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Verfahren nach fast zehn Monaten beendet

Überraschung: Froome vom Dopingverdacht freigesprochen und bei Tour de France dabei

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Offiziell sauber: Chris Froome darf bei der Tour de France 2018 an den Start gehen.

Dem Angriff von Chris Froome auf seinen fünften Triumph bei der Tour de France steht nichts mehr im Weg. Der Brite ist trotz einer auffälligen Probe vom Dopingverdacht freigesprochen worden.

Zürich - Freifahrtschein für Chris Froome: Der Weltverband UCI hat den britischen Radprofi nach einer quälenden Prüfung über neun Monate vom Doping-Verdacht freigesprochen. Damit kann der umstrittene Seriensieger am kommenden Samstag in Noirmoutier bei der 105. Tour de France starten. Die UCI untersuchte den Fall seit dem 7. September 2017, nachdem beim Sky-Kapitän überhöhte Werte des Asthmamittels Salbutamol gemessen worden waren. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, auf deren Empfehlung die UCI geurteilt hatte, stimmte dem Freispruch zu.

Keine 24 Stunden nachdem sich der Tour-Veranstalter ASO zu einem juristisch riskanten Start-Verbot gegen den Briten durchgerungen hatte, weil die lange angemahnte Verbands-Entscheidung ausblieb, kam das UCI-Verdikt. Das akzeptiert auch Tour-Chef Christian Prudhomme, dessen ausgesprochene Froome-Verbannung jetzt vom Tisch ist. Die „höhere Instanz“ habe entschieden, sagte der Franzose am Montag dem Radiosender Franceinfo.

Froome spricht von Schlussstrich

Das UCI-Urteil war natürlich nach dem Geschmack Froomes, der sich bei der Tour von einem Bodyguard begleiten lassen will. „Die heutige Entscheidung zieht einen Schlussstrich. Das bedeutet, dass wir alle weitermachen und uns auf die Tour de France konzentrieren können“, sagte der 33 Jahre alte Sky-Kapitän in einer Stellungnahme seines Teams. „Die vergangenen Monate waren sehr emotional“, twitterte Froome.

Zusammen mit namhaften Anwälten aus London konnte Froome offensichtlich darlegen, dass bei der erhöhten Salbutamol-Dosierung keine Manipulationsabsicht vorlag. In ähnlichen Fällen waren in den vergangenen Jahren die italienischen Profis Alessandro Petacchi und Diego Ulissi gesperrt worden.

Macht auch in Rosa eine gute Figur: Chris Froome gewann im Mai den Giro d‘Italia.

“Kenne Regelungen meiner Asthma-Behandlung genau“

„Ich leide seit meiner Kindheit an Asthma. Ich kenne die Regelungen meiner Asthma-Behandlung genau und benutze den Inhalator nur, um die Symptome innerhalb der erlaubten Grenzen zu behandeln“, gab der umstrittene Seriensieger weiter zu Protokoll. Über dem erlaubten Limit von 1000 Nanogramm pro Milliliter Urin kann Salbutamol leistungssteigernd wirken. Froome lag mit seinem Wert (1920) fast 100 Prozent darüber.

„Die Verbotsliste der WADA sieht vor, dass ein Athlet beweisen darf, dass sein abnormales Ergebnis die Folge einer erlaubten Verwendung war, wodurch der Fall nicht als Regelverstoß zu werten ist“, heißt es in dem UCI-Statement.

Im Mai erstmals den Giro d‘Italia gewonnen

Nach den WADA-Regularien durfte der Brite bis zur Klärung der Sachlage weiterfahren. Er ließ sich davon nicht abbringen und gewann in dieser Zeit im Mai zum ersten Mal den Giro d'Italia. Jetzt kann der Brite, der für die Bemühungen seiner Anwälte mehrere Millionen Euro gezahlt haben soll, seinen fünften Toursieg ins Visier nehmen.

Auch deutsche Profis hatten kein Verständnis für die lange Entscheidungsfindung beim Weltverband. „Das hätte viel früher geklärt werden müssen. Wäre das vom Namen her einem Fahrer wie mir passiert - ich wäre seit einem dreiviertel Jahr nicht mehr im Feld“, hatte der deutsche Tourstarter Marcel Sieberg am Rand der deutschen Meisterschaften in Einhausen erklärt. „Das alles hätte man schon vor einem halben Jahr klären können“, erklärte der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin.

„Die UCI hätte es natürlich bevorzugt, den Fall früher in der Saison zu einem Ende zu bringen, musste aber Herrn Froome einen fairen Prozess garantieren, so wie sie es bei jedem anderen Fahrer auch gemacht hätte. Nachdem die Position der WADA am 28. Juni eingegangen war, hat die UCI ihre Entscheidung so schnell wie möglich vorbereitet und verkündet“, hieß es in der Verbands-Stellungnahme weiter.

Erfahren Sie auf  tz.de*, wie Sie die Tour de France 2018 im TV oder Online ansehen können.

dpa

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