Qualifikationsturnier

Olympia-Traum lebt weiter: Zittersieg für DBB-Team

Deutschland - Mexiko
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Deutschlands Isaac Bonga (vorn) zieht gegen Mexikos Jorge Camacho (verdeckt/ Nr. 15) und Marco Ramos (r) zum Korb.

Das war ein hartes Stück Arbeit. Am Ende feiern die deutschen Basketballer aber ihren ersten Sieg. Auf der Tribüne jubelt einer mit, den keiner in Split erwartet hatte.

Split - Nach dem Arbeitssieg gegen Mexiko bedankten sich die deutschen Basketballer bei ihrem Edelfan. Obwohl er aus Versicherungsgründen nicht für das deutsche Team spielen kann, war NBA-Star Dennis Schröder nach Split gereist, um sein Team in der Olympia-Qualifikation zu unterstützen.

Der 27 Jahre alte Point Guard musste lange zittern, ehe sich die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Rödl gegen Underdog Mexiko doch noch mit 82:76 (40:42) durchsetzte und damit einen großen Schritt in Richtung Halbfinale machte.

Sieg mit Dennis Schröder feiern

„Das ist super, das hilft allen und zeigt, wie sehr er die Nationalmannschaft schätzt“, sagte Rödl. „Ich bin froh, dass er hier war und noch mehr, dass er einen Sieg feiern konnte“, sagte der erleichterte Coach. „Natürlich ist es toll, dass Dennis hier ist und uns unterstützt. Das zeigt, wie wichtig ihm die Sache ist“, sagte Andreas Obst. „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir sind ruhig geblieben und haben am Ende verdient gewonnen.“

Bester deutscher Werfer war Joshiko Saibou mit 17 Punkten. Center Johannes Voigtmann überzeugte mit zehn Zählern, zehn Rebounds und fünf Assists. Am Donnerstag (16.30 Uhr/Magentasport) geht es für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes mit der Partie gegen Russland weiter.

Der Erste und Zweite der beiden Dreiergruppen qualifizieren sich für das Halbfinale am Samstag. Nur der Sieger des Turniers mit insgesamt sechs Mannschaften sichert sich das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio. Letztmals waren die deutschen Basketballer 2008 in Peking mit Superstar Dirk Nowitzki bei Olympia dabei.

Übernervöser Start

Nach der turbulenten Vorbereitung mit der umstrittenen Nominierung von Saibou und der Last-Minute-Absage von Schröder startete die deutsche Mannschaft in der nahezu leeren Spaladium Arena übernervös. Dem Team war deutlich anzumerken, dass es in dieser Konstellation noch nicht zusammengespielt hatte, weil die Generalprobe gegen den Senegal am vergangenen Donnerstag wegen positiver Corona-Fälle bei den Afrikanern ausgefallen war. „Natürlich hat das eine Rolle gespielt“, sagte NBA-Profi Moritz Wagner, „wir mussten vor allem in der Defensive erst unsere Rollen finden.“

Besonders den Mexikaner Francisco Cruz bekam die deutsche Mannschaft nie in den Griff. Der 31 Jahre alte Guard erzielte am Ende 30 Punkte und schnupperte mit seinem Team so lange an einer Sensation. Erst als bei den Mexikanern am Ende die Kräfte nachließen, konnte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes die Partie doch noch drehen. „Wir wissen, dass wir gegen Russland besser spielen müssen. Aber ich bin trotzdem stolz auf die Mannschaft, wie sie sich diesen wichtigen Sieg erkämpft hat“, sagte Rödl.

In der zweiten Halbzeit war es vor allem Saibou, der wichtige Punkte machte und in der Defensive die Mexikaner zu Fehlern zwang. Der frühere Bonner hatte sich kurz vor der Begegnung in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur von Verschwörungstheorien distanziert, seine Nominierung bleibt aber dennoch umstritten. Sportlich hilft er dem Team aber weiter, war wie schon bei den drei Siegen beim Supercup in Hamburg bester Werfer. „Ich will keinen herausheben, aber Josh Saibou, Isaac Bonga und Andi Obst haben sich in der zweiten Halbzeit defensiv aufgerieben“, sagte Rödl. dpa

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