EM-Verzicht denkbar

Claudia Pechstein hat Olympia 2022 im Visier

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Im Olympia-Modus: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Foto: Jörg Carstensen

Claudia Pechstein will immer weiter die Rekorde knacken. Jetzt machte sie in Berlin sogar Andeutungen, dass sie ihre achte Olympia-Teilnahme 2022 in Peking nicht ausschließt. Auf die EM in Russland wird sie aber möglicherweise verzichten.

Berlin (dpa) - Ihre siebten Winterspiele erlebt sie mit knapp 46 Jahren, jetzt nimmt Claudia Pechstein sogar Olympia 2022 ins Visier.

"Ich bin stolz, dass ich zum siebten Mal zu Olympia fahre. Es gibt nicht viele, die das von sich sagen können", sagte Pechstein bei einer Veranstaltung des Koreanischen Kulturzentrums 80 Tage vor Beginn der Winterspiele in Pyeongchang. Und schmunzelnd fügte sie hinzu: "Vielleicht strebe ich danach meine achten Spiele an." Die übernächsten Winterspiele finden 2022 in Peking statt.

Am Sonntag hatte Pechstein beim Weltcup in Stavanger über 5000 Meter mit ihrem 33. Weltcupsieg einen historischen Erfolg erkämpft. "Ich bin selbst überrascht, was mein Körper noch hergibt", sagte die 45 Jahre alte Berlinerin am Dienstag und geht erwartungsfroh erst einmal ihre siebten Spiele an. "Der Februar ist meine Monat. Da habe ich Geburtstag. Und da war ich immer sehr erfolgreich", sagte sie.

Um sich optimal auf Olympia vorbereiten zu können, erwägt die Berlinerin allerdings einen Start-Verzicht bei den Europameisterschaften vom 5. bis 7. Januar 2018 im russischen Kolomna. "Ich weiß noch nicht, ob ich da starte. Das hängt davon ab, in welcher Form ich mich dann befinde", erklärte Pechstein einen Tag vor ihrer Abreise zum Weltcup in Calgary.

Derzeit ist noch völlig offen, ob die EM überhaupt in Russland stattfindet. Sollten die Russen bei der Sitzung der IOC-Exekutive am 5./6. Dezember von den Winterspielen ausgeschlossen werden, drohen die Veranstalter mit dem Verzicht auf die Ausrichtung der EM, die in diesem Jahr erstmals auf den Einzelstrecken ausgetragen werden soll.

Sicherheitsbedenken vor der Olympia-Reise nach Südkorea wegen der anhaltenden Atom- und Raketentest Nordkoreas hat Pechstein nicht. "Wir waren 2002 in Salt Lake City nach dem Attentat von 9/11 in New York. Und Salt Lake war bei den Winterspielen damals der sicherste Ort der Welt. Im nächsten Jahr wird Pyeongchang der sicherste Ort der Welt sein", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin.

Auch der Botschafter Südkoreas versuchte am Dienstag, alle Sicherheits-Bedenken von Olympia-Teilnehmern zu zerstreuen. "Wir sind ein sicheres Land, die Wirtschaft ist sehr erfolgreich. Das ist nur möglich, weil die Sicherheit immer gewährleistet ist", sagte Botschafter Lee Kyung-soo.

Zugleich lud er Athleten aus Nordkorea herzlich zu den Spielen vom 9. bis 25. Februar ein. "Wir wären glücklich, wenn wir eine Delegation aus Nordkorea bei den Spielen begrüßen könnten", sagte er. "Wir tun unser Bestes, eine Teilnahme der Nordkoreaner zu ermöglichen", sagte der Botschafter. Bisher hat sich ein Eiskunstlauf-Paar aus Nordkorea sportlich für die Winterspiele qualifiziert. "Wir sind guter Hoffnung, ihren künstlerisch anspruchsvollen Auftritt bei den Spielen erleben zu dürfen", fügte der frühere Vize-Außenminister Südkoreas hinzu.

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