Nur Siebte: Kleinert wird EM-Fluch nicht los

+
Kugelstoßerin Nadine Kleinert

Barcelona - Kugelstoßerin Nadine Kleinert wird ihren EM-Fluch einfach nicht los: Nach drei sechsten Plätzen in Serie musste sie sich auch in Barcelona ohne die lang ersehnte Medaille verabschieden.

18,94 Meter reichten dem 34 Jahre alten Team-Kapitän der deutschen Mannschaft nur zum enttäuschenden siebten Rang. Dafür jubelten am Dienstagabend zwei starke Frauen aus Weißrussland: Nadeschda Ostaptschuk gewann mit 20,48 Metern vor Natalja Michnewitsch (19,53). Bronze erkämpfte die Russin Anna Awdejewa (19,39). “Die Lockerheit habe ich heute morgen im Stadion verloren. Wenigstens bin ich nicht Sechste geworden. Man muss ein bisschen Humor dabei haben, sonst mache ich mich fertig“, sagte Kleinert. Nach Silber bei Olympia (2004) und gleich drei Weltmeisterschaften (1999, 2001, 2009) flog ihre vier Kilo schwere Eisenkugel auch beim vierten EM-Start am Edelmetall vorbei. Petra Lammert schaffte den Sprung aufs Podest ebenfalls nicht: Nach Bronze 2006 in Göteborg wurde die Neubrandenburgerin mit 18,94 Metern diesmal nur Sechste - und war damit “schon zufrieden“. Denise Hinrichs (Wattenscheid/18,48) landete auf Platz acht.

So schön ist die Leichtathletik-EM in Barcelona

So schön war die Leichtathletik-EM 2010 in Barcelona

Sehen Sie folgend die schönsten Athletinnen der Leichtathletik-EM in Barcelona (27. Juli bis 1. August 2010). © dpa
Deutschlands Hochsprung-Hoffnung Ariane Friedrich. © Getty
Hammerwerferin Betty Heidler. © Getty
Die deutsche Weitspringerin Bianca Kappler. © Getty
Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic aus Kroatien. © Getty
Hürdenläuferin Carolin Nytra. © Getty
Siebenkämpferin Carolina Klüft aus Schweden. © Getty
Speerwerferin Christina Obergföll. © Getty
Sprinterin Christine Arron aus Frankreich. © Getty
Die Referenz im Stabhochsprung: Elena Isinbajeva aus Russland. © Getty
Was für ein bezauberndes Lächeln: Hochspringerin Emma Green aus Schweden. © Getty
Die deutsche Damen-Sprintstaffel mit Verena Sailer, Katja Tengel, Anne Möllinger, Marion Wagner und Yasmin Kwadwo. © Nike/ Robert Hörnig
Verena Sailer neben Hürdenspezialistin Carolin Nytra (r.). © Nike/ Robert Hörnig
Und nochmal die Sailer mit der Nytra. © Nike/ Robert Hörnig
Carolin Nytra ... © Nike/ Robert Hörnig
... macht fast immer eine gute Figur. © Nike/ Robert Hörnig
Verena Sailer. © Nike/ Robert Hörnig
Verena Sailer nach einem Wettkampf. © Getty
Die britische Siebenkämpferin Jessica Ennis. © Getty
Die britische Siebenkämpferin Kelly Sotherton. © Getty
Diskuswerferin Nadine Müller. © Getty
Die portugiesische Siebenkämpferin Naide Gomes. © Getty
Die dänische Hürdenläuferin Sara Petersen. © Getty
Hürdenläuferin Sarah Claxton aus England. © Getty
Stabhochspringerin Silke Spiegelburg. © Getty
Die holländische Langstreckenläuferin Susan Kuijken. © Getty
Die russische Mittelstreckenläuferin Yelena Soboleva. © Getty

Mit Licht und Schatten, Frust und Freude hatte die erste Leichtathletik-EM auf spanischem Boden für die deutschen Asse begonnen. Hammerwerfer Markus Esser verpasste überraschend das Finale, musste danach mit den Tränen kämpfen und verstand die Welt nicht mehr. Auch die beiden Weitspringerinnen können den Rückflug buchen: 6,50 Meter und Platz 17 reichten der deutschen Meisterin Bianca Kappler (Rehlingen) nicht.

Auch die 21-jährige Hamburgerin Nadja Käther sprang am Finale vorbei. Den ersten von 47 Titeln hatte am Vormittag der Russe Stanislaw Emeljanow über 20 Kilometer Gehen geholt. Der Berliner Maik Berger kam als 16. ins Ziel. “Ich kann jetzt nichts sagen, ich weiß noch gar nicht, was passiert ist“, sagte ein am Boden zerstörter Esser. “Ich habe gerade drei Fernsehinterviews abgebrochen, weil ich fast geheult habe.“ Der 105-Kilo-Mann vom TSV Bayer 04 Leverkusen hatte in der Qualifikation einen rabenschwarzen Tag erwischt. Mit schwachen 71,89 Metern blieb der 30 Jahre alte deutsche Meister weit unter der geforderten Qualifikationsweite (77,50) und kam nicht über Platz 19 hinaus. Mitte Mai hatte der Routinier und EM-Vierte von 2006 den Hammer schon 78,87 Meter weit geschleudert. “Ich habe diesmal nicht weit genug geworfen. Das ist die einzige Erklärung. So einfach ist das“, sagte Esser, der bei den großen Medaillenkämpfen immer leer ausging.

Hoffnung auf den Titel weckte Diskuswerferin Nadine Müller. Die Weltjahresbeste aus Halle übertraf mit 60,54 Metern auf Anhieb die geforderte Qualifikationsweite (60,00). “Sicher handelt man mich als Favoritin auf Gold“, sagte Müller. “Egal, ich habe immer gesagt, ich will eine Medaille. Und der erste Schritt dazu ist getan.“ Als Achte mit 58,41 Meter rutschte auch Sabine Rumpf (Niederselters) noch in das Finale an diesem Mittwochabend. Souverän zogen auch die Speerwerferinnen Christina Obergföll und Katharina Molitor ins Finale ein. 400-Meter-Hürdenläuferin Fabienne Kohlmann erreichte bei ihrem EM-Debüt das Halbfinale. Mit der persönlichen Bestzeit von 55,69 Sekunden wurde die Läuferin der LG Karlstadt Zweite im Vorlauf.

dpa

Auch interessant

Kommentare