Die erfolgreiche Frau im Motorsport

Sophia Flörsch: Alle Infos zur deutschen Rennfahrerin aus München – Karriere, Stationen, Unfall in Macau

Die deutsche Rennfahrerin Sophia Flörsch
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Die deutsche Rennfahrerin Sophia Flörsch

Im Alter von vier Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für den Motorsport. Bereits mit 20 Jahren zählt Sophia Flörsch zu einer der erfolgreichsten Frauen in der Branche.

München – Sophia Flörsch wurde am 01. Dezember 2000 im Stadtteil Grünwald geboren. Ihre Liebe zum Motorsport zeigte sich in ihrem Lebenslauf bereits früh. Mit vier Jahren startete sie mit dem Kartsport. Einen ihrer ersten großen Erfolge konnte sie auf der Ginetta Junior Championship verzeichnen. Auf dem Thruxton Circuit entschied sie damals beide Rennen für sich. Doch dies war erst der Beginn ihrer steilen Karriere.

Sophia Flörsch in der Formel 4

2016 wechselte die junge Motorsportlerin mit dem Team Motopark zum deutschen Formelsport. Als erste Frau in der Formel-4-Geschichte erzielte sie entscheidende Punkte und schloss das FIA-F4-Rennen auf Rang neun ab. Die Saison beendete sie auf Gesamtrang 19.

2017 ging die Rennfahrerin wieder an den Formel-4-Start, diesmal mit Mücke Motorsport. Noch im selben Jahr landete sie als erste Frau im deutschen Formelsport auf dem Treppchen: Am Sachsenring erreichte sie den dritten Platz, in ihrem nächsten Rennen am Hockenheimring abermals die dritte Position. Parallel zur deutschen Formel 4 trat sie auch der italienischen bei.

2018 widmete sie sich vorrangig ihrem Abitur. Sie fuhr aber dennoch Testfahrten und bereitete sich auf ihren Einstieg in die Formel 3 vor. Ihr Ziel: Mit dem Team Van Amersfoort Racing am Macau Grand Prix teilzunehmen.

Sophia Flörsch: Einstieg in die Formel 3 und schwerer Unfall in Macau

Auf dem Guia-Cicuit in Macau erlitt die Formel-3-Pilotin im Jahr 2018 einen schweren Unfall, der für weltweite Schlagzeilen sorgte. Innerhalb der Lisboa-Kurve fuhr die damals 17-Jährige vor dem Anbremsen mit 276,2 km/h auf Jehan Daravula auf. Berichten zufolge war Daravula zuvor von einem gelben Blinklicht auf der Rennstrecke irritiert worden und reduzierte daraufhin seine Geschwindigkeit. Nach dem Aufprall wurden die Räder von Flörschs Wagen abgeknickt, dieser drehte sich um 180 Grad und fuhr rückwärts an der Innenkante der Leitplanke entlang. Die im Jahr des Unfalls neu installierten Sausage-Curbs hoben das Fahrzeug der Rennfahrerin in die Luft und sorgten dafür, dass sie Sho Tsubois Auto lediglich am Überrollbügel streifte. Ihr Wagen durchbrach den Sicherheitszaun, schlug von hinten in den Fotografen-Hochstand ein, gefolgt von einer 90-Grad-Wendung über die Querachse. Bei der Landung wurden die Feuerlöscher ausgelöst.

Bei dem Unfall erlitt die junge Frau einen Wirbelsäulenbruch und musste sich einer Operation unterziehen. Wie durch ein Wunder hinterließ die Verletzung keine weiteren Schäden. Darüber hinaus wurden zwei Fotografen und ein Marshal verletzt, sie erholten sich ebenso vollständig.

Nur ein Jahr nach ihrem Unfall kehrte Flörsch in den Rennsport zurück. Für ihr Comeback erhielt die Rennfahrerin 2020 den Laureus World Sports Award.

Sophia Flörsch: Ihre Stationen und Erfolge

Die junge Rennfahrerin kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Nachfolgend eine Übersicht über Flörschs bisherige Wettkämpfe, ihre Teams und ihre erreichten Platzierungen.

  • 2005-2014: Kartsport
  • 2015: Ginetta Junioren Meisterschaft, Team HCC Motorsport, 11. Gesamtplatz
  • 2016: ADAC Formel 4, Team Motopark, 19. Gesamtplatz
  • 2017: ADAC Formel 4, Team ADAC Berlin-Brandenburg, 13. Gesamtplatz / Italienische Formel 4 Meisterschaft, Team BWT Mücke Motorsport
  • 2018: FIA-Formel-3-Europameisterschaft, Team Van Amersfoort Racing, 22. Gesamtplatz / Formel 3 Macau Grand Prix
  • 2019: Europäische Formel Regional Meisterschaft, Team Van Amersfoort Racing, 7. Gesamtplatz / Macau Grand Prix, Team: HWA RACELAB / FIA Formula 3 Championship, Team Campos Racing, 29. Gesamtplatz
  • 2020: FIA-Formel-3-Meisterschaft, Team Campos Racing / Europäische Le Mans Serie Klasse LMP2, Team Signatech, 43. Gesamtplatz / 24-Stunden von Le Mans Klasse LMP2, Team Signatech , 9. Gesamtplatz
  • 2021: FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft Klasse LMP2, Team Richard Mille Racing Team, 22. Gesamtplatz

2021 nimmt die Rennfahrerin eine ihrer nächsten Stationen in Angriff. Mit dem Team Abt Sportsline absolviert sie ihr Debüt in der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM).

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