Nach Eklat bei Olympia

Timanowskaja will polnische Staatsangehörigkeit beantragen

Kristina Timanowskaja
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Timanowskaja will die polnische Staatsangehörigkeit beantragen und künftig für Polen antreten.

Die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja will sich um die polnische Staatsangehörigkeit bemühen. Sie wolle dann für Polens Mannschaft antreten, sagte die 24-Jährige dem russischen Sender RBC.

[Warschau - ]Normalerweise dauere es drei Jahre, bis so ein Wechsel für Sportler möglich sei. „Wir werden aber darum bitten, dass diese Frist in meinem Fall verkürzt wird, da es eine recht mehrdeutige Situation ist“, meinte die Sprinterin weiter. Sie habe beschlossen, in Polen zu bleiben.

„Wir freuen uns und gratulieren zu der Entscheidung“, kommentierte Polens Vize-Außenminister Marcin Przydacz die Ankündigung der Sportlerin auf Twitter. „Polen ist das großartigste Land der Welt.“

Timanowskaja sollte nach eigenen Angaben nach einem Konflikt mit Sportfunktionären bei den Olympischen Spielen in Tokio gegen ihren Willen in ihr Heimatland zurückgebracht werden, das von Präsident Alexander Lukaschenko autoritär regiert wird. Sie hatte sich dann an die japanische Polizei und das Internationale Olympische Komitee gewendet. Sie ist derzeit in Polen, das ihr ein humanitäres Visum ausgestellt hatte.

Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl am 9. August 2020 war es in der Ex-Sowjetrepublik zu Massendemonstrationen gegen Lukaschenko gekommen. Von dem massiven Vorgehen der Regierung gegen Oppositionelle und Andersdenkende waren auch Sportler betroffen. [dpa]

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