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Nadal findet Wimbledon-Ausschluss für russische Profis „sehr unfair“ – Zverev sieht „keinen Grund“

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Von: Patrick Huljina

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Tennis-Profis aus Russland und Belarus dürfen dieses Jahr nicht an Wimbledon teilnehmen. Die Weltstars Nadal und Zverev haben dafür kein Verständnis.

Madrid - Die russische Invasion und die damit verbundene Eskalation des Ukraine-Konflikts hat weltweite Auswirkungen. Nicht nur in der Politik und Wirtschaft, sondern auch im Sport. Russische Sportler wurden bereits von zahlreichen Wettbewerben ausgeschlossen – zuletzt ist ein weiterer, sehr prominenter hinzugekommen: Wimbledon. Das wohl berühmteste Tennis-Grand-Slam-Turnier lässt Profis aus Russland und Belarus in diesem Jahr nicht teilnehmen. Superstar Rafael Nadal kann die Entscheidung nicht nachvollziehen.

Tennis: Nadal findet Wimbledon-Aus für russische Profis „sehr unfair“

Die Entscheidung der Organisatoren sei „sehr unfair“, erklärte Nadal am Sonntag (1. Mai) bei einer Pressekonferenz in Madrid. Er habe für die Entscheidung der Wimbledon-Organisatoren kein Verständnis. „Es ist sehr unfair gegenüber meinen Kollegen. Was können die Armen denn dafür?“, sagte der 35 Jahre alte Weltrangliste-Vierte. Die Tennis-Profis treffe keine Schuld, „an dem, was passiert“, so Nadal weiter.

Daniil Medvedev gratuliert dem Sieger Rafael Nadal (ESP).
Rafael Nadal und der Russe Daniil Medvedev trafen im Finale der Australian Open 2022 aufeinander – mit besserem Ende für den Spanier. (Archivbild) © IMAGO/Juergen Hasenkopf

In der spanischen Hauptstadt findet aktuell das ATP-Masters-1000-Turnier statt. Lokalmatador Nadal nimmt ebenso daran teil, wie Alexander Zverev. Der deutsche Tennis-Star tritt in Madrid als Titelverteidiger an.

Wimbledon-Ausschluss: Zverev sieht „keinen Grund“ – Organisatoren „keine Alternative“

Auch Zverev hatte den Wimbledon-Ausschluss für russische und belarussische Profis bereits kritisiert. Er sehe „keinen Grund, warum sie nicht im Wimbledon spielen sollten“, sagte der 25-Jährige am Rande der BMW-Open in München. Zverev betonte, dass er es für „absolut korrekt“ halte, wenn Nationalmannschaften etwa beim Davis-Cup oder im Fußball nicht an den Wettbewerben teilnehmen dürften. Ein genereller Ausschluss von Einzelspielern sei in seinen Augen nicht richtig. Neben Zverevs Freund Andrey Rublev ist unter anderem auch der russische Weltranglisten-Zweite Daniil Medvedev von der Entscheidung der Wimbledon-Organisatoren betroffen.

Aufgrund der Vorgaben der britischen Regierung habe es allerdings „keine realisierbare Alternative“ für den Rasen-Klassiker gegeben, versicherten die Organisatoren. Falls Profis aus Russland und Belarus mit einer Erklärung gegen den Ukraine-Krieg die Teilnahme erlaubt worden wäre, „hätten wir riskiert, dass ihr Erfolg zum Vorteil der Propagandamaschine des russischen Regimes genutzt worden wäre“, sagte der Vorsitzende des All England Lawn Tennis Clubs (AELTC), Ian Hewitt, am Dienstag (26. April). Wimbledon, das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres, findet vom 27. Juni bis zum 10. Juli in London statt. (ph mit dpa und sid)

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