Ausnahmetalent feiert Profidebüt

Anton Segner: Rugbyabenteuer in Neuseeland - Bald für die legendären All Blacks?

Rugby-Spieler Anton Segner
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Anton Segner gilt als Ausnahmetalent im Rugby.

Anton Segner zog mit 15 Jahren von Frankfurt nach Neuseeland. 18 000 Kilometer von der Familie entfernt schuftet er täglich für seinen großen Traum: Rugby-Profi und ein Einsatz für die All Blacks.

  • Anton Segner zog mit 15 Jahren von Frankfurt nach Neuseeland
  • In der Junioren-Nationalmannschaft spielte er vor 10 000 Zuschauern
  • Nun gab der 19-Jährige sein Profi-Debüt

München – Es war ein magischer Moment für Anton Segner. Isaac Ross, ehemaliger neuseeländischer Nationalspieler, nahm den Deutschen in den Arm und gab ihm den Ratschlag, dass er auf dem Platz einfach er selbst sein soll. Kurz danach lief Segner das erste Mal für Tasman Mako auf und feierte sein Profidebüt. Tasman Mako – benannt nach einer Haiart – ist Titelverteidiger des Mitre10-Cups, der höchste Wettbewerb im neuseeländischen Rugby. „Ich habe Anfang der Woche schon rausgefunden, dass ich am Wochenende auf der Bank bin. Ich hatte die ganze Woche Schmetterlinge im Bauch. Als ich dann plötzlich auf dem Platz stand, sind die Schmetterlinge schnell weggeflogen“, erzählt Segner im Gespräch mit unserer Zeitung.

Rückblende: 2017 erhält Segner eine SMS aus Neuseeland, die sein ganzes Leben verändert. Der Absender? Tim Manawatu, der das Ausnahmetalent fünf Jahre beim SC Frankfurt 1880 trainiert hatte. Der Inhalt: „Komm nach Neuseeland. Ich glaube, du bist gut genug, um es hier zu packen.“

Seine Mutter musste Segner von Neuseeland überzeugen

Für den damals 15-Jährigen ist die Sache ziemlich schnell klar. Er will die große Chance nutzen. Am Telefon lacht Segner: „Meine Mutter war gar nicht begeistert davon. Sie war anfangs kein Fan von der Idee, ich musste sie überreden.“

Die Argumente des Frankfurters fruchten. Sein Lebensmittelpunkt verlagert sich von Hessen in die 18 000 Kilometer entfernte Küstenstadt Nelson. Dort erhält er ein College-Stipendium, findet durch den Sport schnell Freunde: „Hier rennt jedes Kind mit einem Rugbyball unter dem Arm rum. Es ist nicht nur eine Sportart, sondern Teil der Kultur.“ Segner feiert schnell Erfolge. Er spielt für die U18-Nationalmannschaft vor über 10 000 Zuschauern und darf am traditionellen Haka – einem Kriegstanz vor Beginn der Partie – teilnehmen: „Ich hatte durchgängig Gänsehaut.“

Das Profidebüt am 7. Spieltag für Tasman Mako war für den 19-Jährigen der nächste wichtige Schritt. Der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zum großen Traum – ein Einsatz für die All Blacks, die legendäre Nationalmannschaft Neuseelands. Um für die All Blacks spielen zu dürfen, muss man mindestens fünf Jahre in Neuseeland leben, zudem darf man nur sechs Wochen im Jahr im Ausland verbringen. Doch für Segner liegt der Fokus ohnehin komplett auf Rubgy. Viermal in der Woche finden zwei Trainingseinheiten statt, am Wochenende wird gespielt. Nur der Mittwoch ist frei zur Regeneration.

Ich denke, meine Mutter ist jetzt stolz auf mich.

Anton Segner.

Der 1,90 m große und 110 Kilo schwere Athlet, der als Offensivkraft auf den Außenpositionen aufläuft, hat einen Leitsatz: „Ich will der beste Sportler werden, der ich sein kann.“ Die Leistungen des begabten Spielers bleiben in Neuseeland nicht unbemerkt. Die Seite „Rugbypass“ listet Segner als einen von fünf Perspektiv-Spielern für die All Blacks bei der nächsten WM 2023 in Frankreich auf.

Doch zunächst konzentriert sich der Stürmer auf seinen Verein. Mit Unterstützung seines Mentors Manawatu, der auch bei seinem Debüt auf der Tribüne saß: „Er ist eine zweite Vaterfigur in meinem Leben. Er hat hier meine Familie repräsentiert.“ Und was sagt die 18 000 Kilometer entfernte Familie zum jüngsten Erfolg? Segner lacht: „Ich denke, meine Mutter ist jetzt stolz auf mich.“

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