Rogge treibt die Manager auf die Barrikaden

Olympia-Zoff und kein Ende. Nach den deutlichen Worten von IOC-Präsident Jacques Rogge spitzt sich der Streit um die Teilnahme von Bundesliga-Profis am olympischen Turnier in Peking immer mehr zu.

Werder Bremens Mittelfeldstar Diego, der ebenso wie der Schalker Rafinha am Dienstag mit Brasiliens Olympia-Team nach Singapur fliegen möchte, wurde gestern von seinem Klub zurückgepfiffen. Die Bremer halten an ihrem Reiseverbot fest, weil laut Geschäftsführer Klaus Allofs keine Abstellungspflicht besteht.

Diese Auffassung bekräftigt die DFL. Sie prüft sogar, ob Spieler, die ohne Zustimmung der Klubs nach Peking reisen, für Olympia gesperrt werden können. Das Männerturnier sei im internationalen Terminkalender nicht hinterlegt, deshalb gibt es keine Abstellungspflicht, erklärte Holger Hieronymus, der stellvertretende Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung.

Diego & Co. erhielten derweil Unterstützung von Thomas Bach. Der IOC-Vizepräsident sagte gestern: „Ich finde es sehr schade, dass die Vereine ihren jungen Spielern den Olympia-Traum verbauen. Da würde ich mir mehr Verständnis wünschen.“ Bundesliga-Aufsteiger Hoffenheim gab seinem nigerianischen Stürmer Chinedu Obasi gestern nach langem Tauziehen die Reiseerlaubnis. „Der Druck auf den Spieler und seine Familie in Nigeria hat in den letzten Tagen ein Ausmaß angenommen, das wir bei verantwortungsbewusstem Umgang mit diesem Thema nicht ignorieren können“, sagte Manager Jan Schindelmeiser. Auch Hertha-Profi Solomon Okoronkwo darf für Nigeria auflaufen.

Schalke und Bremen wollen im Streit mit dem IOC und der FIFA indes nicht klein beigeben. Für S04-Manager Andreas Müller gibt es keine Handhabe, den Brasilianer Rafinha nach China reisen zu lassen. Der Verteidiger hatte in der BamS angekündigt: „Ich glaube nicht, dass ich Montag mit Schalke ins Trainingslager fliege, sondern Dienstag mit Brasilien zu Olympia.“ Er erwarte auch Landsmann Diego am Treffpunkt in Paris. Doch Werder Bremen stellt sich quer. „Wir bleiben bei unserem Nein, auch wenn die FIFA um eine Abstellung bittet“, sagte Allofs.

Das letzte Wort in der Angelegenheit ist damit aber nicht gesprochen. Diego hat auf seiner Homepage ein erneutes Gespräch mit der Werder-Führung für heute angekündigt. Unter gewissen Umständen sind die Bremer zu einer Freigabe bereit. Dazu müsste es aber zu einer verbindlichen Vorgabe durch die FIFA kommen. „Wenn sich die Sachlage in so eine Richtung verändern würde, was bisher aber nicht absehbar ist, dann wäre das eine neue Situation, die wir ebenso akzeptieren würden“, sagte Allofs.

Fortsetzung folgt.

Quelle: tz

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