Robert Enke - der etwas andere Torwart

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Robert Enke war ein stiller Vertreter seiner Zunft

Hannover - Leise, still und höflich: Vokabeln, die einem für einen Torwart selten einfallen. Nachdenklich, ruhig und zuvorkommend - das beschreibt Robert Enke. So war er wirklich: 

Der 32 Jahre alte Fußball-Profi, der sich am Dienstag das Leben genommen hat, war ein Torwart der anderen Art: Als Sportler ungewöhnlich und als Mensch außergewöhnlich. Kein Lautsprecher, doch einer mit einer klaren Meinung. Kein Showmann, aber bei aller Sachlichkeit auch mit aufsehenerregenden Aktionen. Einer, der im Stadion Zehntausende Fußballfans mit spektakulären Paraden begeistern konnte und außerhalb ganz unspektakulär auftrat.

Dass die Menschen in Hannover, und das waren nicht nur die Anhänger von 96, ein ganz besonderes Verhältnis zu dem Torwart hatten, lag an Enkes Auftreten. An seiner Zurückhaltung auf und neben dem Platz. An seiner Bescheidenheit. An seinem unaufgeregten Verhalten in der zuweilen schrillen Welt des Fußballs. Und es lag natürlich an der traurigen Geschichte seiner herzkranken Tochter Lara, an dem Leidensweg des Mädchens und an ihrem frühen Tod im Alter von zwei Jahren.

Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort

 
Robert Enke ist tot. © dpa
 
Er beging im etwa 30 km nordöstlich von Hannover gelegenen Neustadt-Eilvese Selbstmord. © dpa
 
Eilvese liegt ganz in der Nähe von Robert Enkes Wohnsitz. Er hinterlässt seine Ehefrau Teresa und eine acht Monate alte Tochter, die das Paar im Mai adoptiert hatte. © dpa
 
Laut Polizei warf er sich vor einen Zug. Die Fußball-Welt steht unter Schock. © dpa
 
Der achtmalige Nationalspieler war gegen 18.25 Uhr von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. © dpa
 
"Es war Selbstmord", sagte Enkes Berater Jörg Neblung der Deutschen Presse-Agentur dpa: "Über weitere Hintergründe möchte ich heute nicht sprechen, ich bitte um Verständnis." © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
 
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Vor dem Stadion von Hannover 96 stellten am Abend Fans Kerzen auf und trauerten um ihren Lieblingsspieler. © dpa
Der Leichenwagen am Unfallort. © dpa
Enkes Auto wird abtransportiert. © dpa
Rettungskräfte an der Unfallstelle. © dpa
Rettungskräfte an der Unfallstelle. © dpa
Robert Enkes Auto in Eilvese. © dpa
Der Unfallort. © dpa
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Die Fans trauern um Nationaltorwart Robert Enke, legen Trikots, Schals, Handschuhe, Kerzen und Blumen nieder. © ap
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort © Getty
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort © Getty
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort © Getty
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort © Getty
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort © Getty
Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Trauer um Robert Enke - Bilder vom Unglücksort
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Nur zwei Tage nach dem tragischen Tod am 17. September 2006 begann der Tormann wieder mit dem Training. Sechs Tage nach dem Schicksalsschlag stand Enke im Kasten von Hannover 96. Äußerlich war dem Keeper nichts anzumerken. Enke wirkte gefasst - so gefasst, wie ein Mensch in solch einer Situation nur wirken kann. Es schien, als wenn der schnelle Weg zurück auf den Fußballplatz ein Teil seiner Trauerbewältigung war.

Die Menschen litten mit, sie nahmen Anteil am Leiden der Familie Enke. Aus Respekt stellte kein Journalist Fragen nach jenem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, bei dem er wieder einmal tadellos gehalten hatte. Bei einer Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen Georgien sprach Enke dann von sich aus über den Tod der kleinen Lara und bedankte sich für die Anteilnahme. Ihren Namen trug er als Tätowierung auf dem rechten Arm.

