgreiche Ruderer. Trotzdem entschied sich Zeidler zunächst fürs Schwimmen. 2018 ruderte er erstmals in einem Weltcup - und brachte die Weltspitze auf Anhieb ins Schwitzen.

Anna Schell (27, Ringen*): Kaum ein Athlet hatte die Planungssicherheit einer Anna Schell. Die Ringerin, die für den SC Isaria Unterföhring startet, weiß seit September 2019, dass sie dabei sein wird. Da holte sie bei der WM im kasachischen Nur-Sultan Bronze in ihrer Gewichtsklasse bis 68 Kilogramm. Im Kampf um Platz drei besiegte die 27-Jährige die Olympiasiegerin von 2016, Sara Dosho.

Theresa Stoll (25, Judo*): Wenn Theresa Stoll vom TSV Großhadern ihre Gegnerin niedergerungen hat, kann sie selbst Erste Hilfe leisten. Die 25-jährige Judoka studiert Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität. Von 20 Kämpfen 2021 konnte sie 14 gewinnen, bei der diesjährigen WM holte sie zudem Bronze in ihrer Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm.

Räumt er bei Olympia in Tokio ab? Oliver Zeidler gehört im Einer zur Ruder-Weltelite.

Olympia in Tokio: Reisefreudiges Tennis-Trio und zwei 800-Meter-Läuferinnen

Kevin Krawietz (29), Jan-Lennard Struff (31), Philipp Kohlschreiber (37, Tennis*): Die drei deutschen Tennis-Stars sitzen immer auf gepackten Koffern. In München schlagen sie nur sporadisch auf, vor allem dann, wenn sie für den TC Großhesselohe auflaufen. Für den Augsburger Kohlschreiber könnten seine zweiten Spiele sein letztes großes Karriere-Highlight sein. Auch Struff war schon 2016 dabei, scheiterte aber in Runde eins. French-Open-Sieger Kevin Krawietz ist im Doppel mit Tim Pütz für eine Überraschung gut.

Christina Hering (26, 800 m): Für die 800-Meter-Läuferin von der LG Stadtwerke München sind es die zweiten Sommerspiele nach Rio 2016. Die Norm knackte Hering schon 2019. In Brasilien hat es nicht für den Halbfinaleinzug gereicht. Das soll sich in Tokio ändern. Bei der Generalprobe in Belgien präsentierte sich die 26-Jährige in guter Form. Mit einer 1:59,95 blieb sie erstmals in diesem Jahr unter zwei Minuten.

Katharina Trost (26, 800 m): Im Gegensatz zu Hering hat sich Trainingspartnerin Katharina Trost ihre Teilnahme erst kurz vor knapp gesichert - und wie! Am 20. Juni lief sie in Polen eine 1:58,68, rund eine Sekunde unter der Norm-Zeit, und qualifizierte sich so für ihre ersten Spiele. Die angehende Grundschullehrerin hofft ebenfalls aufs Halbfinale.

Doppel-Experte: Kevin Krawietz ist einer von drei Tennis-Stars aus München.

Olympia in Tokio: Turn-Meister Dauser zum zweiten Mal dabei - Premiere für Seglerin Lutz

Lukas Dauser (28, Turnen*): Lange war es ruhig um den mehrfachen deutschen Turn-Meister vom TSV Unterhaching. Verletzungen warfen den 28-Jährigen ein ums andere Mal zurück - bis zum Frühjahr. Dann meldete sich der Barren-Spezialist im April mit Bronze bei der EM in Basel eindrucksvoll zurück. Im Juni löste er sein Tokio-Ticket. Für Dauser sind es nach Rio die zweiten Olympischen Spiele. Zu den Edelmetall-Anwärtern zählt der Wahl-Berliner allerdings nicht.

Tina Lutz (30, Segeln): Die 30-Jährige vom Chiemsee Yacht Club ist gebürtige Münchnerin - und damit keine typische Olympia-Seglerin. Für sie und Partnerin Susann Beucke (Kiel) ist es die erste Teilnahme. 2012 scheiterte das Duo denkbar knapp in der Qualifikation und anschließend bei einem Gerichtsstreit gegen den deutschen Segelverband. Für Tokio haben sie sich auf sportlichem Weg empfohlen. Zu den Favoriten zählen die Europameister von 2020 jedoch nicht. (Julian Nett) *tz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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