Olympia-Schirmherr

Tenno - Japans Kaiser ist das Symbol der Einheit der Nation

Japans Kaiser
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Japans Kaiser Naruhito ist der Schirmherr der Olympischen Spiele.

Japans Kaiser Naruhito ist der Schirmherr der Olympischen Spiele in seiner Heimat. Bei der Eröffnungszeremonie wird er zu den wenigen Würdenträgern gehören, die die Zeremonie im Olympiastadion in Tokio miterleben dürfen.

Tokio - Seine Untertanen müssen dagegen wegen des Riskios durch das Coronavirus zu Hause bleiben. Auch Naruhitos Gemahlin, Kaiserin Masako, wird ihren Mann nicht begleiten. Der 61-jährige Monarch hatte im Mai 2019 als Nachfolger seines Vaters Akihito den Thron bestiegen. Akihito war der erste Monarch seit rund 200 Jahren, der zu Lebzeiten abdankte.

Akihito war auch der erste Tenno („Himmlischer Herrscher“), der sein Amt 30 Jahre zuvor nicht mehr als „Gott“ angetreten hatte. Laut der pazifistischen Nachkriegsverfassung müssen sich Japans Kaiser auf die Rolle als Symbol der Einheit der Nation beschränken. Regierungsbefugnisse sind ihnen alle genommen.

Die Legende will es, dass der Ururenkel der Sonnengöttin Amaterasu, Jimmu-Tenno, angeblich im Jahre 660 vor Christus das Yamato-Reich gründete und damit der erste Kaiser Japans wurde. Naruhito ist demzufolge der 126. Tenno der ältesten Erbmonarchie der Welt.

Naruhito ist der Repräsentant eines moderneren, offeneren Hofes. Seine Regentschaft trägt den Devisenamen „Reiwa“ (schöne Harmonie). Naruhito will den volksnahen Stil seines Vaters fortführen. Während dieser noch von anderen aufgezogen worden war, wurde Naruhito von den eigenen Eltern erzogen. Auch ist er der erste Kaiser Japans, der im Ausland - in Oxford - studierte. Seit jungen Jahren fühlt er sich auch der deutschen Kultur durch die Literatur und Kultur verbunden.

Er heiratete die damalige Karrierebeamtin im Außenministerium und Absolventin der Universitäten Harvard und Oxford, Masako Owada. Seit Jahren erholt sich die heutige Kaiserin offiziell von einer „Anpassungsstörung“, die vom Stress am kaiserlichen Hofe herrühre. Beobachter sehen dahinter vor allem den lange Zeit auf ihr lastenden Druck, einen männlichen Thronfolger zu gebären. Masako brachte Tochter Aiko zur Welt, doch Frauen ist der Thron bislang verwehrt. dpa

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