Dass Enke labil war, wie 96-Clubchef Martin Kind am Abend seines Todes erklärte, überraschte viele. Kind, der den Profi besser als die meisten Menschen kannte, sagte, dass Enke das überspielen konnte. Nach außen waren tatsächlich keine Stimmungsschwankungen erkennbar. Kinds Beschreibung rief daher große Verwunderung hervor. Sie passte nicht zum Bild der öffentlichen Wahrnehmung, zum ausgeglichenen und stets gefassten Auftreten. Und sie zeigte, wie wenig Sätze bei Pressekonferenzen, nach Fußballspielen oder am Trainingsplatz über einen Menschen verraten.

Die Karriere von Robert Enke in Bildern

 
Nationaltorwart Robert Enke ist tot. So wie auf diesem Bild werden ihn die Fußball-Fans in Erinnerung behalten. In unserer Fotostrecke zeigen wir die Stationenn in der Karriere des Robert Enke in Bildern. © ap
 
Robert Enke wurde am 24. August 1977 in Jena geboren. In seiner Heimatstadt spielte Enke für den SV Jenapharm Jenau und dem FC Carl Zeiss Jena. 1996 wechselte er zu Bundesligist Borussia Mönchengladbach. © ap
 
Enke verbrachte dort zwei Jahre auf der Bank, ehe er in der Saison 1998/99 unter Friedel Rausch und Rainer Bonhof zum Stammtorhüter wurde. © Getty
Trotz starker Leistungen gelang es Enke jedoch nicht, den Abstieg der Borussia aus der  Bundesliga zu verhindern. © dpa
 
Doch seine überzeugenden Vorstellungen brachten ihm seine erste Nominierung für die Nationalmannschaft ein. Er gehörte zum DFB-Team, das am FIFA Confederations-Cup 1999 in Mexiko teilnahm. Ein Einsatz blieb ihm jedoch verwehrt. Erst 2006 sollte er wieder in den Fokus der DFB-Auswahl rücken. © dpa
Im Sommer 1999 wechselte Robert Enke mit nur 22 Jahren nach Portugal zu Benfica Lissabon. Unter dem deutschen Trainer Jupp Heynckes wurde er Leistungsträger und schließlich Mannschaftskapitän. © dpa
 
Der Lissaboner Traditionsclub erreichte allerdings in den folgenden drei Spielzeiten nur mittelmäßige Ergebnisse. © Getty
 
Nach 77 Spielen für den portugiesischen Spitzenverein wechselte er ins Nachbarland Spanien. © Getty
 
Sein neuer Verein hieß FC Barcelona. Hier wird Enke im Sommer 2002 vom damaligen Barca-Coach und heutigen Bayern-Trainer Louis van Gaal offiziell vorgestellt. © dpa
 
Bei Barca erlitt er jedoch einen Karriereknick und kam nur zu vier offiziellen Einsätzen. © Getty
 
Er konnte sich auch im Training nicht anbieten. © dpa
Ein Ausleihgeschäft im Sommer 2003 in die Türkei zu Fenerbahçe Istanbul mit Trainer Christoph Daum wurde zu einem Desaster. Enkes erstes Spiel ging verloren und die eigenen Fans bewarfen ihn mit Gegenständen, woraufhin er seinen Vertrag auflöste und vorübergehend erwerbslos wurde. © dpa
 
Formal war Enke immernoch an Barcelona gebunden. Er ließ sich zum spanischen Zweitligisten CD Teneriffa ausleihen, wo er Stammtorhüter wurde. Im Sommer 2004 lief sein Vertrag aus, er wechselte zurück nach Deutschland. © Getty
 
Seine neue Heimat hieß Hannover. Von Beginn an wurde er zu einem Leistungsträger der Mannschaft und wurde seitdem mehrfach im Rahmen von Umfragen des Fachmagazins Kicker von den Bundesligaspielern zum besten Torwart gewählt. © Getty
 
Seit 2007 fungierte Enke auch als Mannschaftskapitän von Hannover 96. Erstmals hatte er einen Profivertrag in seiner Karriere verlängert und war damit noch bis 2010 an Hannover gebunden. © Getty
 
