Große Supermarktkette ruft Wurst zurück: Achtung nicht essen! Gesundheitsgefahr droht

Große Supermarktkette ruft Wurst zurück: Achtung nicht essen! Gesundheitsgefahr droht

Dreifach-Weltmeister schreibt in der tz

Vettel: "Ich will immer ich selbst sein"

+
Sebastian Vettel bleibt sich selbst treu

München - Für kaum einen Sportler ist das Jahr 2012 rasanter verlaufen als für Sebastian Vettel. Der Dreifachweltmeister zieht in seiner tz-Kolumne ein Fazit. Nicht nur Erfolge auf der Strecke sind ihm wichtig.

Diese unglaubliche Saison war lang, ich habe meinen Pokal wieder und ich komme endlich mal ein bisschen zur Ruhe. Ich freue mich sehr, jetzt oft mit Freunden und Familie zusammen zu sein. Bis Anfang Januar habe ich ein wenig Zeit für mich, dann fangen die Vorbereitungen zur neuen Saison schon wieder an. Wie sagt man so schön: Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Jetzt bin ich schon drei Mal Formel-1-Weltmeister und viele fragen mich, wie ich die Titel miteinander vergleichen kann: Als ich die WM zum ersten Mal gewonnen habe, war das schon etwas ganz Besonderes, Wahrscheinlich, weil es am Ende auch eine kleine Überraschung war. Grundsätzlich ist aber jeder WM-Sieg speziell. Dabei ist es egal, ob es der erste oder dritte ist. Jeder steht für sich und ist aus anderen Umständen heraus entstanden.

Eins ist aber gleich geblieben: Zweifel sollte man nie haben und schon gar nicht sein Ziel, die WM zu gewinnen, aufgeben. Wie ich mental aufgestellt war? Genauso wie zu Beginn der Saison und jetzt, ich glaube an das Team und mich und gemeinsam kämpfen wir und geben wir alles für ein gemeinsames Ziel. Das wird auch nächstes Jahr der Fall sein.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

2011 sah alles viel einfacher aus, als es war. Wir haben auch da das Maximale geben müssen. In dieser Saison haben uns die Regel­änderungen nicht gerade in die Karten gespielt. Ich glaube sogar, dass die Änderungen uns mehr wehgetan haben als den anderen. Ich lasse mal die letzten Jahre deshalb Revue passieren: Wir hatten ein gutes Auto mit Doppeldiffusor. Der wurde verboten. Wir hatten ein gutes Auto mit dem angeblasenen Diffusor. Ebenfalls abgeschafft. Warum? Keine Ahnung…

Deshalb brauchten wir eine gewisse Zeit, um uns an die Neuerungen anzupassen. Aber wir haben immer an unsere Stärken geglaubt und konnten – je länger die Saison gedauert hat – diese Stärken ausspielen.

Der Kampf mit Fernando Alonso und den anderen war hart. Mit Sicherheit ist Fernando einer der besten Rennfahrer, sonst wäre er nicht da, wo er jetzt ist. Fernando hat es auf jeden Fall geschafft, zusammen mit Ferrari ein Auto auf die Beine zu stellen, mit dem man um den Titel fahren konnte. Wer der Beste von uns ist, sollen andere beurteilen.

Aber eins ist auch klar: Ich bin nicht hier, um besser als Fernando oder ein anderer Fahrer zu sein. Ich glaube, dass wir uns derzeit in einer Ära vieler starker Piloten befinden. Ich bin sehr stolz darauf, einer der besten Fahrer der Welt zu sein. Und ich habe schon dreimal die WM gewonnen. Das bedeutet, dass ich der konstant schnellste Fahrer einer Saison war. Das bedeutet mir mehr, als was die Leute über mich denken oder sagen.

Es gibt einige, die beispielsweise behauptet haben, ich könne nur schlecht verlieren. Grundsätzlich sehe ich ein solches Image eher als Kompliment an. Mein Ziel ist, zu siegen. Ich gebe nie auf, gebe mich nie mit einem zweiten oder dritten Platz zufrieden, wenn ich sehe, dass mehr drin ist. Wichtig ist aber dabei: Man will nicht verlieren, aber man sollte es trotzdem können. Man muss die Gegner respektieren und ihre Leistung anerkennen. Natürlich ist es am schönsten, ganz oben auf dem Podest zu stehen. Aber ich kann auch durchaus glücklich sein, wenn es mal nicht mit dem Sieg oder einem Podestplatz geklappt hat. So war ich beispielsweise sehr zufrieden mit meinem Heimrennen in Hockenheim. Ich habe wie ein Löwe gekämpft und ohne Strafe noch den zweiten Platz erkämpft. Mehr war an dem Tag einfach nicht drin. Ich habe alles gegeben und war glücklich. Wenn ich aus dem Auto steige und weiß, dass ich das Bestmögliche aus mir und dem Auto rausgeholt habe, bin ich zufrieden, weil ich ehrlich genug bin, zuzugeben, dass jemand anders besser war. Dann kam die Strafe, weil ich Jenson Button neben der eigentlichen Strecke überholt habe. Und futsch war es mit dem „Vizesieg“.

Klar war ich in der ersten Emotion extrem sauer. Dazu stehe ich. Das heißt aber nicht, dass ich die Strafe nicht akzeptiere. Es ist wie beim Fußball. Ein Schiedsrichter zeigt für das gleiche Foul eine Gelbe Karte, ein anderer lässt das Spiel weiterlaufen. Das gehört dazu. Wichtig ist, das Vergangene so schnell wie möglich abzuhaken und positiv nach vorne zu schauen.

Ich kann sehr gut mit Fehlern leben. Es kommt drauf an, ob man sie selbst verschuldet hat oder nicht. Wenn ich sie selbst verschuldet habe, ärgert es mich natürlich und ich versuche, den gleichen Fehler nicht noch mal zu machen. Wenn es aber äußere Umstände sind, die ich nicht beeinflussen konnte, muss ich es akzeptieren und abhaken. Lange kaue ich nicht auf solchen Sachen rum, sondern denke am Sonntagabend dann schon wieder ans nächste Rennen.

Am wichtigsten bei allem ist: Ich will immer ich selbst sein. Ich will abends zufrieden in den Spiegel schauen können. Dazu gehört auch, dass man sich selbst treu bleibt. Ich muss mich nicht dafür schämen, dass ich nach außen zeige, dass ich nicht ganz zufrieden bin. Wenn ich mich ärgere, kann ich das zeigen, wenn ich mich freue, genauso. Ich fühle mich als Sportler – mit allen Emotionen, die dazugehören.

Von Sebastian Vettel

Auch interessant

Meistgelesen

Einigung: Wolfsburg verlängert mit Schmadtke
Einigung: Wolfsburg verlängert mit Schmadtke
FC St. Pauli und Trainer Luhukay: Trennung zum Saisonende
FC St. Pauli und Trainer Luhukay: Trennung zum Saisonende
Boris Becker: Irrer Twitter-Streit mit Tennis-Rüpel Nick Kyrgios - „Größerer Trottel als ich dachte“
Boris Becker: Irrer Twitter-Streit mit Tennis-Rüpel Nick Kyrgios - „Größerer Trottel als ich dachte“
Tennis-Fans bei French Open in Paris zugelassen
Tennis-Fans bei French Open in Paris zugelassen

Kommentare