tz-Interview

Sabine Lisicki, was ist Ihr Erfolgsrezept?

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Sabine Lisicki kocht nur glutenfrei.

München - Ein wenig Obst und einen Schluck Tee, dann ist Wimbledon-Viertelfinalistin Sabine Lisicki (24) bereit zum Gespräch. Private Fragen zu Oliver Pocher werden nicht beantwortet, dafür umso mehr zum sportlichen Bereich. Das tz-Interview.

Ein wenig Obst und einen Schluck Tee, dann ist Wimbledon-Viertelfinalistin Sabine Lisicki (24) bereit zum Gespräch. Private Fragen zu Oliver Pocher werden nicht beantwortet, das macht die PR-Frau an ihrer Seite unmissverständlich klar. Gut, dann lassen Sie uns über Wimbledon, das Fed-Cup-Finale und Novak Djokovic sprechen.

Frau Lisicki, vor Wimbledon lief es sportlich nicht gut. Wie sicher waren Sie, dass es in London wieder klappt?

Lisicki: Ehrlich gesagt, als ich in Paris auf mein Handgelenk gefallen bin, hatte ich schon kurzzeitig Angst. Aber ich habe trotzdem weiter gearbeitet und bin mit dem Selbstvertrauen aus dem Vorjahr in das Turnier gegangen.

Das funktioniert so einfach? Was ist Ihr Erfolgsrezept in Wimbledon?

Lisicki: Dass ich das Damenturnier auf dem Center Court eröffnen durfte, war eine große Ehre, da war ich schon nervös. Aber sobald ich auf dem Platz stand, hat mir das Publikum die nötige Energie gegeben. Die Erinnerungen kamen hoch. Es war einfach gut.

Sie müssen seit vier Jahren wegen einer Glutensensitivität sehr auf Ihre Ernährung achten. Wie schaffen Sie das während des Turniers?

Lisicki: In London miete ich mit meinem Eltern immer ein Haus, dort kochen wir abwechselnd, und ich kann glutenfreie Lebensmittel mitnehmen. Den speziellen Geschmack von Mamas Gerichten bekommen Papa und ich nicht hin, aber dafür kümmern wir uns um die Fisch- und Fleischgerichte. Seit April arbeite ich auch mit der Firma Schär zusammen, die glutenfreie Produkte vertreibt. Ich stand nach meiner Diagnose alleine da, jetzt will ich betroffenen Menschen helfen.

Novak Djokovic hat die gleiche Erkrankung.

Lisicki: Das stimmt, ich tausche mich öfters mit ihm aus. In Wimbledon sind wir zusammen ausgelaufen, mit ihm ist es immer lustig.

Laden Sie ihn denn bald mal zum Essen ein?

Lisicki (lacht): Novak heiratet ja jetzt erst mal.

Wie geht es für Sie weiter?

Lisicki: Ich bin nach wie vor auf der Suche nach einem neuen Trainer. Mein Papa hat das Amt nur als Interimslösung übernommen, weil die Zeit vor Wimbledon sehr kurz war.

Aber es lief doch so gut…

Lisicki: Das stimmt, aber ich möchte noch einen Schritt weiterkommen. Ich muss mir jetzt bewusst machen, dass es keinen riesengroßen Unterschied macht, ob ich auf Rasen oder Harcourt spiele. Ein guter Aufschlag ist auch dort gut.

Im November ist in Prag das Fed-Cup-Finale. Im Halbfinale waren Sie nicht nominiert.

Lisicki: Die Kommunikation mit Teamchefin Barbara Rittern ist sehr gut. Petko (Andrea Petkovic, Anm. d. Red.) und Angie (Angelique Kerber, d. Red.) haben in den vergangenen Wochen super gespielt, ich jetzt in Wimbledon auch. Die Motivation dort dabei zu sein ist sehr groß, es wird ein sehr spannendes und ausgeglichenes Duell.

Interview: Mathias Müller

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