Seine überzeugenden Vorstellungen im Verein ließen ihn auch für die Nationalmannschaft wieder interessant werden. Enke wurde vor der WM 2006 von Jürgen Klinsmann in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen, nahm jedoch nicht am Turnier teil. © dpa
 
Nach der WM setzte sich Enke zunächst wieder im Kader der Nationalmannschaft fest und fuhr als Ersatztorwart zu Länderspielen. Im März 2007 gab Enke sein Länderspieldebüt unter Jogi Löw in einem Freundschaftsspiel gegen Dänemark. © ap
 
Schwerer Schicksalsschlag für den sympathsicehn Torwart: Tochter Lara starb 2006 im Alter von zwei Jahren an einem angeborenen Herzfehler. Doch Enke kämpfte sich zurück, wollte weiterspielen und fand zu alter Stärke zurück. © Getty
 
In der Hierarchie der Nationalmannschaft stand Enke im folgenden Jahr hinter Jens Lehmann und gleichauf mit Timo Hildebrand. An der EM 2008 nahm Enke als offizielle Nummer 2 im deutschen Tor teil, hinter Lehmann und vor René Adler. © dpa
 
Nach der EM und dem Rücktritt von Jens Lehmann wurde Robert Enke einer der Anwärter für dessen Nachfolge als Stammtorhüter. Als Hauptkontrahent stellte sich dabei René Adler (rechts) heraus. © dpa
 
Sein erstes DFB-Pflichtspiel bestritt Enke am 6. September 2008 in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein. Insgesamt hütete er in sechs von elf Spielen der Nationalmannschaft in der Saison 2008/09 das Tor. © dpa
 
Löw hatte sich allerdings nicht ausdrücklich für Enke als neue Nummer Eins ausgesprochen, so dass sich dieser dem Konkurrenzkampf gegenüber Rene Adler, Tim Wiese und Manuel Neuer stellen musste. © Getty
 
Nach einer rätselhaften Virus-Erkrankung musste Enke im Herbst 2009 einige Spiele in der Bundesliga als auch Länderspiele absagen. Nur wenige Tage vor seinem Tod war Enke ins Tor von Hannover 96 zurückgekehrt. © Getty
 
Robert Enke wird als einer der besten und sympathischten deutschen Torhüter in die Analen der Bundesliga und des DFB eingehen. © dpa

Dass Enke auch eine unsichere und verletzliche Seite hatte, ließ sich höchstens bei seiner sportlichen Odyssee durch Südeuropa erahnen. Nach einem gelungenen Bundesligaeinstand bei Borussia Mönchengladbach und erfolgreichen Jahren bei Benfica Lissabon erlebte Enke eine wechselhafte Karriere mit Tiefpunkten, die einen zerbrechen lassen können. Beim FC Barcelona musste Enke unter dem jetzigen Bayern-Trainer Louis van Gaal einen ersten Rückschlag hinnehmen, wurde nach einem verkorksten Auftakt gegen einen Drittligisten zunächst auf die Bank gesetzt und später ausgeliehen. Aus Istanbul floh Enke nach nur einem Spiel, als er nach Unsicherheiten gnadenlos niedergemacht worden war. Er landete in der 2. spanischen Liga.

Erst bei Hannover 96, nach fünf Jahren zurück in Deutschland, fand Enke zu sportlicher Sicherheit zurück. Er schaffte den Sprung ins Nationalteam, obwohl er bei einem Mittelklasse-Team spielte. Vor den Toren Hannovers, wo er mit seiner Frau, vielen Tieren und seit Mai mit einer Adoptivtochter lebte, schien er zu Hause zu sein. Während es bei 96 rund lief, musste Enke in der Nationalmannschaft - wegen einer Handverletzung und zuletzt wegen einer rätselhaften bakteriellen Erkrankung - zweimal wichtige Qualifikationsspiele ausfallen lassen. Seine Stellung als Nummer eins drohte er damit zu verlieren. Nur ein einziger Satz deutete angesichts dieser Rückschläge auf eine Form von Verzweiflung hin, als er angesichts seiner Bakterieninfektion im September fragte: “Warum immer ich?“

dpa

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