Olympia

Taekwondo-Hoffnung Bachmann früh draußen

Alexander Bachmann
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Taekwondokämpfer Alexander Bachmann war nach seiner Niederlage enttäuscht.

Deutschlands einziger Taekwondo-Kämpfer bei den Spielen in Tokio scheidet nach nur einem Kampf aus. Die Vorbereitung war womöglich doch zu hürdenreich. Aber immerhin hat er frohe Kunde aus der Heimat.

Tokio - Alexander Bachmann wollte nur noch weg. „Ich bin froh, wenn ich nach Hause komme“, sagte Deutschlands Taekwondo-Hoffnung nach dem überraschend frühen Olympia-Aus.

Nach nur einem Kampf waren die Spiele in Tokio für den Stuttgarter beendet. Der Traum von Gold platzte am Dienstag bereits durch die 7:11-Auftaktniederlage gegen den Kasachen Ruslan Schaparow. Und da dieser im anschließenden Viertelfinale gegen den Südkoreaner Kyo-don In verlor, durfte Bachmann nicht mal mehr in der Hoffnungsrunde um Bronze kämpfen. Jahrelang hatte der Weltmeister von 2017 auf die Spiele in Japan hingearbeitet, am Ende dauerten sie für ihn nur wenige Minuten.

„Es lief heute einfach nicht gut – genau am falschen Tag“, sagte der 27-Jährige der ARD. „Das gibt es im Sport, da muss man durch.“ Anders als im Training in den Tagen zuvor habe er sich beim Wettkampf „total schlapp gefühlt“. Eine Erklärung dafür fand er nicht. Womöglich liegt sie in der Vorbereitung, die für den einzigen Starter der Deutschen Taekwondo Union bei diesen Spielen nicht gerade reibungslos verlief.

Vergangenen Herbst ließ sich Bachmann an der schon länger schmerzenden Hüfte operieren, im Frühjahr infizierte er sich mit dem Coronavirus. Insgesamt bestritt er in diesem Kalenderjahr erst eine gute Handvoll offizieller Kämpfe. Schon bei seinem Viertelfinal-Aus bei der EM in Sofia im April wirkte er geschwächt. Und auch in der Makuhari Messe-Halle A fand er nun zu spät in den Kampf. Erst danach machte der Verband öffentlich, dass sich Bachmann vor einigen Wochen auch noch die Hand gebrochen hatte und operiert werden musste.

Dennoch hatte er sich bei seiner Olympia-Premiere in der Gewichtsklasse über 80 Kilogramm Gold zum Ziel gesetzt. „Schade. Die Taktik hat nicht so funktioniert“, sagte Bachmanns Heim- und Bundestrainer Vanja Babic, der ihn schon seit frühester Kindheit betreut. „So ist das Leben.“ Bachmann erklärte, dass ihm ein größeres Team womöglich dabei geholfen hätte, sich auf der großen Bühne besser zurechtzufinden. Doch sein Schwager und enger Vertrauter Tahir Gülec, auch ein Ex-Weltmeister, verpasste die Olympia-Qualifikation diesmal.

Bachmanns Frau Rabia, ebenfalls ehemalige Taekwondoka und bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro dabei, fieberte mit ihrem Bruder in der Heimat vor dem Fernseher mit. „Sie ist im fünften Monat schwanger“, verriet Bachmann auf dem Weg in die Kabine - und konnte kurz wieder lächeln. dpa

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