Volleyballer vor Bundesligadebüt

TSV Herrsching: "Kernig, geil, GCDW"

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Bis zu 1000 Fans feuern Herrsching an – da wird es für ­jeden Gegner schwer, sagt Spielertrainer Max Hauser.

Herrsching - 40 Jahre wird die Volleyball-Bundesliga alt, und in der Jubiläumssaison weht ein frischer Wind: Aufsteiger Herrsching will die Liga durcheinanderwirbeln – unter anderem mit viel Leidenschaft und Humor.

„Wir sind besser, schöner, klüger, schneller und stärker als alle anderen. Außerdem sind alle anderen eingebildet.“ 40 Jahre wird die Volleyball-Bundesliga alt, und in der Jubiläumssaison weht ein frischer Wind: Aufsteiger Herrsching will die Liga durcheinanderwirbeln - unter anderem mit viel Leidenschaft und Humor, denn ganz ernst ist der Satz von Trainer Max Hauser (30) auf der Vereinshomepage natürlich nicht gemeint! Aber was steckt hinter dem Projekt Volleyball in Herrsching, das nach dem K.o. der Hachinger die oberbayerische Fahne in der Liga hoch hält? Mit kleinem Budget und großen Ambitionen startet das Team am Samstag in Rottenburg (19.30 Uhr, live auf sportdeutschland.tv) in die erste Saison im Oberhaus, die Heimpremiere steht am 25.10. (19 Uhr) gegen Lüneburg an. Die tz stellt den selbsternannten „Geilsten Club der Welt“ (GCDW) vor.

- Der Aufstieg: Im April machte der TSV Herrsching mit einem Sieg gegen Stuttgart den Aufstieg perfekt. In den vergangenen zehn Jahren gelang dem Verein der Durchmarsch von der Landes- in die Erste Liga - Ausnahmezustand!

- Die Anstrengungen: Der Sprung nach oben bedeutete auch ein großes Stück Arbeit: Sponsoren mussten akquiriert, der Kader neu zusammengestellt, Medien mit dem Verein vertraut gemacht werden. „Das war brutal“, so Hauser. „Dazu kam die Ungewissheit, bis wir die Kohle zusammenhatten.“ Typisch GCDW: Mit der Spendenaktion „Erste Liga für 100 Euro“ wurden fast 15 000 Euro durch Privatspender gesammelt, auch das trug einen großen Teil zum erfolgreichen Lizenzantrag bei.

- Der Etat: „Wir sind sicherlich an der unteren Grenze dessen, wie man die Erste Liga bestreiten kann“, sagt Abteilungsleiter Fritz Frömming, der Etat belaufe sich auf etwa 300 000 Euro. Heißt: Vom Sport leben können die Herrschinger nicht. Die Nicht-Studenten arbeiten tagsüber, trainieren abends. Viele Helfer sind ehrenamtlich tätig. „Das ist eine kernige Angelegenheit“, gesteht Hauser, der selbst Sportlehrer am Gymnasium ist. „Ein bisschen verrückt muss man schon sein.“

- Die Philosophie: In der Nikolaushalle wird jedes Heimspiel zum Erlebnis! Das war so, und das wird bleiben, verspricht Hauser: „Die Stimmung bei uns ist einzigartig! Wenn dem Gegner 1000 Leute ins Ohr brüllen, will ich den sehen, der noch konzentriert aufschlägt. Ich würde nicht gegen uns spielen wollen…“ Mit einer Mischung aus Ehrgeiz, Können und jugendlicher Unbekümmertheit will der TSV die Liga aufmischen. Hauser: „Wir sind schon deshalb der Geilste Club der Welt, weil wir die einzigen sind, die sich trauen, mit einem Augenzwinkern genau das zu sagen.“

- Die Halle: Das große Manko: Die Heimspielstätte steht den Volleyballern nur unregelmäßig zur Verfügung - man muss auf umliegende Hallen ausweichen! Daher laufen Gespräche mit -Gemeinde und Landratsamt, wie Frömming erzählt. „Noch haben wir zwei Jahre eine Sondergenehmigung der -Liga. Aber wir brauchen eine Halle! Sonst müssen wir langfristig nach München auswandern.“

- Der Kader: Der TSV steht für einen Mix aus (Ex-)Nationalspielern (Prüsener, Smith), Erstligaerfahrenen (Friedrich, Gebrüder Malescha, Neumann), Langzeit-Herrschingern (Doranth, Vielmeier, Höfer, Wenke, Wehl) und Studenten (Breinbauer, Kessler, Ranner). Hauser: „Wir haben verdammt gute Leute, und letztendlich setzt sich doch Qualität durch.“

- Die Ziele: „Wir wollen auf jeden Fall nicht absteigen“, so der Trainer zur tz. „Wenn es uns gelingt, über die gesamte Saison frisch zu sein, können wir am Ende richtig stark sein!“ Und falls es nicht klappt? Hauser: „Dann steigen wir eben nächste Saison wieder auf!“

Sina Ojo

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