Trio in Runde zwei

Drei Münchner mischen die US Open auf

New York - Was für ein Start in die US Open (26. August bis 8. September)! Gleich drei Bayern stehen in New York in der zweiten Runde und mischen die Tenniselite gehörig auf.

Philipp Kohlschreiber (Augsburg) gewann 6:2, 7:6 (7:3), 6:3 gegen den argentinischen Qualifikanten Facundo Bagnis. Peter ­Gojowczyk (Erdweg) behielt im deutschen Duell mit Benjamin Becker mit 6:2, 6:4, 6:2 die Oberhand. Und Matthias Bachinger (Dachau) besiegte überraschend den tschechischen Routinier Radek Stepanek mit 6:3, 6:2, 6:2. Insgesamt standen 14 deutsche Tennisprofis (acht Männer, sechs Frauen) im Hauptfeld der mit 38,3 Millionen Dollar dotierten US Open. Titelverteidigerin bei den Frauen ist die Amerikanerin Serena Williams, der Spanier Rafael Nadal - Vorjahressieger bei den Männern – fehlt wegen einer Handgelenksverletzung.

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Philipp Kohlschreiber, 30

„Das Turnier hat noch gar nicht richtig begonnen, aber wenn man verliert, muss man sich die US Open zwei Wochen lang am Fernseher anschauen“, sagte Philipp Kohlschreiber. Zum Glück konnte „Kohli“ dieses Szenario verhindern und behielt gegen den Argentinier Facundo Bagnis die Nerven. Der Augsburger, der von Stefan Eriksson an der Tennisbase in Oberaching trainiert wird, ist derzeit als bester deutscher Profi auf Position 24 der Weltrangliste notiert. In der zweiten Runde trifft der 30-Jährige in dem Franzosen Michael Llodra auf einen schlagbaren Gegner. Zumal der Deutsche das bisher einzig US-Open-Duell 2012 mit 7:6(7:2), 4:6, 7:6(7:4), 6:1 gewann. „Ans Verlieren habe ich nicht gedacht“, sagte Kohlschreiber nach seinem Erstrundensieg. Vor dem Match gegen Llodra wird das hoffentlich so bleiben. In der dritten Runde könnte die Nummer 22 der Setzliste wie schon 2012 und 2013 auf John Isner (USA) treffen.

Matthias Bachinger, 27

Ganz Dachau steht Kopf! Qualifikant Matthias Bachinger steht in Flushing Meadows in der zweiten Runde! Mitte August spielte der 27-Jährige noch ein Challenger Turnier in Meersbusch, einer 54 000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen, und verlor gegen den unbekannten Slovaken Jozef Kovalik klar mit 3:6 und 1:6. Jetzt steht „Bachi“, der am Gymnasium Obermenzing sein Abitur machte, in der Weltstadt New York in der zweiten Runde und trifft auf den Briten Andy Murray. Echte Chancen hat Bachinger in diesem ungleichen Duell mit dem Olympaisieger von 2012 eigentlich nicht, aber vielleicht gelingt ihm ja ein Wunder. Bachinger, der an der Tennisbase in Oberhaching trainiert, weiß auf jeden Fall, was auf ihn zukommt. Murray nicht, bisher sind sie nämlich noch nie aufeinander getroffen.

Peter Gojowczyk, 25

Anfang des Jahres machte Peter ­Gojowczyk in Doha auf sich aufmerksam als er Rafael Nadal im Halbfinale am Rande einer Niederlage hatte, letztendlich aber mit 6:4, 2:6, 3:6 verlor. Dann schlug er im Davis-Cup-Duell mit Frankreich überraschend Jo-Wilfried Tsonga (5:7, 7:6 (7:3), 3:6, 7:6 (10:8), 8:6). In die zweite Runde marschierte „Gojo“, der in München in der Scheck-ProBase trainiert, durch einen Dreisatzsieg über Benni Becker. Für die Fitness des 25-Jährigen aus Erdweg ist Ex-Hochsprung-Ass Carlo Thränhardt verantwortlich. „Er ist sehr gewissenhaft, es kommt selten vor, dass ich ihn motivieren muss“, sagte Thrändhardt kürzlich der tz und ergänzte: „Der ganze große Durchbruch fehlt ihm noch, aber er hat noch ein wenig Zeit.“ In New York wartet jetzt ein dicker Brocken: Gegen den kanadischen Titel-Geheimfavorit Milos Raonic ist die Nummer 124 der Welt krasser Außenseiter. Aber vielleicht kommt er ja jetzt, der Durchbruch.

Rubriklistenbild: © AFP

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