Stefanie Manns in der peruanischen Wüste

Diese hübsche Münchnerin fährt die Rallye Dakar

Stefanie Manns feierte im Vorjahr ihre Premiere bei der Rallye Dakar.

München – Die Tücken der Dakar hat Stefanie Manns gleich am ersten Tag wieder entdeckt. Ein Defekt an ihrem McRae Enduro warf die Münchnerin gleich zum Auftakt weit zurück.

Immerhin: Tags darauf hatte die 32-Jährige das Missgeschick durch eine couragierte Fahrt durch die peruanische Wüste schon wieder weitgehend ausgebügelt. Auf Platz 80 der 132 Fahrzeuge sortierte sie sich nach dem ersten Wochenende der Traditions-Rallye ein – womit sich Manns und ihr Beifahrer Benjamin Zirbus langsam aber sicher jenen Bereichen des Klassements nähern, in denen sie normalerweise auch am Ende zu finden sein werden.

Stefanie Manns

Sofern sie denn das noch knapp zwei Wochen und 7500 Kilometer entfernte Ziel in Chiles Hauptstadt Santiago tatsächlich erreicht. Denn das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit, beim berühmtesten und wohl auch härtesten Langdistanzrennen der Welt. Bei dem man „täglich 12 bis 14 Stunden bei bis zu 50 Grad im Auto verbringt“, wie Stefanie Manns erklärte. Die Anforderungen an Mensch und Maschine sind enorm auf dem langen Weg durch Peru, Argentinien und Chile. Wobei so manche Probleme der Dakar gar nicht unbedingt auf der Strecke liegen. Auch das Übernachten im Fahrercamp etwa hat Manns bei ihrer Premiere im Vorjahr als echte Herausforderung kennengelernt. „Im Zelt zu schlafen, wenn ringsherum die ganze Nacht geschweißt und gehämmert wird, das musst Du erst einmal lernen“, sagte sie.

Doch die zierliche Northeimerin, die des Berufs und der Liebe wegen seit einigen Jahren im Münchner Glockenbachviertel zuhause ist, hat sich in der Männerwelt der Rallye schon einmal mit Erfolg durchgebissen. Ihr Dakar-Debüt im Vorjahr beendete Manns als schnellste von nur drei weiblichen Piloten auf Platz 65, ein Resultat, an dem sie sich auch in diesem Jahr orientieren will. Was schon ziemlich beachtlich ist für die selbstständige Geschäftsfrau, die eine Spätberufene auf der großen Rallyebühne ist.

Soweit die Räder tragen: Mit dem McRae-Enduro nahm Stefanie Manns die 8000 km nach Santiago in Angriff.

In der elterlichen LKW-Vermietung hat Stefanie Manns einst Lust am PS-Sport entwickelt. Hat sich nebenbei in Nachwuchsklassen auf der Rundstrecke versucht. Bis sie die Rallye für sich entdeckte und die Rallye sie. Bei einem Rennen in Russland wurde der niederländische Rennstall auf die Deutsche aufmerksam, die sich mit kleinen Mitteln immer wieder so respektabel behauptete.

Für eine reine Amateurfahrerin wie sie ist alleine das schon ein gehöriger Karriereschritt, auch wenn die Abkommen mit dem Team bislang nur auf die Einsätze wie nun in Südamerika bezogen sind. Wobei die Möglichkeiten auch mit McRae begrenzt sind, wo sie sich mit einem 250 000 Euro teurem Wagen gegen die millionenschweren Boliden von Carlos Sainz & Co misst. Mit Fahrern, die statt im Camp bequem im Hotel nächtigen und auf der Tour nach Santiago auf ein Geschwader von 100 Mechanikern zurückgreifen können. Der gesamte McRae-Tross mit seinen drei Wägen bringt es gerade auf ein Viertel.

Dimensionen, die Stefanie Manns wohl verwehrt bleiben werden, „auch wenn ich es sicher nicht bremsen werde, wenn es für mich weitergehen sollte“. Empfehlen kann sie sich dafür nur auf kleiner Ebene. Was unter Extrembedingungen wie bei der Dakar seine Gefahren birgt. „Wenn du dort mit dem Messer zwischen den Zähnen fährst, dann wirst du nicht ankommen“, betonte Manns. Diese Tücken hat sie ja bereits zum Auftakt kennengelernt.

Patrick Reichelt

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