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Teil der Athleten bei Olympia „mental nicht voll da“

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Sportökonom
Leitete eine Studie der Deutschen Sporthilfe zum Abschneiden der deutschen Athleten in Tokio: Christoph Breuer. © Fabian Strauch/dpa

Die ungenügende mentale Präsenz von deutschen Athleten bei den Olympischen Spielen und Paralympics in Tokio ist einer Studie zufolge offenbar ein bedeutender Faktor für das enttäuschende Abschneiden gewesen.

Frankfurt/Main - Fast ein Drittel der Spitzensportler der Olympia- und Paralympics-Kader waren bei ihrem Saisonhöhepunkt mental nicht voll präsent. Dies geht aus einer am 16. November veröffentlichten Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln im Auftrag der Deutschen Sporthilfe hervor. Selbst 24 Prozent der deutschen Finalisten in Tokio gaben an, im Medaillenkampf „mental nicht voll da“ gewesen zu sein.

An der Studie unter der Leitung des Sportökonomen Christoph Breuer nahmen 1122 von der Sporthilfe geförderte Kaderathleten im September und Oktober per Online-Befragung teil. Die Ergebnisse zeigen, wie die Athleten Bedingungen des persönlichen Umfelds, des Trainingsumfelds und des gesellschaftlichen Umfelds wahrnehmen und wie diese auf ihre mentale Präsenz und ihren sportlichen Erfolg wirken.

Erfolge bei Olympischen Spielen seit 1992 rückläufig

„Wir sehen alle, dass die Erfolge bei Olympischen Spielen seit 1992 rückläufig sind und eine Weichenstellung im deutschen Sport erforderlich ist“, sagte der Sporthilfe-Vorstandsvorsitzende Thomas Berlemann. „Deshalb muss man auch die Athleten nach ihren Wünschen und Sorgen befragen, um den Turnaround zu schaffen.“

Zu den Umfeldeinflüssen gehört auch die finanzielle Lage der Athleten, von denen rund 35 Prozent laut Studie angegeben haben, dass ihr Einkommen ihnen nicht ermöglicht (hat), sich hinreichend auf den Sport zu konzentrieren; unter den Olympia- und Paralympics-Finalisten sind es immerhin noch mehr als 21 Prozent. Dagegen erachten mehr als drei Viertel der Topsportler die Qualität von Trainingsanlagen und -equipment sowie Gesundheitsangeboten als gut.

Mit den Trainern sind die Athleten in puncto Erreichbarkeit sehr zufrieden (87 Prozent). Weniger zufrieden sind sie mit deren Expertise (72 Prozent) und Führungsstil (67 Prozent). Defizite beklagen die Athleten auch bei der Trainingsplanung, -steuerung und -organisation sowie der mentalen Präsenz. Zur besseren mentalen Präsenz beim Saisonhöhepunkt tragen laut Studie wiederum Medientrainings, Zufriedenheit mit der Expertise der Trainer, sportwissenschaftliche Beratung und ein Trainingsplan auf Basis von Leistungsdiagnostik bei. dpa

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